Willkommen auf JurisPedia! Sie sind dazu eingeladen, ein Benutzerkonto einzurichten und zu teilzunehmen. Sie dürfen dafür neue Beiträge schreiben oder bearbeiten, oder die Suchemaschine im Recht Ihres Landes verbessern. Nutzer sollten die Lizenzbestimmungen lesen.
Es gibt zur Zeit 15.417 in ständiger Konstruktion …

Gleichberechtigungsgesetz (de)

aus jurispedia, das gemainsame Recht
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Beitrag ist ein Entwurf betreffend das deutsche Recht. Ihr könnt Eure juristischen Kenntnisse durch Bearbeitung mitteilen. Ihr könnt auch die Suchemaschine benutzen… '
'
Suche im deutschen Recht De flag.png
Google Custom Search

Deutschland > Öffentliches Recht > Verwaltungsrecht > Gleichstellung
De flag.png


Das Gleichberechtigungsgesetz wurde vom Deutschen Bundestag am 18. Juni 1957 erlassen und trat zum 01.01.1958 in Kraft. Es beendete die jahrhundertelang bestehende rechtliche Dominanz des Ehemannes über seine Frau, d.h. das uralte Recht des "pater familias" wurde in Deutschland damit gesetzlich abgeschafft. Dies war ein Ergebnis der Europäischen Aufklärung und der verlorenen Weltkriege der männlichen Soldaten.

Der Artikel 3 des Deutschen Grundgesetzes stellte bekanntlich schon im Jahr 1949 die deutschen Frauen den deutschen Männern rechtlich gleich. Gemäß Art. 117 Abs. 1 GG hatten die deutschen Landesgesetzgeber noch eine Übergangsfrist bis zum 31. März 1953, um die bestehenden Diskriminierungstatbestände aus dem römisch-rechtlichen Patriarchat abzuschaffen. Aus gegebenem Anlass erließ der deutsche Bundesgesetzgeber am 18.06.1957 das Gleichberechtigungsgesetz, das die bescheidene Lage der deutschen Frauen weiter verbesserte.

Damals wurde § 1356 BGB neu gefasst und lautete dann:

(1) Die Frau führt den Haushalt in eigener Verantwortung. Sie ist berechtigt, erwerbstätig zu sein, soweit dies mit ihren Pflichten in Ehe und Familie vereinbar ist.

(2) Jeder Ehegatte ist verpflichtet, im Beruf oder Geschäft des anderen Ehegatten mitzuarbeiten, soweit dies nach den Verhältnissen, in denen die Ehegatten leben, üblich ist.

Die Unterhaltsverpflichtungsnorm § 1360 BGB lautete nun:

Die Ehegatten sind einander verpflichtet, durch ihre Arbeit und mit ihrem Vermögen die Familie angemessen zu unterhalten. Die Frau erfüllt ihre Verpflichtung, durch Arbeit zum Unterhalt der Familie beizutragen, in der Regel durch die Führung des Haushalts.

Und der Familienvorstand wurde damals neu geregelt durch die §§ 1627, 1628, 1629 BGB:

Die Eltern haben die elterliche Gewalt in eigener Verantwortung und in gegenseitigem Einvernehmen zum Wohle des Kindes auszuüben. Bei Meinungsverschiedenheiten müssen sie versuchen, sich zu einigen.

Können sich die Eltern nicht einigen, so entscheidet der Vater; er hat auf die Auffassung der Mutter Rücksicht zu nehmen.

Die Vertretung des Kindes steht dem Vater zu; die Mutter vertritt das Kind, soweit sie die elterliche Gewalt allein ausübt ...

Aber leider konnte erst das Erste Gesetz zur Reform des Ehe- und Familienrechts vom 1. Juli 1977 das patriarchalisch sozialisierte Verhalten der Ehepartner in Westdeutschland auch rechtspraktisch etwas ändern. Die notwendige Integration fremder Religionen und Kulturen bringt jedoch neue Gleichstellungsprobleme mit sich.

Nach der Deutschen Wiedervereinigung 1989 kamen zahlreiche sozialistisch sozialisierte Frauen und Männer nach Westdeutschland und durchmischten sich mit der hier ansässigen Bevölkerung. Dies führte zu neuen gesellschaftlichen Konflikten zwischen den Geschlechtern.


Siehe auch

De flag.png Den Begriff Gleichberechtigungsgesetz im deutschen juristischen Web finden