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Familienfrieden (de)

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Eine Familie beginnt mit der Kindsgeburt und wird so in Deutschland automatisch für alle Unionsbürgerinnen und -bürger zur Bedarfsgemeinschaft.


Inhaltsverzeichnis

Familienfrieden als transnationale gesellschaftliche Aufgabe

Der griechische Philosoph Platon (428 – 348 v. Chr.) erkannte - nachweislich durch sein schriftliches Werk „Politeia“ (Der Staat) - als erster Denker den rechtlichen Staat als das einzige Mittel zum friedlichen Zusammenleben der streitlustigen Menschengeschlechter. Durch die gemeinsame Willenserklärung zur Stadtstaatsgründung kamen die antiken Griechen auf diese Weise zumindest zeitweilig zur öffentlich proklamierten Abschaffung der potentiell naturgegebenen und immer wieder übermachtigen Anarchie. Platon begründet die Entstehung des Staates aus heutiger Sicht eigentlich anthropologisch: aus der menschlichen Erfahrung vom Ungleichgewicht zwischen Unrechttun als Gut und Unrechtleiden als Übel. Im Unrechtleiden liegt nach Platons eigener Erfahrung und Erkenntnis mehr Unglück als im Unrechttun Glück. „Wer daher beides, Unrechttun und Unrechtleiden, ausgekostet hat und das eine sich nicht erwählen, dem andern aber nicht entgehen kann, wird es für vorteilhaft halten, einen Vertrag untereinander abzuschließen, der vor beidem schützt. Und daher seien Gesetze und Verträge entstanden.“[1]. Der persönliche Bereich der Menschen innerhalb der Familie und der eigenen Wohnung wird in Deutschland heute durch Grundrechte auch gegen unberechtigte Eingriffe der Staatsmacht abgeschirmt. Der demokratische Rechtsstaat bindet sich so selbst durch seine eigenen Gesetze. Er zieht sich damit sehr weitgehend aus der moralischen Erziehung seiner Bürgerschaft zurück und gefährdet sich damit in gewisser Weise selbst. Demokratien als Herrschaftsformen für moderne Gesellschaften sind daher schwierige menschliche Balanceakte der sozialen Gerechtigkeit.


Rechtshistorische Betrachtung

Das Talionsprinzip als alte Gerechtigkeitsregel ging zweifellos auf Verhältnisse zurück, deren Ursprünge wir in der Zeit der Urgesellschaft suchen müssen. Das hebräische Recht des Alten Testaments galt im Gegensatz zu den anderen regionalen Rechtsentwicklungen nicht in einem bestimmten Stadtstaatsgebiet wie bei den antiken Griechen, sondern für das ,,Volk Gottes“ als Rechtsgemeinschaft, das überall in der Diaspora (Zerstreuung) lebte und heute noch lebt. Dieses Recht, das nach heutigem wissenschaftlichem Verständnis eine Rechtsmoral darstellt, führte zu einer starken Identitätsbildung im Volk Israel, die den halbsesshaften jüdischen Gemeinden das Überleben in feindlicher Umgebung bis heute ermöglicht hat. Was waren die tieferen Gründe dafür aus religionsphilosophischer Gender-Betrachtung? Als Rechtfertigung für die Gültigkeit von öffentlichen Gesetzen gegenüber dem Volk diente vor allem in Babylon zunächst das Königtum von Gottes Gnaden. Der König galt als Beauftragter bzw. Vertreter des jeweiligen Stadt-Gottes bzw. als Liebhaber der Stadt-Göttin. Dass sich der König aber moralisch vorbildlich bzw. tugendhaft verhielt, war dadurch natürlich nicht gewährleistet. So entstand aus den zunächst friedlichen Stadtgöttern bzw. Stadtgöttinnen eine wilde und eroberungslustige (internationale) Kriegsgötterschar. Beim Volk Israel, das das Königtum aus dynastischer Schwäche nur relativ kurz verwirklichen konnte, diente die verzweifelte Berufung auf den einen unsichtbaren (= abstrakten) Gott (hebräisch JHWH) als Rechtfertigung für die Gültigkeit der strengen Moralgesetze der Priesterschaft. Die Zentralgewalt stellte mit Ausnahme der Königszeit (ca. 1000 - 587 v. Chr.) bis heute immer nur der jüdische Gott selbst dar. Diese notgedrungene Führungsstruktur der dezentralen Theokratie im Judentum könnte man heute in rechtshistorischer Betrachtung fast für einen rein formalen, globalen Vorläufer der Demokratie halten, auch wenn es in der Geschichte des Judentums bis zur Gründung des Staates Israel im Jahr 1948 nie ein tatsächliches Parlament gegeben hat. Die durch Kriege und Revolutionen entstandenen wirklichen Demokratien und Republiken Europas (seit etwa 1609 und der ersten Unabhängigkeit der freiheitsliebenden Niederlande vom katholischen Spanien) haben ihre jeweilige Zentralgewalt in der Person eines absolutistischen Monarchen am Ende entweder gewaltsam gestürzt oder mehr oder weniger friedlich abgesetzt. Danach hat dann das jeweilige Volk durch seine gewählten Vertreter und Vertreterinnen selbst die Regierung einschließlich der Gesetzgebung übernommen. Die Rechtfertigung für die Geltung der Gesetze liefert nun ein Mehrheitsbeschluss im jeweiligen Parlament entsprechend der ursprünglich griechischen Staatsidee. Der Staatenbund Europa (EU) besteht heute noch aus 28, (ohne den Malteserorden) - vom jeweiligen Staatsvolk regierten - souveränen Staaten und wird in der Fläche nur noch geringfügig wachsen. Stark wachsen werden dagegen hoffentlich die achtundzwanzig unterschiedlich sozialen Qualitäten in der nationalen juristischen Durchsetzung der globalen moralischen Menschenrechte bzw. der Europäischen Charta der Grundrechte.

Alles rein Moralische unterliegt heute in Deutschland der Maxime der Glaubens-, Gewissens- und Bekenntnisfreiheit des Artikel 4 Grundgesetz. Die Trennung von Staat und Kirche bzw. von Recht und Moral ist eine vernunftrechtliche Folge der vielen Kriege in Europa. Die Erhaltung und Verbesserung der Moral - auch in Ehe und Familie ohne Rücksicht auf den Stand - ist heute eine Aufgabe der Pädagogik im weitesten Sinne. Die Justiz springt nur noch dort ein, wo die Pädagogik - auch die Religionspädagogik - im Einzelfall an ihre Grenzen stößt bzw. selbst Recht bricht.

Fußnoten

  1. Platon, Der Staat, 2. Buch, 358e/359a

Siehe auch

De flag.png Den Begriff Familienfrieden im deutschen juristischen Web finden
Uk flag.png Den Begriff "family harmony" im juristischen Web des Vereinigten Königreiches finden

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