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Gesellschaftliche Handlungsfreiheit

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Der Begriff der gesellschaftlichen Handlungsfreiheit in einem Staat bezeichnet nicht die individuelle Handlungsfreiheit der einzelnen Bürgerin oder des einzelnen Bürgers (= "Freies Elektron"), sondern die jeweils fallbezogene, d.h. relative Handlungsfreiheit in einem sozialen System.

Ob das jeweilige soziale System eine Familie, eine Arbeitsgemeinschaft, eine Genossenschaft, ein Kranken- und/oder Pflegehaus oder eine Interessengemeinschaft darstellt, macht innerhalb des Staates, der wissenschaftlich betrachtet werden soll, keinen Unterschied. Die gesellschaftliche Handlungsfreiheit bezogen auf einen bestimmten Rechtsraum – z.B. auf einen Staat – kann durch Zahlenwerte zwischen 0 und 100 anschaulich beschrieben werden. Eine Handlungsfreiheit mit dem Wert 0 bedeutet hierbei, dass das soziale System dem einzelnen Menschen darin keinerlei Handlungsfreiheit bietet (= Matrix, nach dem gleichnamigen Kultfilm). Es herrscht faktisch Determinismus.

Eine Handlungsfreiheit mit dem Wert 100 bedeutet völlige Willkürherrschaft für alle und stellt daher in der sozialen Realität eine Illusion dar. Die tatsächlich gelebte gesellschaftliche Handlungsfreiheit kann als eine Norm eines bestimmten Rechtsraumes durch Zahlenwerte zwischen 0 und 100 qualitativ und statistisch beschrieben werden. Der Vergleich zwischen den einzelnen Staaten als unterschiedliche Rechtsräume erzeugt einen interessanten Wettbewerb um die höchste gesellschaftliche Handlungsfreiheit als Qualitätsmaßstab von Staaten. Der Staat mit dem höchsten statistischen Wert für die gesellschaftliche Handlungsfreiheit bietet seinem Staatsvolk die höchste Lebensqualität, d.h. er ist ästhetisch.

Die gesellschaftliche Handlungsfreiheit lässt sich statistisch berechnen durch das Produkt aus der jeweiligen Rechtssicherheit im Staat und dem Quotienten der Willkür der beiden betrachteten handelnden Personen (= Streitparteien).


Inhaltsverzeichnis

Nationale Lösungen


Relativitätstheorie der Freiheit

Erkennt eine gebildete Frau in der Kantischen Rechtsdefinition „das Recht ist also der Inbegriff der Bedingungen, unter denen die Willkür des einen mit der Willkür des andern nach einem allgemeinen Gesetze der Freiheit zusammen vereinigt werden kann“ eine mathematische Textaufgabe, dann kann sie eine mathematische Gleichung daraus bilden. Dazu analysiert sie mit Hilfe der Analyse der Philosophie vier Größen aus der deutschen Textform heraus. Es sind dies Recht, Willkür A, Willkür B und Freiheit.

Die logische Gesetzmäßigkeit, die in der Sprachschöpfung Kants zur Zeit der Französischen Revolution versteckt zu sein scheint, setzt Recht mit dem Ausdruck „Inbegriff der Bedingungen“ gleich: „das Recht ist also der Inbegriff der Bedingungen“. Diese Bedingungen werden wiederum kausal vorausgesetzt für ein Verhältnis bzw. eine Beziehung zwischen der Willkür A mit der Willkür B: „Bedingungen, unter denen die Willkür des einen mit der Willkür des andern“. Die beiden Willküren werden „nach einem allgemeinen Gesetze der Freiheit zusammen vereinigt“. Gemäß der unter Juristen bekannten juristischen Auslegung gemäß der Europäischen Aufklärung ging es Kant um die von der jeweiligen persönlichen Religionszugehörigkeit unabhängige Handlungsfreiheit der beiden betrachteten natürlichen oder juristischen Personen.

In der Mathematik wird ein Verhältnis von Zahlen durch einen Quotienten dargestellt. Wenn also Willkür A durch Willkür B dividiert wird, entsteht ein Bruch. Die Vereinigung von Zahlen könnte mathematisch durch eine Multiplikation dargestellt werden. So ergibt sich als analytische Forschungsthese der Philosophie die mathematische Gleichung für die untersuchte gesellschaftliche Handlungsfreiheit (HF) als Produkt aus dem in dieser Gesellschaft herrschenden Recht (R) und dem Quotienten aus Willkür A (WA) geteilt durch Willkür B (WB) zweier in der betrachteten Gesellschaft lebenden Personen. Dieser Quotient kann auch als Freiheitsgrad der Beziehung zwischen Person A und Person B definiert und als Kommazahl angegeben werden.

