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Hermetische Schriften

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‚Hermetische Literatur‘ ist eine alte Bezeichnung für altägyptische, altarabische, altbabylonische, altchinesische, altindische, altjüdische, altgriechische und frühe christlich orthodoxe Schriften mit okkulten Inhalten. Diese Literatur wurde zu philosophischen Forschungszwecken vom zweiten bis vierten Jahrhundert nach Christus von den philosophischen Gelehrten und ihren Ehefrauen gesammelt.

Der griechische Göttername „Hermes Trismegistos“, der „dreimal Größte“ als männlicher dreifaltiger Gott, ist der Wortursprung für das Adjektiv ‚hermetisch‘. Dieser Gelehrtengott war eine künstliche Synthese aus dem griechischen Sohnesgott „Hermes“ und dem altägyptischen Schreibergott „Thot“. Bei den Römern hieß „Hermes“ „Merkur“. Sein Wochentag ist ‚mercredi`, der französische Mittwoch. Diese europäischen heidnischen Gottheiten personifizierten den Kindsgemahl der Großen Göttin aus vorchristlicher matriarchalischer Zeit, der aus dem Abyssos gekommen war und dorthin wieder zurückkehrte. Die Hermes-Priester trugen Frauenkleider, um die beiden Geschlechter der Menschheit als „Hermaphroditen“ schauspielerisch als Synthese in einer Person darzustellen. Diese religiösen Transvestiten waren die Stellvertreter ihres „Psychopompos“, des göttlichen Seelenführers und Orientierungsgebers. Die priesterliche Aufgabe war damals wie heute die Seelsorge im weitesten Sinne. Die heidnischen bzw. schamanistischen Priester lebten nicht zölibatär. Ihre Frauen wurden daher – aus hormonellen Gründen - oft zu Mondpriesterinnen, mit denen sie orgiastische, d.h. völlig unvernünftige Fruchtbarkeitsriten zelebrieren konnten. Eine Religionsordnung wie die jüdische Thora gab es ja in Europa noch nicht. Zahlreiche altrömische Abbildungen überliefern diese verkommenen Sitten an die Nachwelt, z.B. im 79. n. Chr. untergegangenen und heute archäologisch wieder ausgegrabenen ‚Pompeji‘ bei Neapel.

Die alten phallischen Steinsäulen in/aus Griechenland wurden „Hermen“ genannt. Gegen diese öffentlichen Fetische kämpften bis zur Institutionalisierung der orthodoxen Kirche (erste Staatskirche in Armenien) nur die jüdischen Priester des monotheistischen Vatergottes an. Im Christentum übernahm der Erzengel „Michael“ die religiösen Funktionen von „Hermes“ oder „Merkur“. Manche Tempelstätten wurden zur Christianisierung mit Michaelskirchen überbaut, die teilweise heute noch bestehen. Im hermetischen Kartenspiel des „Tarot“ wurde „Hermes“ zum „Magier“.


Inhaltsverzeichnis

Rechtsphilosophische Betrachtung

Der promovierte österreichische Philosoph und Reformpädagoge Rudolf Steiner (1861 – 1925) hatte sich als „Geistesforscher“ intensiv mit der wissenschaftlichen Interpretation hermetischer Schriften (z.B. mit Goethe’s Farbenlehre) beschäftigt. Steiner hat der Nachwelt seine umstrittene Erkenntnismethode hinterlassen, die er selbst folgendermaßen beschreibt:

