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Disziplinarische Ordnung

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'''[[Strafrecht]]''' gemäß dem wahren Wortsinn und '''[[Staat]]''' [[Bedingung|bedingen]] einander. Wo ein [[Staat]] [[Existenz|existiert]], '''muss''' es auch durchsetz- und vollstreckbares Strafrecht geben und andersherum. In [[Protostaat|vorstaatlichen]] Gesellschaften wurde und wird [[Gerechtigkeit]] durch [[Talionsprinzip|religiös begründete Vergeltung]] (z.B. [[Blutrache]] oder [[Feuersakrament|"Fegefeuer"]]) oder durch [[Selbstjustiz]] (= [[Privatrecht (int)|Privatstrafrecht; auch Auftragsmord]]) wiederhergestellt. In friedlichen, meist religiösen Gesellschaften kam noch die [[Bußsakrament|Buße]] dazu.
  
 
Das [[Strafrecht (de)|staatliche Strafrecht]] basiert auf einem [[Staatlicher Strafanspruch (de)|staatlichen Strafanspruch]] gegenüber den [[Straftäter (de)|Straftäterinnen und Straftätern]]. Hierzu [[bedarf]] es eines [[Gesetz (int)|staatlichen Strafgesetzes]], das formaljuristisch erlassen und verkündet worden ist und die [[Straftat|strafbaren Taten]] [[Rechtsklarheit|rechtlich möglichst eindeutig]] definiert. Die frühesten „Strafgesetzbücher“ entstanden wohl in den mesopotamischen [[Stadtstaat]]en (heute: [[Irak]]). Sie wurden teilweise über [[Ninive|Keilschrifttafeln]] oder auf der berühmten [[Rechtssprachen|Gesetzesstele]] des "Louvre"-[[Museum (fr)|Museums]] in [[Paris]] - gefunden 1902 in Susa - im [[Codex|Originalgesetzestext]] überliefert. Das antike Strafrecht als disziplinarische (heilige) Reichsordnung war besonders grausam. [[Todesstrafe (int)|Todesstrafen]], [[Verstümmelnde Strafe|Verstümmelungsstrafen]] und körperliche [[Folterverbot (eu)|Folterungen]] wurden damals [[Blutrache|als gerecht empfunden]]. So war es auch noch im frühen [[Römisches Reich|Römischen Reich]] und ist es noch heute innerhalb von [[Terrorismus (int)|militaristischen Terrorgruppen]], denn sie setzen auf die [[Todesangst]] als [[Herrschaftsfunktion|Herrschaftsmittel]].  
 
Das [[Strafrecht (de)|staatliche Strafrecht]] basiert auf einem [[Staatlicher Strafanspruch (de)|staatlichen Strafanspruch]] gegenüber den [[Straftäter (de)|Straftäterinnen und Straftätern]]. Hierzu [[bedarf]] es eines [[Gesetz (int)|staatlichen Strafgesetzes]], das formaljuristisch erlassen und verkündet worden ist und die [[Straftat|strafbaren Taten]] [[Rechtsklarheit|rechtlich möglichst eindeutig]] definiert. Die frühesten „Strafgesetzbücher“ entstanden wohl in den mesopotamischen [[Stadtstaat]]en (heute: [[Irak]]). Sie wurden teilweise über [[Ninive|Keilschrifttafeln]] oder auf der berühmten [[Rechtssprachen|Gesetzesstele]] des "Louvre"-[[Museum (fr)|Museums]] in [[Paris]] - gefunden 1902 in Susa - im [[Codex|Originalgesetzestext]] überliefert. Das antike Strafrecht als disziplinarische (heilige) Reichsordnung war besonders grausam. [[Todesstrafe (int)|Todesstrafen]], [[Verstümmelnde Strafe|Verstümmelungsstrafen]] und körperliche [[Folterverbot (eu)|Folterungen]] wurden damals [[Blutrache|als gerecht empfunden]]. So war es auch noch im frühen [[Römisches Reich|Römischen Reich]] und ist es noch heute innerhalb von [[Terrorismus (int)|militaristischen Terrorgruppen]], denn sie setzen auf die [[Todesangst]] als [[Herrschaftsfunktion|Herrschaftsmittel]].  
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* [[Menschenrechte (int)|Internationale Menschenrechte]]
 