Die Handlungsfreiheit HF soll abstrakt als ein Faktor zwischen 0 und 100 definiert werden. Der Nullpunkt markiert die völlige Unfreiheit des Handelnden, seine tierartige Instinktgebundenheit oder die maschinenartige Fremdsteuerung durch Manipulierende. Bei HF = 0 endet demnach das Menschsein im soziologischen und rechtsphilosophischen Sinn. Es ist ein absoluter Nullpunkt wie bei der Temperaturmessung. Die Lehre des Determinismus vertritt diese Position, indem sie dem Menschenwesen – aus Gott spielender Sicht - die Handlungsfreiheit abspricht und alles, was es tut, auf seine Körpervorgänge zurückführt. Bei HF = 100 würde dagegen die völlige Willkürherrschaft walten, eine Freiheit, die in einer Demokratie nur einem göttlichen Wesen gestattet werden darf, weil sie ein reines Ideal ist. Die bisherige Rechtsgeschichte von Kämpfen und Kriegen erlaubt es, diese (weibliche) Erkenntnis als Wahrheit zu bezeichnen.

Die Handlungswirklichkeit der Menschen findet im Bereich 100 > HF > 0 statt. Sowohl für die selbst beurteilte als auch für die fremd beurteilte Handlungsfreiheit – zwischen Paaren oder in Arbeitsbeziehungen – können psychologische Skalen erstellt werden. Durch wissenschaftliche Umfragen können statistische Mittelwerte für die Menschen einer bestimmten Gesellschaft erhoben werden. Dadurch bekäme die jeweilige Regierung des untersuchten Staates einen Vergleichsfaktor an die Hand, um das jeweilige Mittelmaß der individuellen Freiheit als Qualität erkennen zu können, mit der die Bürgerschaft in einzelnen Regionen des Staates subjektiv und/oder objektiv leben darf/muss. Dieser Vergleichsfaktor könnte allmählich zu einem Qualitätskriterium werden, das für freiheitsliebende Bürgerinnen und/oder Bürger den Ausschlag gibt, sich zugunsten der größeren persönlichen Freiheit in eine andere Region ihres Staates zu begeben. Für die schlechter bewerteten Regionen kann der Vergleichsfaktor ein Anreiz zur Kommunal- und/oder Landesreform sein.

Die Allgemeine Handlungsfreiheit in der mathematischen Gleichung HF = R x WA/WB ist als ein statistischer Mittelwert zu betrachten, der nicht die individuelle Handlungsfreiheit des Einzelnen markiert, sondern eine fallbezogene mittlere Handlungsfreiheit für alle systemtheoretisch Betroffenen der untersuchten Region.

Das Recht R kann durch eine Ordnungszahl ohne Maßeinheit dargestellt werden. Sie beschreibt das gültige Recht als zeit- und ortsabhängige Stärke. Es sind auch negative Zahlen bei Unrecht und Zahlen über 100 für fiktive Idealzustände vorstellbar. Als vergleichbare Skala kann die Temperaturmessung aus der Physik vorgestellt werden, wenn sie für Wasser angewandt wird. Denn bei Wassertemperaturen unter dem Nullpunkt und über 100 ändert sich der Aggregatzustand der zu messenden Materie. Eine Maßeinheit für Recht soll nicht eingeführt werden, da sie keinen Forschungsvorteil bringt.

Die beiden Willküren, die zueinander als Bruch ins Verhältnis gesetzt werden, stellen die hierarchische Beziehung zweier betrachteter Personen A und B dar. Ihre Beziehung soll formaler, das heißt rein rechtlicher Art sein. Zwei häufige Beziehungsarten sind die Arbeitsbeziehung zwischen Vorgesetztem und seinem Mitarbeiter und die familiäre Beziehung des Vaters zum eigenen Kind. Als Person A („Zähler“) steht immer der hierarchisch höher stehende Mensch. Gemäß Immanuel Kants Rechtsphilosophie kann die Vater-Kind-Beziehung als soziales Faktum oder soziale Anschauung a priori bezeichnet werden. Dies gilt jedoch nur dann, wenn innerhalb der Gesellschaft ein rechtlicher Rahmen existiert, der die Ehe als Rechtsinstitut definiert und garantiert. Nur dann wird der Kindsvater automatisch in eine übergeordnete Rechtsbeziehung zu dem von seiner Ehefrau geborenen Kind gestellt. Dabei ist es zunächst juristisch unerheblich, wer der biologische Vater des Kindes B ist.