„Wer als Wissenschaft nur gelten lässt, was durch die Sinne und den ihnen dienenden Verstand offenbar wird, für den kann selbstverständlich das hier als ‚Geheimwissenschaft‘ Gemeinte keine Wissenschaft sein. Ein solcher müsste aber, wenn er sich selbst verstehen wollte, zugeben, dass er nicht aus einer begründeten Einsicht heraus, sondern durch einen seinem rein persönlichen Empfinden entstammenden Machtspruch eine ‚Geheimwissenschaft‘ ablehnt. Um das einzusehen, hat man nur nötig, Überlegungen darüber anzustellen, wie Wissenschaft entsteht und welche Bedeutung sie im menschlichen Leben hat. Das Entstehen der Wissenschaft, dem Wesen nach, erkennt man nicht an dem Gegenstande, den die Wissenschaft ergreift; man erkennt es an der im wissenschaftlichen Streben auftretenden Betätigungsart der menschlichen Seele. Wie sich die Seele verhält, indem sie Wissenschaft sich erarbeitet, darauf hat man zu sehen. Eignet man sich die Gewohnheit an, diese Betätigungsart nur dann ins Werk zu setzen, wenn die Offenbarungen der Sinne in Betracht kommen, dann gerät man leicht auf die Meinung, diese Sinnesoffenbarung sei das Wesentliche. Und man lenkt dann den Blick nicht darauf, dass ein gewisses Verhalten der menschlichen Seele eben nur auf die Sinnesoffenbarung angewendet worden ist. Aber man kann über diese willkürliche Selbstbeschränkung hinauskommen und, abgesehen von dem besonderen Falle der Anwendung, den Charakter der wissenschaftlichen Betätigung ins Auge fassen. Dies liegt zugrunde, wenn hier für die Erkenntnis nichtsinnlicher Weltinhalte als von einer ‚wissenschaftlichen‘ gesprochen wird. An diesen Weltinhalten will sich die menschliche Vorstellungsart so betätigen, wie sie sich im andern Falle an den naturwissenschaftlichen Weltinhalten betätigt. Geheimwissenschaft will die naturwissenschaftliche Forschungsart und Forschungsgesinnung, die auf ihrem Gebiete sich an den Zusammenhang und Verlauf der sinnlichen Tatsachen hält, von dieser besonderen Anwendung loslösen, aber sie in ihrer denkerischen und sonstigen Eigenart festhalten. Sie will über Nichtsinnliches in derselben Art sprechen, wie die Naturwissenschaft über Sinnliches spricht.“[1]


Rechtshistorische Betrachtung

Bei der Stadt ‚Madras‘ in Südostindien gründeten zwei europäische Frauen aus England und Russland im Übergang zum 20. Jahrhundert eine neue Bibliothek für okkulte Literatur. Sie hatten die Absicht, das Phänomen ‚Gott‘ theo-sophisch erforschen zu lassen, wie es vor der europäischen Aufklärung allgemein üblich war. Die von Helene Petrowna Blavatsky, geb. von Hahn (1831 – 1891), im Jahr 1875 in New York gegründete „Theosophische Gesellschaft“ weckte das indische Selbstvertrauen und die uralte indische Geistigkeit durch die neue Form einer traditionellen Weisheitsschule wieder auf.

Die Bibliothek von Adyar wurde von Annie Besant, geb. Wood (1847 – 1933), weiter aufgebaut und geführt. Der südindische Brahmane Jiddu Krishnamurti wurde als „Erleuchteter“ von der Britin verehrt und gefördert. Adyar war damit faktisch zu einem Ashram geworden. Damit war die Toleranzgrenze des österreichischen Berufsphilosophen und theosophischen Mitglieds Rudolf Steiner erreicht. Er trat im Jahr 1913 aus der deutschen Theosophischen Gesellschaft wieder aus und gründete zusammen mit seinen Anhängerinnen und Anhängern die Anthroposophische Gesellschaft. Deren eigene Weisheitsschule wurde in der Schweiz in Dornach gebaut. Sie heißt „Goetheanum“ und steht heute unter Denkmalschutz. Die Wege zur Weisheit sind im Osten und im Westen wohl verschieden. Die gesuchte Weisheit aller Philo-sophinnen und Philo-sophen der Erde dürfte jedoch die gleiche sein …


Fußnoten

  1. Rudolf Steiner, Die Geheimwissenschaft im Umriss, Charakter der Geheimwissenschaft, Seite 34 – 36, Ausgewählte Werke Band 5, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1985; Lizenzausgabe mit Genehmigung der Rudolf-Steiner-Nachlassverwaltung, Dornach/Schweiz 1977

Siehe auch

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