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Friedensvertrag von Utrecht (int)

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Hauptseite > Völkerrecht > Völkervertragsrecht > Spanischer Erbfolgekrieg > Friedensvertrag > Utrecht
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Der spanisch-habsburgische König Karl II. verstarb im Jahr 1700 kinderlos. Er setzte mit letztwilliger Verfügung den französischen Königsenkel Philipp, Herzog von Anjou, als seinen Nachfolger in Spanien ein. Die europäischen Mächte befürchteten damals eine französische Übermacht und begannen den sogenannten Spanischen Erbfolgekrieg, der von 1701 bis zu den Friedensverträgen von Utrecht in den Jahren 1713 und 1714 dauerte. Sowohl in Spanien, Italien, Belgien als auch in Süddeutschland fanden zahlreiche Schlachten gegen die Franzosen statt. Der Französische König Ludwig XIV. wurde zum gemeinsamen Feind der umliegenden Staaten, denn er hatte das Edikt von Nantes im Jahr 1685 widerrufen und stellte deshalb eine fundamentalistische Bedrohung für alle protestantischen Staaten dar.

Die Franzosengegner bildeten ein mächtiges Heerführertrio, bestehend aus dem Engländer John Churchill, Herzog von Marlborough, dem „Niederländer“ Anthony Heinsius und dem „Österreicher“ Prinz Eugen von Savoyen. Drei „Zufälle“ kamen den Franzosen zu Hilfe, so dass ihnen das Schicksal der Kapitulation damals erspart blieb:

1. Im Jahr 1710 wechselte die politische Macht in London von Marlboroughs „Partei“ der Whigs zu den friedenswilligen Tories.

2. Im Jahr 1711 starb der Römisch-deutsche Kaiser Joseph I. in Wien und machte den Kaiserthron frei für seinen Bruder Karl VI., der auch den Anspruch auf die Spanische Krone als Karl III. seit 1703 geltend gemacht hatte.

3. Gegenseitige familiäre Rücksichtnahme zweier adeliger Franzosen (= Solidarität) durch französischen Erbverzicht von Philipp V. von Bourbon, König von Spanien 1714 – 1746, und entsprechenden spanischen Erbverzicht des französischen Thronfolgers.

In den Friedensverträgen von Utrecht wurden einige wichtige Gebietsveränderungen völkervertraglich geregelt. Bis heute ist zum Beispiel Spaniens Abtretung von Gibraltar an Großbritannien geltendes Völkervertragsrecht.

Auch über den Sklavenhandel einigten sich die Katholische Majestät und die Britische Majestät als damals führende „christliche“ Seemächte. Im Artikel 12 des Friedensvertrags zwischen Spanien und Großbritannien heißt es: „Die Katholische Majestät gesteht der Britischen Majestät das Recht zu, Neger in die verschiedenen Hoheitsgebiete Ihrer Katholischen Majestät in Amerika einzuführen, sowie auch der zu diesem Zwecke errichteten Gesellschaft ihrer Untertanen, und zwar unter Ausschluss sowohl ihrer eigenen spanischen Untertanen als auch aller anderen, für die Zeit von 30 Jahren.“ (= Sklavenhandelsmonopol)

Der neue pietistische Herrscher von Brandenburg-Preußen, König Friedrich Wilhelm I. (1688 – 1740), wurde im Friedensvertrag von Utrecht als neuer europäischer „Mitspieler“ anerkannt. Dies war die Voraussetzung für den Aufstieg der Universität Königsberg zur Wirkungsstätte Immanuel Kants.


Siehe auch

International.png Den Begriff Spanisch UND Erbfolgekrieg UND Frieden im internationalen juristischen Web finden
Uk flag.png Den Begriff "John Churchill" im juristischen Web des Vereinigten Königreiches finden

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