Die Person B kann im Laufe ihres Lebens die anfängliche Unterordnung verlassen („Pubertät“) und selbst zum Übergeordneten werden („Karriere“). Die Willkür eines Menschen als Ausdruck seiner aktiven Lebenskraft bzw. Willens- oder Handlungsenergie soll hier ebenfalls durch einen Faktor zwischen 0 und 100 beschrieben werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Handlungen durch Neigung, Lust, Trieb, Vorsatz und/oder Vernunft bestimmt werden. Dies soll hier nicht bewertet werden. Das Ziel dieser Betrachtung ist eine naturwissenschaftlich-mathematische Beschreibung der Beziehungsverhältnisse. Eine Willkür des Faktors 0 steht dann für Totgeburt oder frühen Kindstod. Eine Willkür des Faktors 100 stellt den irdischen Höchstwert dar und beschreibt somit einen „Riesen“, Halbgott, Übermenschen, Spitzenathleten, Tyrannen oder „Christus“. Der Bruch WA/WB beschreibt die hierarchische Beziehung zwischen A und B als Kräfteverhältniszahl oder Hierarchiefaktor. Dieser Faktor wird in der graphischen Darstellung auf der x-Achse (Abszissenachse) eines kartesischen Koordinatensystems abgelesen.

Mit der Methode der kontrafaktischen Variation zur „synthetischen Erkenntnis a priori“ nach Immanuel Kant soll ein naturgesetzlicher Nachweis über die weder empirisch noch analytisch wahrnehmbare kausale Menschenbeziehung geführt werden. Die Willensbeziehungen zwischen Menschen können weder durch Beobachtung noch analytisch im Gespräch als kausale Beziehungen oder Abhängigkeiten wahrgenommen werden. Alle für einen Rechtsstaat arbeitenden Juristinnen und Juristen wissen das, denn die zulässigen Beweismittel vor Gericht sind streng gesetzlich geregelt. Mit Hilfe der mathematischen Gleichung über die Allgemeine Handlungsfreiheit sollen die Willensverhältnisse der beiden Versuchspersonen A und B in formale Beziehung zum geltenden Recht gebracht werden, damit ihre relative Handlungsfreiheit zueinander geometrisch darstellbar wird. Durch kontrafaktische Variationen der einzelnen Größen der Gleichung kann das praktische soziale Leben mit den jeweiligen Rechenergebnissen verglichen werden. Methodisch werden naturwissenschaftliche Hypothesen durch standardisierte Sinneseindrücke wie Messen, Zählen und Wägen überprüft. Dies geschieht in der Regel mit Hilfe einer technisch-naturwissenschaftlichen Versuchsanordnung. Beim Nachweisversuch der Relativitätstheorie der Freiheit ist die Versuchsanordnung rein abstrakt. Die kontrafaktischen Variationen werden im eigenen Denken durchgeführt und die eigenen Ergebnisse werden mit dem jeweils eigenen Wissen verglichen. Wenn dann irgendwann alle rational Denkenden auf diesem inneren Versuchsweg zum gleichen bekanntgegebenen Ergebnis kommen, dann kann die Theorie als bewiesen gelten. Der/die Wissenschaftler/in ist in dieser Versuchsanordnung gleichzeitig seine/ihre eigene Versuchsperson. Die Gleichung wird durch Einsetzen von unterschiedlichen Variablenwerten auf ihre Richtigkeit getestet. Die Rechenergebnisse werden in einer möglichst großen Forschungsgemeinschaft diskutiert und verglichen. Wenn es gelänge, dieses Verfahren eines Tages als richtig anzuerkennen, dann hätte Immanuel Kant mit seiner „synthetischen Erkenntnis a priori“ ein fehlendes Teil einer umfassenden philosophischen Sicht der Welt gefunden.


