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Gegenpapst (va)

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Einführung Heiliges Offizium 1232

Brüderlicher Schlichtungsversuch: Konstanzer Konzil 1414 - 1418


Rechtshistorische Betrachtungen zur Papstwahl

Zu Beginn der christlichen Gemeindebildungen wurde der Papst als oberster absolutistischer Christenführer vom Klerus und vom wahlberechtigten Volk der Stadt Rom gewählt. Seit dem Jahr 1059 sind nur noch die Kardinäle wahlberechtigt. Seit 1274 wird die Konklave zur Papstwahl abgehalten. Eine gültige Papstwahl wird dort mit Zweidrittelmehrheit entschieden.


Religionsphilosophische Betrachtung

Der römische Gegenpapst Nikolaus V. war dank des Römischen Kaisers Ludwig IV., des Bayers (ca. 1283 – 1347), von 1328 bis 1330 im Amt. Er regierte die Vatikanstadt in Italien zeitgleich mit dem Avignoner Papst Johannes XXII. (ca. 1245 – 1334). Wer die Stellvertretung Christi auf Erden mit Recht innehatte, war damals sehr strittig. Der Investiturstreit war auf seinem absolutistischen Höhepunkt.

Im Jahr 1324 war Kaiser Ludwig IV. aus der bayerischen Dynastie „Wittelsbach“ von Papst Johannes XXII. aus Avignon mit dem Kirchenbann bestraft worden. Der französische Papst Johannes XXII. war seit 1310 Bischof von Avignon gewesen. Er war vom König von Neapel zum dortigen Kanzler berufen und dann 1312 von seinem Vorgänger Papst Clemens V. zum Kardinal befördert worden. Im Jahr 1316 wurde er zum neuen Papst gewählt. Er vermischte sein geistliches Amt mit weltlicher Politik in fundamentalistischer Besessenheit und exkommunizierte Kaiser Ludwig IV. aus München 1324 mit absolutistischem Staatskirchenrecht. Dann ließ er sich selbst in Rom rituell zum Römischen Kaiser krönen, was vorübergehend das rechtsmoralische Ende der christlichen Zwei-Schwerter-Lehre, d.h. Gewaltenmonismus oder Kirchendiktatur bedeutet hat. Deshalb durften die treuen Christusgläubigen im Reichsteil von Gegenkaiser Ludwig IV. im nun „Unheiligen Römischen Reich Deutscher Nation“ keine römisch-katholischen Gottesdienste mehr im Namen der Römischen Staatskirche feiern. Noch gab es ja keine passende christliche Alternativorganisation in Deutschland. Dies war dank des „Augsburger Religionsfriedens“ erst 1555 der Fall.

Die „Wittelsbacher“ verloren die deutsche Königswürde nach Ludwigs Unfalltod 1347 an den in Prag residierenden Luxemburger Karl IV. (1316 – 1378). Der besessen geführte Herrschaftsstreit zwischen Römischem Kaiser und “christlichem“ Papst führte in Europa zur geisteswissenschaftlichen Anerkennung der Friedenslehren von Wilhelm von Ockham aus Oxford, Marsiglio dei Mainardini (= Marsilius) aus Padua und Paris und von Meister Eckhart aus Deutschland. Die Europäische Aufklärung bereitete sich unterschwellig vor.

Mögen die Anhängerinnen der schiitischen Glaubensrichtung und die Anhängerinnen der sunnitischen Glaubensrichtung aus dieser rechtshistorischen Katastrophe der "christlichen" Menschheit etwas lernen!


Siehe auch

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