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Es gibt zur Zeit 15.619 in ständiger Konstruktion …

Diskussion:Rechtsgeschichte

aus jurispedia, das gemainsame Recht
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"Revolutionen könnten so zunehmend vermieden werden."

Revolutionen richten sich nicht gegen Rechtskonstruktionen sondern gegen soziale Verhältnisse. Rechtskonstruktionen bilden soziale Verhältnisse ab und stabilisieren sie. So können schon rein logisch Rechtskonstruktionen niemals Revolutionen verhindern, es sei denn als repressives Instrument. Man muss sich auch fragen, warum sie Revolutionen verhindern sollten. Rechtskonstruktionen in einer bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft sind selbstverständlich immer repressiv, denn eine Rechtskonstruktion, die ungleiche und letztlich gewalttätige Verhältnisse legitimiert, ist gegen die Aufklärung gerichtet und muss überwunden werden, notfalls durch einen revolutionären Prozess.

Man sollte dabei auch mal reflektieren, dass die deutsche Justiz sowieso keinerlei Legitimation hat, solange sie sich mit ihrem tiefen Fall im Faschismus nicht auseinandersetzt. Alleine schon diese historische Tatsache führt die Fiktion eines objektiven Rechtsraumes ad absurdum. Dazu braucht es kein Gelehrtengespräch, sondern einen offenen Diskurs über Sinn und Zweck der Rechtssprechung und ihrer Grenzen. Der Nationalsozialismus markiert im deutschen Recht nicht irgendeine Entgleisung, sondern stellt die gesamte Basis der deutschen Rechtswissenschaft in Frage. Wenn unter demokratischen Verhältnissen ausgebildete Juristen zu solchen juristischen Verbrechen fähig sind, ist das Recht kein Schutz sondern eine Gefahr für die Freiheit der Bürger.--Jon 22:38, 25. Nov. 2012 (CET)

Dem ist noch hinzuzufügen, dass es die deutsche Justiz bis heute noch nicht einmal geschafft hat ihre Verbrechen in der Zeit nach dem Dritten Reich aufzuarbeiten. Es gibt in der deutschen Justiz keinen Bruch mit dem Nationalsozialismus. Dieselben Juristen mit wenigen Ausnahmen, haben nach dem Dritten Reich zum einen ihre Kollegen gedeckt und exkulpiert und zum anderen in der gleichen Tradition des obrigkeitsstaatlichen Faschismus weiter Recht gesprochen. Bis ins Bundesverfassungsgericht saßen Nazijuristen. Dieser Sachverhalt ist nie aufgearbeitet worden und kann auch nicht aufgearbeitet werden, solange die deutsche Justiz davon ausgeht, dass es so etwas wie Objektivität in der Rechtssprechung gibt und gesprochenes Recht nur weil es gesprochen ist auch rechtens ist. Diese Juristen bestimmten die Lehre und die juristischen Kommentare. Man höre also auf bezgl. der deutschen Rechtswissenschaft von Gelehrten oder gar von Wissenschaft zu sprechen. Die angebliche Wissenschaftlichkeit diente der Verschleierung der tiefen Verstrickung deutsche Juristen in den nationalsozialistischen Gewaltapparat.

Juristen, die diese Kreise störten wurden schikaniert und aus dem Justizapparat entfernt oder gleich unter ungeklärten Umständen liquidiert.--Jon 16:32, 16. Mai 2014 (CEST)

Aufarbeitung

Jon, Deine Anklage habe ich wohl vernommen bzw. gelesen. Aber wie lautet Deine Frage?

Nun unbekannte AntworterIN, meine vielfachen Einwände auf Jurispedia führen ja leider nie zu einer Debatte und einer Änderung der Einträge, sondern laufen ins Leere. (eine beliebte deutsche juristische Methode der Konfliktbearbeitung) Meine Einstellung zur deutschen Justiz ist eine grundsätzlich kritische. Am deutschen Rechtswesen insbesondere bezgl. der Gewaltenteilung stimmt eigentlich nichts. Eine solche Seite wie Jurispedia macht nur Sinn, wenn sie diese Zustände hinterfragt und nicht nur affirmativ begleitet, sozusagen aus rechtspositivistischer Sicht. Der eigentliche Grund auf dieser Seite für meinen Einwand ist doch eigentlich klar, ich wiederhole es aber gerne wieder und wieder: "Revolutionen richten sich nicht gegen Rechtskonstruktionen, sondern gegen soziale Verhältnisse. Rechtskonstruktionen bilden soziale Verhältnisse ab und stabilisieren sie. So können schon rein logisch Rechtskonstruktionen niemals Revolutionen verhindern, es sei denn als repressives Instrument." Wie ich schon mehrfach bemerkt habe, ist der objektive Rechtsraum eine Fiktion deutscher Juristen, der vielleicht ihrer Selbstrechtfertigung dient aber keiner sachlichen Betrachtung standhält. Legislative und Judikative sind immer eine Frage von ökonomischen und sozialen Machtverhältnissen und damit eine Klassenfrage. Ich betrachte meinen Einwand auch nicht als Anklage (das wäre ja dann ein juristischer Begriff mit mir in der Rolle der Exekutive) sondern als historische Feststellung über den Zustand der deutschen Justiz. --Jon 17:43, 31. Mai 2014 (CEST)

Frageform

Sehr geehrter Herr Jon, auch in Ihrer letzten Klage bzw. Kritik konnte ich keine Frageform erkennen. Wie soll ich als Frau den seit 2000 Jahren gewohnheitsmäßig rechthabend sozialisierten Herren sinnvoll antworten, wenn ich die Frage nicht erkennen kann?