Kontrafaktische Variationen als Fallbeispiele

I

Das erzielte Gleichgewicht zwischen Recht und Freiheit wird traditionell als Gerechtigkeit bezeichnet. Es wird in der juristischen Symbolsprache mit der Waage der Justitia dargestellt. Unter Anwendung der Sprachanalyse wird die Gerechtigkeit dann mit der Gleichung HF = R dargestellt, denn ein Größengleichgewicht zwischen Handlungsfreiheit HF und Recht R wird in der Mathematik durch Gleichsetzung (=) dargestellt. Ersetzt man dann in der Gleichung der Allgemeinen Handlungsfreiheit HF = R x WA/WB das Recht R durch HF und kürzt anschließend HF heraus, dann ergibt sich die Gleichung WA = WB. Im Zustand der Gerechtigkeit hätten demnach die Versuchspersonen A und B die gleich große Willkür als inneres Freiheitsgefühl und fühlten sich daher – z.B. vom Richter - gerecht behandelt. Ob das der Vater und sein Kind sind oder der Vorgesetzte und sein Mitarbeiter, macht formal hier keinen Unterschied. Beide Paare bilden im Fall der Gerechtigkeit jeweils ein gleichberechtigtes Willensteam, das kooperiert. Der Quotient der beiden Willküren beträgt als fallbezogener Hierarchie- bzw. Machtfaktor WA/WB = 1. Bei dem hier herrschenden solidarischen Verhalten unter gegenseitiger Beachtung der persönlichen Freiheiten würde gemäß des hier untersuchten Menschennaturgesetzes HF = R x WA/WB „automatisch“ Gerechtigkeit walten. Von diesen „himmlischen“ Zuständen träumen bekanntlich auch heute noch sowohl Juden- als auch Christenführer in ihren monotheistischen Visionen, die die für Frieden notwendige Trennung von Moral und Recht immer noch nicht beachten.


II

Eine Hierarchie oder Rangordnung liegt immer dann vor, wenn die formal übergeordnete Person A mehr Handlungsfreiheit und damit auch eine größere Willkür besitzt als die untergeordnete Person B. Da Sklaverei auf der Erde völkerrechtlich verboten ist, besitzt die Person B zumindest einen kleinen Rest an eigener Willkür, der durch den Faktor 1 hier willkürlich definiert wird. Das Größenverhältnis der beiden betrachteten Willküren könnte daher mathematisch formal beschrieben werden durch WA > WB > 1. Recht ist traditionell eine von jeweiligen Ort (= Rechtsraum) und von der jeweiligen Zeit (= Geltungsdauer) abhängige Größe. In der Rechtspraxis zeigt sich diese Tatsache darin, dass fast jedes Urteil eines obersten Gerichtshofes die geltende Rechtslage im betrachteten Rechtsraum faktisch ändert – relativ unabhängig von der jeweils zuständigen Legislative (= Gewaltenteilung). Der Hierarchiefaktor bei einer individuellen Herrschaft von Person A über Person B ist veränderlich zwischen 100 als festgelegter Obergrenze und 1 als festgelegter Untergrenze (= Mindestfreiheit) und kann formelhaft dargestellt werden als 100 > WA/WB > 1. Das geltende Recht für die betrachteten Größen Raum und Zeit wird als momentan konstant angenommen (= Konstante RAB). Setzt man diese Größenverhältnisse mit der Gleichung für die Allgemeine Handlungsfreiheit in mathematische Beziehung, dann ergibt sich eine geometrische Funktionsgleichung für eine Gerade mit der Steigung R und der Handlungsfreiheit HF als linearer Funktion des Hierarchiefaktors WA/WB. Die graphische Darstellung mit einem kartesischen Koordinatensystem zeigt auf der Abszissenachse (= x-Achse) die Zunahme des Hierarchiefaktors von 0 bis 100. Auf der Ordinatenachse (= y-Achse) steigt die Allgemeine Handlungsfreiheit ebenfalls von 0 bis 100 an. Die mathematische Funktion f (x) beschreibt Geraden, die alle im Nullpunkt des Koordinatensystems entspringen bzw. beginnen und je nach Rechtslage unterschiedlich steil verlaufen. Dabei verlaufen die Geraden für einen hohen Hierarchiefaktor WA/WB und eine niedrige Handlungsfreiheit HF – logischerweise - flacher als die Geraden für einen niedrigen Hierarchiefaktor WA/WB und eine hohe Handlungsfreiheit HF.

