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Hundegleichnis

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Das Hundegleichnis von Platon erklärt bildhaft die rechtsstaatliche Notwendigkeit der guten Erziehung und Versorgung von Soldaten. Das Gleichnis geht so:

„Höchster Schimpf und größte Schande ist es für Hirten, wenn sie ihre Hunde zu solchen Wächtern der Herden aufziehen, dass diese aus Mangel an Zucht, aus Hunger oder sonst einer üblen Gewohnheit ihre eigenen Herden zu überfallen versuchen und nicht Hunden, sondern Wölfen gleichen.‘ ‚Das ist sehr arg, ohne Zweifel!‘ ‚Also muss man sich auf jede Weise vorsehen, sonst machen es unsere Gehilfen ebenso mit den Bürgern, weil sie die Stärkeren sind, und sie gleichen dann nicht wohlwollenden Freunden, sondern wilden Herren.‘ ‚Das muss man verhindern!‘ ‚Gegen solche Entartung sind sie doch am besten gefeit, wenn sie tatsächlich gut erzogen sind?‘ ‚Sicherlich!‘

Da warf ich ein: ‚So sicher darf man das wieder nicht behaupten, mein lieber Glaukon! Sicher ist nur unsere Behauptung von vorhin, sie müssten die richtige Erziehung erhalten, wie immer sie dann sei, wenn sie die wichtigste Voraussetzung erfüllen sollen für ein entgegenkommendes Wesen sich selbst und den von ihnen Betreuten gegenüber.‘ ‚Ganz richtig!‘ ‚Außer dieser guten Erziehung müssen ihnen auch, das wird jeder Vernünftige zugeben, entsprechende Wohnungen und überhaupt Lebensverhältnisse geboten werden, die weder ihre Leistung als Wächter hemmen, noch sie verleiten, sich an den übrigen Bürgern zu vergehen.‘ ‚Da hat er recht.‘ ‚Gib nun acht‘, fuhr ich fort, ‚ob sie auf folgende Art leben und wohnen müssen, wenn sie ihre Aufgabe erfüllen sollen.

Fürs erste darf niemand einen eigenen Besitz haben, soweit nicht unbedingt nötig. Zweitens keine Wohnung, keinen Vorratsraum, wohin nicht jedermann Zutritt hat. Die Lebensbedürfnisse, die kräftige, aber mäßige und tapfere Kriegsleute brauchen, empfangen sie auf Grund einer Schätzung von den übrigen Bürgern als Lohn für die Wache, und zwar nicht zu viel und nicht zu wenig fürs Jahr. Zu gemeinsamen Mahlzeiten kommen sie zusammen und leben wie im Feld gemeinsam. Gold und Silber, so muss man ihnen sagen, haben sie als Gabe der Götter immer in ihrer Seele und brauchen daher kein menschliches Gold; es wäre auch ein Frevel, den Besitz des Göttergoldes durch den Erwerb des irdischen mischend zu besudeln; zumal ja schon viel Unheiliges mit dem geprägten Gold der breiten Masse geschehen, ihr eigenes aber unbefleckt ist. Ihnen allein von den Bürgern des Staates ist es daher durch die Satzung verboten, an Gold und Silber zu rühren und es zu ergreifen, unter demselben Dach mit ihm zu weilen, es sich umzuhängen oder aus Silber oder Gold zu trinken. So werden sie zugleich sich selbst und auch den Staat bewahren. Wenn sie selbst aber Eigentum an Haus, Land und Geld erwürben, würden sie Hausverwalter und Bauern statt Wächter, harte Herren statt Verbündete der Bürger werden; hassend und gehasst, auflauernd und belauert, verbringen sie ihr ganzes Leben in weit größerer Angst vor dem innern als dem äußern Feind und laufen hart schon am Rande des Verderbens, sie und der ganze Staat. Aus all diesen Gründen‘, schloss ich, ‘müssen die Wächter so ihre Wohnung und ihr Leben eingerichtet erhalten: dies wollen wir gesetzlich festlegen, oder nicht?“[1]


Fußnoten

  1. Platon, Der Staat, Drittes Buch, 416a – 417b, Verlag Philipp Reclam jun., Stuttgart 1982


Siehe auch

International.png Den Begriff Hundegleichnis Platon im weltweiten juristischen Web finden (Hundegleichnis Platon in Deutsch)