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Fürsorge (de)

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Deutschland > Privatrecht > Arbeitsrecht > Mitverantwortung > Asymmetrische Beziehung > Empathieobjekt
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"Im Mittelalter ist die Armenfürsorge eine individuelle Tugend, die zum Wohltun in Form von Almosen gegenüber Armen verpflichtet. ... Die Fürsorgerelation [= fürsorgende Beziehung] wird demnach als eine hierarchische asymmetrische Verpflichtung der Wohlhabenden gegenüber den Bedürftigen verstanden. Sie ist Ausdruck einer gesellschaftlichen Hierarchie. Bedürftige gelten als Betätigungsfeld für tugendhaftes Handeln. Armut wird demnach auch nicht im Zusammenhang von strukturellen und sozialen Bedingungen als zu überwindender Zustand angesehen, sondern im Rahmen eines hierarchischen gesellschaftlichen Ordnungsgefüges als Stand, der die Möglichkeit zu tugendhafter Bewährung und zur Steigerung der individuellen religiösen Verdienstlichkeit bietet. Armenfürsorge reflektiert demnach die Möglichkeit zu Almosen aus der Sicht des Gebers. ... Fürsorge ist damit eine individuelle, religiöse Tugend, die für Arme erniedrigend und verobjektivierend wirkt. ... Demütigende, repressive und ineffektive Formen der Fürsorge erklären, warum die Etablierung des modernen Rechtsanspruchs auf Hilfe als Fortschritt betrachtet werden muss." [1]


Rechtssoziologische Betrachtungen

Die soziale Beziehung (nicht Rechtsbeziehung) zwischen einem Kind und seiner bevorzugten Person wird von Sozialwissenschaftlerinnen und Sozialwissenschaftlern heute Bindung genannt. Diese bevorzugte Person wird vom Kind naturgemäß als stärker und klüger als andere Personen angesehen, weil sie sein „Leibwächter“ ist. ‚Bindung‘ stellt einen psycho-logisch gebildeten, beschreibenden Begriff für abstrakte Phänomene dar. Bindungen gibt es auch im Tierreich und zwischen Menschen und Tieren.

„Bindung weist vier Charakteristika auf:

1. Angst verhindert das Spiel- und Probierverhalten und verstärkt die Bindung. --> Verlustangst

2. Die Anwesenheit einer Bezugsperson fördert das Explorationsverhalten des Kindes in der Umgebung (secure base phenomenon).

3. Die Anwesenheit der Bezugsperson verringert die Angst des Kindes in Krisensituationen und ungewohnten Situationen.

4. Bei Trennung von der Bezugsperson erfolgt ein Protest.“[2]


Fußnoten

  1. Christa Schnabl, Fürsorge: Anachronismus oder wegweisende soziale Praxisform? In: Michaela Moser und Ina Praetorius (Hg.), Welt gestalten im ausgehenden Patriarchat, Ulrike Helmer Verlag, Königstein/Taunus 2003, Seite 120
  2. Gunther Klosinski, Voraussetzungen von Bindungs- und Empathiefähigkeit, Seite 14, in: Empathie und Beziehung, Zu den Voraussetzungen, Gefährdungen und Verbesserungen zwischenmenschlicher Beziehungsfähigkeit, Attempto Verlag, Tübingen 2004

Siehe auch

De flag.png Den Begriff Fürsorge im deutschen juristischen Web finden
Fr flag.png Den Begriff "assistance sociale" im französischen juristischen Web finden ("assistance sociale" in Deutsch)
Uk flag.png Den Begriff welfare im juristischen Web des Vereinigten Königreiches finden
Us flag.png Den Begriff welfare im Vereinigten Staaten juristischen Web finden
Nl flag.png Den Begriff "sociale zorg" im Niederlanden juristischen Web finden

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