An der geometrischen Funktionsdarstellung der unterschiedlichen Rechtsräume kann klar erkannt werden, dass erst durch das gesetzliche Verbot von Sklaverei bzw. Leibeigenschaft das angestrebte Ziel einer höchstmöglichen menschenrechtlichen Handlungsfreiheit (HF = 100) für den betrachteten Rechtsraum prinzipiell möglich wird. Denn je größer die Differenz der beiden betrachteten Willküren von Person A und Person B ist, desto größer ist auch der Hierarchiefaktor WA/WB. Es ist eine lineare Funktion. Wenn für die Willkür von Person B ein Wert kleiner als 1 zugelassen wäre, dann würden mathematische Abbrüche (Bruch mit einem Nenner kleiner als 1) in der Geraden entstehen. Diese mathematische Erkenntnis kann geometrisch bzw. graphisch gut anschaulich gemacht werden. Im reinen abstrakten Denken gelingt diese Erkenntnis meist nicht.

Ein Fallbeispiel aus der gewohnheitsrechtlichen Herrschaft über Leben und Tod kann die hier aufgestellten Thesen deutlicher machen. Bei der willkürlichen Tötung eines Sklaven durch den Herrn wäre der Hierarchiefaktor unendlich, denn WB wäre am Nullpunkt angekommen. Bekanntlich sind Brüche mit dem Nenner null unendlich groß. Innerhalb von hierarchischen Systemen muss demnach die Allgemeine Handlungsfreiheit nach unten abnehmen, wenn das geltende Recht vor Ort unverändert bzw. konservativ bleiben soll. In den Armeen der Menschheit versuchen die Oberbefehlshaber daher seit Entstehen der Kriegskunst, die sogenannte „Fahnenflucht“ als Äußerung der Willkür des einfachen Soldaten durch die Androhung der Todesstrafe zu verhindern. Ohne dieses berufsrechtlicheStandrecht“ würde das militärische Befehlssystem regelmäßig bei Todesgefahr durch den Überlebenstrieb der Soldaten außer Funktion gesetzt werden. Mathematisch wird dieses Verhältnis als eine umgekehrte Proportionalität bezeichnet. Das Recht ist dann umgekehrt proportional zum Hierarchiefaktor, wenn vorübergehend die Allgemeine Handlungsfreiheit eine Konstante ist. Dies ist in einem kriegsrechtlich geordneten Gefecht immer der Fall. Als Formeldarstellung gilt dann R x WA = HF(konstant) x WB.

Diese Formeldarstellung kann erklären, warum immer, wenn die staatliche Macht an hierarchische politische Systeme fällt, in der Folge das Recht sich zwangsläufig zu Unrecht wandelt. Es tritt dann nach und nach der vorrechtliche Naturzustand des Menschenwesens wieder hervor und setzt sich allmählich im Staat oder in Teilen des Staates durch. Eine Abflachung der bestehenden Hierarchien bis zu einem optimalen Organisationsgrad könnte dagegen zu mehr Handlungsfreiheit für alle am Herrschaftssystem Beteiligten - im Mittelwert – führen. Denn bei einer fiktiv als konstant angenommenen Rechtsordnung verhält sich der Hierarchiefaktor zu der Allgemeinen Handlungsfreiheit proportional. Als Formeldarstellung gilt dann R(konstant) x WA = HF x WB. Der natürliche Freiheitsdrang der Menschen stimuliert innerhalb von politischen und sozialen Bewegungen regelmäßig die angestrebte Abflachung der als zu steil empfundenen herrschenden Hierarchie. Dieses natürliche Phänomen lässt dann im Rechtsstaat die erwünschten Statuten- und/oder Gesetzesänderungen den zuvor ordnungsgemäß politisch beschlossenen Reformschritten folgen. Auf diese schön geregelte Weise ist ein evolutionärer sozialer Prozess möglich, der eine weitere anarchistische oder militärische Revolution vermeiden hilft.


