Willkommen auf JurisPedia! Sie sind dazu eingeladen, ein Benutzerkonto einzurichten und zu teilzunehmen. Sie dürfen dafür neue Beiträge schreiben oder bearbeiten, oder die Suchemaschine im Recht Ihres Landes verbessern. Nutzer sollten die Lizenzbestimmungen lesen.
Es gibt zur Zeit 14.972 in ständiger Konstruktion …

Karmaerkenntnis

aus jurispedia, das gemainsame Recht
(Weitergeleitet von Gnosis)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel ist ein Entwurf für ein Rechtsthema. Ihr könnt mit Bearbeitung Inhalte einfügen oder ändern. Ihr könnt auch die Suchmaschine benutzen…

Suche im Recht weltweit 20px-International.png
Google Custom Search

Hauptseite > Religionsrecht > Geistlichkeit > Erkenntnis > Mysterienspiel
International.png


Der religionsrechtliche Begriff ‚Gnosis‘ stammt aus der griechischen Sprache und bedeutet Erkenntnis. Gemeint ist damit jedoch die unaufgeklärte menschliche Erkenntnis, die ein inneres Schauen oder individuelles Einswerden mit dem Erkannten des "Karma", d.h. die religiöse Erfahrung eines Mystikers oder einer Mystikerin miteinschließt. Die Heilige Hildegard von Bingen war eine solche Mystikerin innerhalb des Christentums in Deutschland.

Eine moderne, wissenschaftliche Bezeichnung für diese Erkenntnisart hat Immanuel Kant mit seinen rechtsphilosophischen Begriffen ermöglicht: synthetische Erkenntnis a priori.

Eine besser verständliche Beschreibung von "Gnosis" in deutscher Wissenschaftssprache ist 'Prozess und/oder Funktion des menschlichen Erkennens in ästhetischer Erfahrung'.

Einen sehr alten Text der nichtgriechischen „Gnosis“ stellt das keilschriftlich überlieferte Gilgamesch-Epos dar.


Sozialphilosophische Betrachtung

In seinem Werk „Die Schwelle der geistigen Welt“ aus dem Jahr 1913 hinterließ der naturwissenschaftlich gebildete, österreichische Sozialphilosoph Dr. Rudolf Steiner (1861 – 1925) eine relativ neuzeitliche Selbstbeobachtung der alten schamanistischen Gnosis als Erkenntnisweg. Er selbst betrachtete sich wohl als Gnostiker, was auch durch seinen Zeitschriftentitel „Lucifer-Gnosis“ zwischen den Jahren 1903 und 1908 dokumentiert ist.

Das menschliche Bewusstsein kann in seinem eigenen inneren Seelenwesen ab der Pubertät einen inneren Kern entdecken, der in der Regel selbständig wesenhaft bleibt gegenüber allem Erleben zwischen Geburt und Tod. Das individuelle Bewusstsein lernt so sein untergründiges Wesen kennen, als dessen Geschöpf es sich selber fühlen muss. Die individuelle Seele lernt das Heranreifen einer in ihr sich befindenden geistigen Wesenheit empfinden, die sich den Einflüssen des bewussten Lebens entzieht. Rudolf Steiner vergleicht diese Selbstbeobachtung mit der Pflanzenwelt: Der Pflanzenkeim verhält sich zu der Gesamtheit der Pflanze, zu der er sich später entwickelt, wie der Geist eines Menschen im individuellen menschlichen Körper. Das menschliche Selbstbewusstsein wäre demnach – im Vergleich zum Tier – pflanzenähnlich. Im unsichtbaren Menschenwesen verfließen also theoretisch die Artgrenzen zwischen Pflanzen und Tieren. Der Mensch gehört demnach irgendwie zu beiden Welten.

Das übersinnliche Bewusstsein des Menschen kann lernen, in diesen Vorgang der individuellen Kernbildung unterzutauchen. Bilderhaft, wesenhaft, wie wenn es sich als Eigenwesen offenbaren wollte, taucht aus den Seelenfluten ein zweites Selbst auf, das dem Wesen, das man vorher als sein Selbst angesprochen hat, wie selbständig, übergeordnet erscheint. Wenn beim Erwachsenwerden alles gut geht, fließt das neu entdeckte Selbst mit dem alten, inspirierten, übergeordneten harmonisch zusammen. Disharmonie bedeutet hier fallbezogen eine psychische Störung oder gar eine Geisteskrankheit. Es bedarf der ständigen Seelenstärkung, um sich aufrechtzuerhalten in der Begegnung mit der geistigen Wesenheit, die man in einem höheren Sinne selber ist. Sie bleibt stets außerhalb dessen stehen, was man in der sinnlichen Welt notwendig als sein Selbst erfühlen muss.

Auch wenn die menschliche Seele noch nichts weiß von der Inspiration durch ihr anderes Selbst, so ist diese Inspiration trotzdem in den Seelentiefen jedes individuellen Menschen mehr oder weniger vorhanden. Diese innere Kraft führt den Menschen zu wichtigen Entscheidungen für sein individuelles Leben. Sie geht also unsichtbar neben dem Selbst her, das zwischen Geburt und Tod seine Lebensbedingungen hat. Sie gestaltet so das menschliche Leben mit allem, was Erfreuliches, Erhebendes, Schmerzvolles in dieses Leben von außen einbricht. Das übersinnliche Bewusstsein des Individuums lernt in der Verschmelzung mit dieser unterbewussten Kraft zu seinem Lebensschicksal „Ich“ zu sagen: das Karma wurde (an)erkannt.

Quelle: Rudolf Steiner, Die Schwelle der geistigen Welt, Aphoristische Ausführungen: Von den wiederholten Erdenleben und vom Karma, Von dem astralischen Leib des Menschen und von der geistigen Welt, Von ahrimanischen Wesenheiten; Rudolf Steiner Verlag, Dornach / Schweiz 1972

--> Hermetische Literatur


Siehe auch

International.png Den Begriff Gnosis im weltweiten juristischen Web finden
Fr flag.png Den Begriff gnose im französischen juristischen Web finden (gnose in Deutsch)
Be flag.png Den Begriff gnose im belgischen juristischen Web finden
Lu flag.png Den Begriff gnose im luxemburgischen juristischen Web finden
Ch flag.png Den Begriff gnose im schweizerischen juristischen Web finden
Eu flag.png Den Begriff gnose im juristischen Web der Europäischen Union finden
At flag.png Den Begriff Gnosis im österreichischen juristischen Web finden
At flag.png Den Begriff Karmaerkenntnis im österreichischen juristischen Web finden
Ch flag.png Den Begriff Karmaerkenntnis im schweizerischen juristischen Web finden
De flag.png Den Begriff Karmaerkenntnis im deutschen juristischen Web finden

In anderen Sprachen