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Eugen, Prinz von Savoyen-Carignan

aus jurispedia, das gemainsame Recht
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Österreich > Rechtsgeschichte > Militärischer Oberbefehl > Patriarchat
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Der in Paris 1663 geborene und am französischen Königshof erzogene Ritter Prinz Eugen stammte aus der ehemaligen Römischen Provinz „Sabaudia“, heute „La Savoie“, „Savoia“ bzw. „Savoyen“. In diesem Land, das heute zu französischem, schweizerischem und deutschem Staatsgebiet gehört, hatten sich im 5. Jahrhundert nach Christus während der Völkerwanderungszeit die Burgunder angesiedelt. Das Königreich Burgund war unter dem Salierkaiser Konrad II. im Jahr 1033 dynastisch mit dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation vereinigt worden.

Prinz Eugen trat mit zwanzig Jahren in die österreichische Armee ein und wurde nach zehnjähriger Militärkarriere zum Feldmarschall der kaiserlichen Truppen ernannt. Sein Ruhm als siegreicher Heerführer im Spanischen Erbfolgekrieg gegen Frankreich verschaffte ihm auch politischen Einfluss am Kaiserhof in Wien. Er trat als Hofkriegsratspräsident für eine friedliche Lösung mit Frankreich ein. Die neuen Ideen von Montesquieu, Voltaire und Leibniz begeisterten ihn.


Reformen der kaiserlichen Militärverwaltung

Zur Abwehr der Türken und zur Sicherung der Reichsgrenzen im Osten ließ Prinz Eugen einen neuen Verwaltungsbezirk einrichten, der von der Adria bis nach Ungarn reichte. Die sogenannten Wehrbauern bekamen ein dörfliches Selbstverwaltungsrecht und waren – unter Umgehung der regionalen Landstände – direkt der militärischen Zentralverwaltung in Wien unterstellt. Die Landstände blieben jedoch für die Heeresaufstellung und –versorgung zuständig (= Auftragsverwaltung).

Der reformierte Kaiserstaat bildete eine wehrhafte Schutzmacht für die christlichen süd- und osteuropäischen Völker. Im Jahr 1713, im ersten Jahr der Friedensverhandlungen von Utrecht, hatte Kaiser Karl VI. (1685 – 1740) mit der sogenannten „Pragmatischen Sanktion“ der patrilinearen Erbfolge in allen Reichsländern den gesetzlichen Vorrang bewahrt, jedoch den Erbtöchtern subsidiäre Rechte verliehen. So sicherte er seine eigene Nachfolge durch seine Tochter Maria Theresia. Diese kaiserliche Sanktion kann als eine Reform des Salischen Gesetzes (lex Salica), d.h. des Germanischen Rechts betrachtet werden. Das „lex Salica“ war ursprünglich ein Stammesgewohnheitsrecht der Salischen Franken in Belgien und Nordfrankreich, das König Chlodwig zu Beginn des 6. Jahrhunderts n. Chr. zum Reichsgesetz erhoben hatte (= französisches Common law). Dieses patriarchalische Recht hatte Frauen von der Erbfolge an Landbesitz kategorisch ausgeschlossen und sie im christlichen Europa von ihren Vätern, Brüdern oder Ehemännern rechtlich abhängig gemacht (= „pater familias“-Grundsatz des Römischen Rechts, für Napoleon Bonaparte 1804 bestätigt). Prinz Eugen, der edle Ritter, kann daher aus heutiger Sicht als ein erster Befreier der geknechteten europäischen Frauen gelten. Sein Schloss Belvedere in Wien wurde von dem berühmten Hofbaumeister Johann Lukas von Hildebrandt erbaut.


Kunstbetrachtung

Nach der Aufhebung des Edikts von Nantes durch den französischen König Ludwig XIV. im Jahr 1685 nahm der religiös motivierte Wettkampf zwischen zahlreichen europäischen und der türkischen Herrscherdynastie stark zu. Die siegreiche Zeit des Prinzen Eugen von Savoyen war gekommen. Nach dem Frieden von Utrecht im Jahr 1713 führte der militärische Oberbefehlshaber für seinen christlichen Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation Karl VI. (1685 – 1740) zwischen 1714 und 1718 die Türkenkriege zu einem siegreichen Zwischenziel: das Banat und die serbische Hauptstadt Belgrad wurden von der islamischen Besatzung befreit. Ein dichtender Soldat hat der Nachwelt seine Erlebnisse aus dem Jahr 1717, dem Geburtsjahr der zukünftigen römisch-deutschen Kaiserin Maria Theresia, als Volkslied hinterlassen:

„Prinz Eugen, der edle Ritter, wollt‘ dem Kaiser wied’rum kriegen Stadt und Festung Belgerad; er ließ schlagen eine Brukken, dass man konnt‘ hinüberrukken mit d’r Armee wohl vor die Stadt.

Als die Brucken war geschlagen, dass man kunnt‘ mit Stuck und Wagen frei passieren den Donaufluss; bei Semlin schlug man das Lager, alle Türken zu verjagen, ihn’n zum Spott und zum Verdruss.

Am 21sten August soeben kam ein Spion bei Sturm und Regen, schwur’s dem Prinzen und zeigt’s ihm an, dass die Türken futragieren, so viel, als man kunnt’s verspüren, an die dreimal hunderttausend Mann.

Als Prinz Eugenius dies vernommen, ließ er gleich zusammenkommen sein‘ General‘ und Feldmarschall‘; er tät sie recht instruieren, wie man sollt‘ die Truppen führen und den Feind recht greifen an.

Bei der Parol‘ tät‘ er befehlen, dass man sollt‘ die Zwölfe zählen bei der Uhr um Mitternacht; da sollt‘ all’s zu Pferd aufsitzen, mit dem Feinde zu scharmützen, was zum Streit nur hätte Kraft.

Alles saß auch gleich zu Pferde, jeder griff nach seinem Schwerte, ganz still ruckt man aus der Schanz‘; d’Musketier wie auch die Reiter täten alle tapfer streiten: es war fürwahr ein schöner Tanz!

Ihr Konstabler auf der Schanzen spielet auf zu diesem Tanzen mit Kartaunen groß und klein; mit den großen, mit den kleinen auf die Türken, auf die Heiden, dass sie laufen all‘ davon!

Prinz Eugen wohl auf der Rechten tät‘ als wie ein Löwe fechten, als Gen’ral und Feldmarschall. Prinz Ludewig ritt auf und nieder: ‚Halt’s euch brav, ihr deutschen Brüder, greift den Feind nur herzhaft an.‘

Prinz Ludewig, der musst‘ aufgeben seinen Geist und junges Leben, ward getroffen von dem Blei. Prinz Eugen ward sehr betrübet, weil er ihn so sehr geliebet; ließ ihn bringen nach Peterwardein.“

Der rechtsgeschichtliche Ort ‚Peterwardein‘ liegt an der Donau nordwestlich von Belgrad. Er heißt heute’Petrovaradin‘ und ist eine Vorstadt von ‚Novi Sad‘ (Neusatz).


Siehe auch

At flag.png Den Begriff Eugen UND "Prinz von Savoyen" im österreichischen juristischen Web finden
De flag.png Den Begriff Eugen UND "Prinz von Savoyen" im deutschen juristischen Web finden