III

Unter einer Revolution verstehen wir im Allgemeinen die plötzliche Umkehrung der herrschenden Machtverhältnisse. Während der Pubertät können manche Menschen eine innere und/oder äußere Revolution als hormongesteuerte biologische Vorgänge erleben. Manche Söhne werden nun körperlich stärker als ihre Väter, manche Töchter werden attraktiver als ihre Mütter. Diese drohenden Hierarchieveränderungen führen zu Krisen in den Familien. Kinder werden auf die eine oder andere Art selbstbewusst und probieren sich in der Gesellschaft aus. Gesellschaftlich betrachtet hat jetzt eine Person A weniger Handlungsfreiheit gegenüber der ihr bisher untergeordneten Person B. Dadurch wird ihre Willkür ungewollt verändert. Als Formeldarstellung gilt 0 < WA < 1 < WB. Setzt man während der Revolution das geltende Recht fiktiv als Konstante, dann wird der Hierarchiefaktor WA/WB veränderlich zwischen 0 und 1. Als Formeldarstellung gilt 0 < WA/WB < 1. Unter solchen sozialen Bedingungen von gewaltsamen Jugendrevolten gilt für die Allgemeine Handlungsfreiheit der betrachteten Gesellschaft 0 < HF < R(konstant). Nun stellt das geltende Recht für die Allgemeine Handlungsfreiheit einen oberen Grenzwert dar. So kann es bei fehlender Reformbereitschaft zur Fortschrittsblockade kommen. Demnach kann die natürliche Umkehrung der Hierarchie durch die biologisch Pubertierenden immer eine echte Bedrohung für die herrschende Rechtsordnung bedeuten. Denn nicht immer sind die Familien selbst in der Lage, mit ihren revoltierenden Jugendlichen selbst fertig zu werden. In solchen Extremfällen bedrohen Jugendrevolten – entgegen ihrer eigenen Ziele - die Weitergeltung der Freiheitsgrundrechte im Staat. Eine Umsturzgefahr entsteht demnach im demokratischen Europa zwischen erwachsenen und jugendlichen Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern, nicht mehr zwischen herrschender Klasse und Unterklasse als Klassenkampf. Wenn die neuen freiheitlichen demokratischen Rechtsordnungen erhalten bleiben sollen, dann sollten aufgeklärte erwachsene Staatsbürgerinnen und Staatsbürger ihre eigene Handlungsfreiheit dem Gemeinwohl zuliebe freiwillig einschränken. Denn eine rechtliche Einschränkung der Freiheitsrechte von Jugendlichen – zum Beispiel durch die Einführung von Schuluniformen oder von Kopftuch- und Minirockverboten für Schülerinnen – wäre wohl der falsche, konservative Weg.


Fazit

In der „Metaphysik der Sitten“ von Immanuel Kant aus dem Jahr 1797 steht der Aussagesatz „Freiheit ist dieses einzige, ursprüngliche, jedem Menschen, kraft seiner Menschheit, zustehende Recht“ als ein früher Definitionsversuch für die allgemeinen Menschenrechte. Der erste nationalstaatliche, d.h. säkular begründete Einführungsversuch durch die französische Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte als „Thesenanschlag“ in Paris fand bekanntlich nach der Abschaffung des französischen Königtums mit dem Dekret vom 21.09.1792 durch den Nationalkonvent statt. Doch schon im Jahr 1804 wurde Napoleon Bonaparte in der Kirche „Notre-Dame“ im altrömischen Stil zum neuen Westkaiser gekrönt. Eine neue europäische Dynastie aus Korsika wurde somit vorübergehend begründet. Der Wettbewerb zwischen Wien und Paris um die Macht in Europa führte in der Folge zu zahlreichen tödlichen Kriegen. Genauso verlief der Konflikt in den neu vereinigten Staaten von Amerika, deren politische Anführer sich in ihrer Unabhängigkeitserklärung vom 04.07.1776 ebenfalls auf allgemeine Menschenrechte beriefen.

Die vorstehend erklärte geometrische Darstellung von Rechtsräumen in kartesischen Koordinatensystemen kann die Rechtsentwicklung mathematisch anschaulich darstellen. So werden die Verhältnisse von Recht, Handlungsfreiheit, Willkür und Gerechtigkeit besser vorstell- und erklärbar. Es sind durch die Zweidimensionalität dieses Modells zwischen der Abszissen- und der Ordinatenachse vier soziale Räume unterscheidbar darzustellen: der real existierende Rechtsraum im Rechtsstaat, der irreale soziale Raum der Phantasie, der ideelle soziale Raum der Utopie und der pathologisch eingebildete Raum, der in der christlichen Soziallehre „Hölle“ genannt wird.


Quelle

Das hier weiterentwickelte rechtssoziologische bzw. formallogische Modell ist erstmals in der Hausarbeit mit dem Titel „Der soziale Beziehungsraum des Menschen“ für das Proseminar zur „Kritik der praktischen Vernunft“ von Immanuel Kant im Sommersemester 2004 beschrieben worden. Der damalige Seminarleiter im Philosophischen Seminar der Universität Tübingen war Professor Dr. Reiner Wimmer aus Konstanz. Er benotete die Hausarbeit mit sehr gut.


Siehe auch

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