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Innere Schulreform (de)

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Der offizielle Beginn der bundesweiten Inneren Schulreform in Deutschland fand am 11.11.1995 in Stuttgart statt. Damals startete die erste regionale Auftaktveranstaltung in der Region Stuttgart mit Schul- und Elternvertreterinnen und –vertretern unter der Aufsicht des Kultusministeriums Baden-Württemberg.

„Innere Schulreform“ ist kein Programm des Kultusministeriums, sondern ein selbstverwalteter Prozess. Viele Erziehungsprobleme in den Schulen spiegeln die Probleme der europäischen Gesellschaft wider. Jede Schule sollte aus formallogischen Gründen kein Reparatur- bzw. Gewerbebetrieb sein, sondern muss im Konsens aller, die für Kinder und Jugendliche im deutschen Rechtsstaat mitverantwortlich sind, weiterentwickelt und bildungspolitisch praktisch vor Ort als individueller sozialer Entwicklungsraum gestaltet werden. Dabei dürfen weder die politische Verantwortung noch die staatliche Schulaufsicht preisgegeben werden. Vielmehr müssen transparente und vergleichbare Schulbedingungen für alle Kinder in Deutschland demokratisch gesichert werden. Es besteht ja ein Rechtsanspruch auf die faire Regelung von Zugangsmöglichkeiten, Versetzungen und Schulabschlüssen, auf die Einhaltung der allgemeinen Erziehungsziele in Deutschland, auf die Bewahrung und Förderung der Standards im Rahmen der Prüfungs- und Vergabeverfahren und auf eine Ausgewogenheit des Bildungsangebotes in jedem regionalen Bezirk Deutschlands.

Der sehr lange und mühsame Weg in ein demokratisches, föderales und aufgeklärtes deutsches Schulwesen fördert die Selbstverwaltung, erlaubt aber nicht die totale Autonomie. Die absolute Herrschaft der Schulgremien (= Schulautonomie) widerspricht ganz elementar den unaufgebbaren Prinzipien einer sozial verantwortlichen Bildungspolitik nach den bitteren Erfahrungen in der NS-Diktatur. Chancengleichheit muss für alle Kinder, egal welchen Geschlechts, in Deutschland gelten, Vergleichbarkeit ihrer Schulleistungen ebenfalls.

Die in Deutschland stark gewachsene Vielfalt an Standpunkten über Lebensqualität, Lebensmöglichkeiten und Lebensentwürfen fordert in der Demokratie von allen fairen Mitspielerinnen und Mitspielern verantwortliches Entscheiden und Handeln. Eigenverantwortung und Selbständigkeit treten an die Stelle von Sitte und Tradition. Junge Menschen müssen daher dazu ermuntert werden, zu ihren eigenen begrenzten Möglichkeiten zu stehen und ihre eigenen Talente zu entwickeln. Die dazu notwendigen Lernprozesse dürfen nicht in erster Linie von allgemeinen Idealen bestimmt sein, sondern von der vernünftigen Einsicht, dass in jedem Menschen – auch in Menschen mit Behinderungen - Begabungen stecken, die gebraucht werden. Die kriegsberauschte Abkehr von diesem Menschenbild führte im Deutschen Reich bekanntlich zu medizinischen Menschenversuchen und zur Euthanasie ...


Handlungsfelder

Erfolgreiche pädagogische Arbeit braucht Zeit, Kontinuität und Verlässlichkeit. Druck und Hetze sind im Bildungsprozess fehl am Platz, wie Pädagogen und Pädagoginnen heute wissen. Die Innere Schulreform soll zwischen berechtigten und unrealistischen Erwartungen der wiedervereinigten deutschen demokratischen Gesellschaft die ästhetische Mitte finden. Damit wäre dann dem großen deutschen Dichter Friedrich Schiller die ihm zustehende Ehre endlich erwiesen.


"Bei der weiteren Ausgestaltung der Inneren Schulreform kommt den Eltern eine Schlüsselrolle zu. Mehr denn je braucht die europäische Gesellschaft eine von gegenseitigem Vertrauen und Respekt geprägte Erziehungsgemeinschaft Schule – Elternhaus, die auf einem Grundkonsens über erzieherische Inhalte und Ziele beruht. Schule bedarf großer gesellschaftlicher Solidarität, die nicht zuletzt in der Bereitschaft der Eltern, das Schulleben aktiv mitzugestalten, ihren konkreten Niederschlag findet."[1]

Fußnoten

  1. Dr. Annette Schavan, damals seit 19.07.1995 Ministerin für Kultus und Sport von Baden-Württemberg, im „Elternjournal“ Nr. 3, September 1995, später Deutsche Botschafterin in Vatikanstadt

Siehe auch

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