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Hofnärrin (de)

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Die im Altertum üblichen Hofnarren an den europäischen Königshöfen stellen als natürliche Personen im erlebten Spiel den Beginn der Meinungsfreiheit im Recht dar. Der Hofnarr war die gelebte Antithese zum oft strengen Hofzeremoniell.


Inhaltsverzeichnis

Rechtsphilosophische Betrachtung

„Man mache sich nicht immer wichtig und widerwärtig, dies gehört zur edlen Sitte. Etwas kann man sich von seiner Würde vergeben, um die allgemeine Zuneigung zu gewinnen. Man lasse sich zuweilen das gefallen, was die meisten sich gefallen lassen, jedoch ohne Unanständigkeit. Denn wer öffentlich für einen Narren gilt, wird nicht im Stillen für gescheit gehalten werden. An einem Tag der Lustigkeit kann man mehr verlieren, als man an allen Tagen der Ehrbarkeit gewonnen hat. Jedoch soll man auch nicht sich immer ausschließen; denn durch Absonderung verurteilt man die übrigen. Noch weniger darf man Ziererei affektieren: diese überlasse man dem Geschlecht, welchem sie eigen ist, sogar die religiöse Ziererei ist lächerlich. Dem Mann steht nichts besser an, als dass er ein Mann scheine; das Weib kann das Männliche als eine Vollkommenheit affektierennicht so umgekehrt.“[1]

Wissenschaftsphilosophische Betrachtung

Die Hofnärrin der Zauberschule ‚JurisPedia‘ lässt alles, was sie online schreibt, vor den Leserinnen und Lesern global und fast zeitgleich in unterschiedlichen Zeitzonen entstehen.

Sie schreibt nicht nur was sie weiß, sondern zeigt auch allen Mitlesern ihr eigenes Erkennen, den Denkprozess selbst, synchron, öffentlich, ein- oder mehrsprachig und potenziell global. Die Online-Mitleser sammeln auf diese Weise nicht nur – wie alle späteren Leser/innen – neue Kenntnisse, sondern sie dürfen der Tätigkeit der Hofnarrenvernunft unmittelbar beim Hervorbringen ihrer Erkenntnisse zuschauen. Vielleicht können manche Mitleser/innen einzelne Erkenntnisse später anschaulich nachbilden. Dann wäre e-learning mit ‚JurisPedia‘ erfolgreich gewesen ...


Märchenbetrachtung

Das Grimm’sche Märchen „Die kluge Bauerntochter“ zeigt beispielhaft die kreativen heilpädagogischen Fähigkeiten von klugen Frauen auf. Um ihren Vater aus dem königlichen Gefängnis zu befreien, muss die Bauerntochter ein – wie der König meint – raffiniertes Rätsel lebenspraktisch lösen: Sie soll nicht gekleidet, nicht nackend, nicht geritten, nicht gefahren, nicht in dem Weg, nicht außer dem Weg zum König kommen. Wenn das Bauernmädchen alle diese Verbote aus der Sicht des Königs richtig einhält und trotzdem bei ihm ankommt, dann will er sie standeswidrig heiraten. Wahrlich ein königlicher Stimulus!

Die hofnärrische Lösung besteht darin, dass die Frau sich nackt in ein Fischernetz hüllt und so weder als nackt noch als gekleidet gelten kann. Sie pachtet einen Esel und bindet ihr Fischernetz diesem Lasttier an seinen Eselschwanz. So zieht der Esel die im Netz liegende Frau zum König, ohne dass sie reitet oder fährt. Als Weg wählt das kluge Bauernmädchen ein bestehendes Fahrgleis, an dem sie der Esel so entlangschleppt, dass sie nur mit einem ihrer großen Zehen auf der Erde streift. Sie befindet sich demnach weder ganz im Weg noch ganz außerhalb vom Weg. Mit dieser theaterreifen Vorstellung erlöst das Bauernmädchen ihren Vater aus dem Gefängnis und macht ihn kurz darauf auch noch zum Schwiegervater des Königs. Auch als Königin bleibt die Frau im Märchen ihrem sturen Ehemann durch Klugheit und Liebe weiterhin innerlich gewachsen.

Fußnoten

  1. Jesuitenpater Balthasar Gracian, Handorakel und Kunst der Weltklugheit, Abschnitt 275 (von 300), Übersetzung des „Oráculo manual“ aus dem Jahr 1647 durch Arthur Schopenhauer, Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1978


Siehe auch

International.png Den Begriff Hofnarr im weltweiten juristischen Web finden
Fr flag.png Den Begriff "bouffon de la cour" im französischen juristischen Web finden ("bouffon de la cour" in Deutsch)
Be flag.png Den Begriff "bouffon de la cour" im belgischen juristischen Web finden
Nl flag.png Den Begriff hofnar im Niederlanden juristischen Web finden

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