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* [[Internationale Standardklassifikation von Straftaten für statistische Vergleiche (int)|Internationale Standardklassifikation von Straftaten für statistische Vergleiche]]
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* [[Statistisches Amt der Vereinten Nationen (int)|Statistisches Amt der Vereinten Nationen]]
 
* [[Gerechtigkeit]]
 
* [[Gerechtigkeit]]
 
* [[Straftat]]
 
* [[Straftat]]

Aktuelle Version vom 29. März 2020, 13:51 Uhr

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Strafrecht gemäß dem wahren Wortsinn und Staat bedingen einander. Wo ein Staat existiert, muss es auch durchsetz- und vollstreckbares Strafrecht geben und andersherum. In vorstaatlichen Gesellschaften wurde und wird Gerechtigkeit durch religiös begründete Vergeltung (z.B. Blutrache oder "Fegefeuer") oder durch Selbstjustiz (= Privatstrafrecht; auch Auftragsmord) wiederhergestellt. In friedlichen, meist religiösen Gesellschaften kam noch die Buße dazu.

Das staatliche Strafrecht basiert auf einem staatlichen Strafanspruch gegenüber den Straftäterinnen und Straftätern. Hierzu bedarf es eines staatlichen Strafgesetzes, das formaljuristisch erlassen und verkündet worden ist und die strafbaren Taten rechtlich möglichst eindeutig definiert. Die frühesten „Strafgesetzbücher“ entstanden wohl in den mesopotamischen Stadtstaaten (heute: Irak). Sie wurden teilweise über Keilschrifttafeln oder auf der berühmten Gesetzesstele des "Louvre"-Museums in Paris - gefunden 1902 in Susa - im Originalgesetzestext überliefert. Das antike Strafrecht als disziplinarische (heilige) Reichsordnung war besonders grausam. Todesstrafen, Verstümmelungsstrafen und körperliche Folterungen wurden damals als gerecht empfunden. So war es auch noch im frühen Römischen Reich und ist es noch heute innerhalb von militaristischen Terrorgruppen, denn sie setzen auf die Todesangst als Herrschaftsmittel.

--> vergleiche: Totempfahl der "Indianer"

--> Halacha-Vergehen der Juden


[Bearbeiten] Rechtshistorische Betrachtung

Durch die juristische Verfeinerung des Römischen Rechts ab den Zwölftafelgesetzen wurde auch das Strafrecht kultiviert. Im Mittelalter bildete sich in Europa unter den Stauferkaisern (1155 – 1250 n.Chr.) ein neuer Rechtsbegriff heraus: die Strafe. Sie markiert den Beginn des öffentlichen Strafrechts im modernen Sinn. Die „peinliche Strafe“ diente nun einem „sozialpädagogischenstaatlichen Auftrag zur Ausschaltung, Besserung und/oder Abschreckung der Straftäterinnen und Straftäter. Der Staat, damals vertreten durch den Römischen Kaiser, übernahm somit durch sein Recht u.a. eine erzieherische Verantwortung für seine gesamte Bürgerschaft („Vater Staat“). Auch die „landschädlichen Leute“ wurden nun ihren Taten entsprechend innerstaatlich bestraft, d.h. die Verbannungsstrafe des antiken griechischen Stadtrechts war damit juristisch abgeschafft worden. Nach der gleichen Rechtslogik werden heute ausländische Straftäter und Straftäterinnen in ihre Herkunftsländer abgeschoben.

Die aufblühenden freien Reichsstädte des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation wurden für diese Weiterentwicklung des staatlichen Strafrechts und seine professionelle Juristenschaft maß- und tonangebend.


[Bearbeiten] Fallbeispiele für disziplinarische Ordnungen weltweit


[Bearbeiten] Siehe auch