Willkommen auf JurisPedia! Sie sind dazu eingeladen, ein Benutzerkonto einzurichten und zu teilzunehmen. Sie dürfen dafür neue Beiträge schreiben oder bearbeiten, oder die Suchemaschine im Recht Ihres Landes verbessern. Nutzer sollten die Lizenzbestimmungen lesen.
Es gibt zur Zeit 14.846 in ständiger Konstruktion …

Gruppenzugehörigkeitsmerkmal (de)

aus jurispedia, das gemainsame Recht
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Beitrag ist ein Entwurf betreffend das deutsche Recht. Ihr könnt Eure juristischen Kenntnisse durch Bearbeitung mitteilen. Ihr könnt auch die Suchemaschine benutzen… '
'
Suche im deutschen Recht De flag.png
Google Custom Search

Deutschland > Öffentliches Recht > Personengruppe
De flag.png



u.a.


Rechtssoziologische Betrachtung

„Besonders verbreitet zu sein scheint als Symptom der Ich-Schwäche, die Anlehnung an Gruppenüberzeugungen und die Delegation von Ich-Funktionen an Gruppen. Hier sind es vor allem auch, neben anderen Artikulationen der Subkultur, die Jugendreligionen, die gezielt auf die durch Ich-Schwäche verursachte überstarke Bedürftigkeit nach Orientierung und orientierenden Antworten eingehen und mit Patentantworten und Gruppengeborgenheit die Ich-Schwäche erträglich machen.

Es wäre nun falsch, solche Bestrebungen pubertierender oder – mehr noch – junger Menschen im Reifestadium der Adoleszenz, negativ zu werten oder gar als neurotisch zu etikettieren. Sie sind ‚normal‘. Das meint, dass unsere gesellschaftliche Umwelt Orientierungen und damit eine Ich-Stärke anfordert, die noch garnicht entwickelt werden konnten. So übernehmen Gruppierungen von Jugendlichen durchaus legitime Ich-Funktionen. Hier haben Rockerbanden und Studentenverbindungen, Klassencliquen und Jugendbünde ihr relatives Recht.

Problematisch jedoch wird solche Bindung, wenn die Institution selbst nicht dazu angelegt ist, das Ich-Defizit zu beheben, sondern eher, es zu verewiglichen und den Jugendlichen in eine Art Dauerabhängigkeit (etwa über religiöse Motivation) zu bringen sucht. Eine solche Gruppe, die sich so unentbehrlich macht, aus der ein junger Mensch nicht sanktionslos wieder herauswachsen kann, ist in der Tat gefährlich, weil sie entwicklungsbedingte Ich-Schwäche zu einem Dauerzustand macht. Damit aber wird es dem heranreifenden Menschen kaum mehr möglich sein, in ‚freier Wildbahn‘ mit den auf ihn zukommenden Konflikten zu leben. Er benötigt die Gruppe als seine Heimat, als Rückzugsgebiet, als Fluchtareal vor den Missbilden der gesellschaftlichen Ansprüche in der Welt der Erwachsenen. Solche durch Gruppenzugehörigkeit fixierte Unreife ist jedoch keineswegs nur auf ‚Jugendreligionen‘ beschränkt. Ich begegnete ihr bei jungen SED-Mitgliedern ebenso wie bei Angehörigen katholischer Orden …“[1]


Fußnoten

  1. Rupert Lay, Krisen und Konflikte, Seite 276-277, Wirtschaftsverlag Langen-Müller/Herbig, München 1980


Siehe auch

De flag.png Den Begriff Gruppenzugehörigkeit UND Merkmal im deutschen juristischen Web finden