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Höchstzahlverfahren d’Hondt

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Das in West-Deutschland neu eingeführte Bundestagswahlrecht wurde bestimmt durch das Zwei-Stimmen-System, die Fünfprozentsperrklausel, die Möglichkeit zur Briefwahl und das d’Hondtsche Höchstzahlverfahren. Es wurde als Wahlgesetz im Jahr 1956 vom Bundestag selbst beschlossen und später nur noch wenig verändert. Die Unterscheidung von Erst- und Zweitstimme dient bis heute der möglichen getrennten Wahl („Splitting“) von Wahlkreisbewerber/in und Landesliste einer bestimmten Politischen Partei. Alle Landeslisten, die keine 5 % der Wählerstimmen erreichen, scheiden aus. Diese Wählerstimmen zählen nicht. Dies geschieht, um die Funktionsfähigkeit des Bundesparlaments durch weitgehende parteipolitische Geschlossenheit zu sichern. Das deutsche Wahlrecht ist ein Verhältniswahlrecht, weil das im Wahlkreis direkt errungene Mandat von den errechneten Landeslistensitzen wieder abgezogen wird. Deshalb ist die Zweitstimme für die spätere Sitzverteilung im Deutschen Bundestag entscheidend.

In allen deutschen Bundestagswahlkreisen sind jeweils diejenigen gewählt, die vor Ort die meisten Erststimmen auf sich vereinigen können. Sie haben „ihr“ Direktmandat gewonnen. Im Deutschen Bundestag sitzen daher immer so viele Direktgewählte sicher, wie es Bundestagswahlkreise in Deutschland gibt. Die Zweitstimmen können mit Hilfe des Höchstzahlverfahrens des belgischen Mathematikers d’Hondt aus dem 20. Jahrhundert zu den restlichen Abgeordneten für das deutsche Bundesparlament führen. Für jede an der Wahl teilnehmende Politische Partei werden ihre Zweitstimmen landesweit addiert. Nur diejenigen Parteien mit mindesten fünf Prozent der Stimmen im Gliedstaat nehmen am weiteren Berechnungsverfahren teil. Die Anzahl der Listenmandate und der möglichen Überhangmandate ergibt sich beim Höchstzahlverfahren durch serielles Teilen der jeweiligen Gesamtstimmenzahlen durch 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, usw. Die Teilungsergebnisse werden interparteilich verglichen und entsprechend ihrer Größe absteigend solange als Listenmandate vergeben, bis die doppelte Anzahl im Vergleich zur Direktmandatszahl erreicht ist. Von den auf diese Weise errechneten parteilichen Listenmandaten werden die Direktmandate pro Partei wieder abgezogen. Demnach rücken die jeweiligen Listenersten auf die leeren Plätze der erreichten Landesmandate pro Politischer Partei. Diejenigen Direktmandate, die die Anzahl der errechneten parteilichen Listenmandate übersteigen oder die von ausgeschiedenen Parteien gewonnen wurden, zählen als Überhangmandate und erhöhen die Zahl der Bundestagsabgeordneten über das Doppelte der Wahlkreiszahl in Deutschland hinaus.

In der Legislaturperiode von 1976 bis 1980 bestand der Deutsche Bundestag aus 518 Abgeordneten einschließlich Westberlins. Eine starke zahlenmäßige Aufblähung des Deutschen Bundestages verbessert seine legislative Leistung nicht, erhöht jedoch die Personal- und Reisekosten erheblich. Eine intelligente Wahlrechtsreform kann hier Abhilfe schaffen.


Siehe auch

De flag.png Den Begriff Höchstzahlverfahren UND d'Hondt im deutschen juristischen Web finden
International.png Den Begriff Höchstzahlverfahren OR d'Hondt im weltweiten juristischen Web finden