Nun gut auf die Ebene können wir es auch ziehen. Begründete Einwände zur männlichen Rechthaberei zu erklären, ist die mögliche Methode in autoritären Strukturen den Diskurs nicht führen zu müssen. Mir ist es offen gesagt ziemlich egal, ob der Eintrag zur Rechtsgeschichte von einer Frau oder einem Mann geschrieben wurde und ob Sie mir nun als Mann oder Frau antworten trägt nicht zur Klärung bei. Allerdings würde eine juristisch fundierte Einlassung, warum Rechtskonstruktionen Revolutionen vermeiden sollen, eher zur Klärung beitragen. Warum überhaupt soll ich hier Fragen stellen? Ich stelle in Frage, dass Rechtskonstruktionen Revolutionen vermeiden. Ich halte das für eine logisch nicht haltbare rechtspositivistische Behauptung. Die Praxis zeigt, dass das Recht die alleinige Aufgabe hat Machtverhältnisse zu stabilisieren. Das ist dem Recht immanent. Das Recht löst keine sozialen und ökonomischen Konflikte und da wo es das tun möchte, tut es das immer zu den Bedingungen der gerade Herrschenden bzw. entlang den Notwendigkeiten der gerade stattfindenden ökonomischen Entwicklung. (Abgesehen davon ist unser Recht durch und durch patriarchal und schon deshalb ungerecht.) Aber wir können natürlich die Verhältnisse auf den Kopf stellen und Ursache und Wirkung austauschen indem wir die ökonomischen Verhältnisse zur Nebensächlichkeit erklären. Der Zusammenhang lässt sich aber ohne Probleme an allen zentralen Rechtsentwicklungen zeigen. Dort wo ich mich auskenne, bei der Rechtsentwicklung der Aufklärung, fällt auf, dass es bei den ersten Kodifizierungen um Eigentum und Vertragstreue geht. Dies war damals der notwendige Gegenentwurf einer aufstrebenden Handelsklasse zum absolutistischen Recht, weshalb diese ersten Kodifizierungen in der ersten Hälfte des 17.Jahrhunderts in den Niederlanden als einer der führenden Handelsnationen stattfanden. Gerechtigkeit ist auch kein absoluter Begriff und das was heute als gerecht gilt kann in 100 Jahren unter veränderten Bedingungen völlig anders gesehen werden. Ich kann in diesem Abschnitt noch mehr Stellen finden, die ich weder für objektiv noch wissenschaftlich halten würde. z.B. "Die menschlichen Gesellschaften haben mit Recht sehr unterschiedliche Normvorstellungen, Rechtsinstitutionen und Rechtsverfahren hervorgebracht. Das schließt jedoch nicht aus, dass viele Strukturen, die zwar heterogen entstanden sind, trotzdem juristisch ähnlich sind. Schließlich sind alle heutigen Menschen von der Gattung „homo sapiens“." Da müsste man eben mal über den Tellerrand des Eurozentrismus hinausschauen, z.b. zu den Rechtsformen indigener Völker, die ja vermutlich auch zur Gattung homo sapiens gehören. Hier wird sichtbar wie sehr Besitzverhältnisse und matrilineare Strukturen die Rechtsauffassung verändern, oder noch schärfer herausgearbeitet, je weiter sich eine Gesellschaft vom Gemeinwohlgedanken entfernt, desto aufwendiger werden die Rechtskonstruktionen, denn die Welt in der wir leben ist von Ungerechtigkeit gekennzeichnet. Wäre man böse, könnte man auch sagen, das Recht bläht sich um so mehr auf, je ungerechter die durch das Recht zu stabilisierenden Verhältnisse sind. Das muss man jetzt nicht unbedingt als eine sinnvolle Entwicklung ansehen, die dann helfen soll Revolutionen zu vermeiden. --Jon 17:56, 1. Jun. 2014 (CEST)

Antwort auf eine formal nicht gestellte Frage

Sehr geehrter Herr Jon, Sie haben natürlich Recht!

Ich würde mich wirklich sehr freuen, wenn Sie sich mit den Rechtsformen der zahlreichen indigenen Menschenvölker wissenschaftlich befassen würden und Ihre Erkenntnisse dann hier in JurisPedia-Land zum Nutzen für alle Leserinnen und Leser öffentlich einstellen. Das wäre eine wirklich große Hilfe für das globale gemeinnützige Projekt. Falls Sie Spanisch sprechen, dann wäre die Eingabe auf der spanischen JurisPedia-Version sicher nützlicher, den indigene Völker sprechen selten Deutsch.

Nun gut ....ich stelle fest, dass auf dieser Seite Kritik unerwünscht ist und Diskussion nur in Form von Fragen an die erhabenen Juristen und Juristinnen erwünscht ist, substantiell aber weder die Bereitschaft noch vielleicht das Interesse besteht auf sachliche Einwände einzugehen. Vielleicht fehlen auch schlicht die Argumente, aber das kennt man ja von Juristen. Insofern macht es natürlich überhaupt keinen Sinn sich hier weiter zu beteiligen, denn das Rechthaben ist eine Eigenschaft von Juristen und natürlich sind Juristen nicht bereit ihre Rechtsauffassungen zur Diskussion zu stellen. Ich wünsche viel Spass beim weiteren Verbreiten rechtspositivistischer Ideologie und juristischer Vorurteile gegen Andersdenkende. (achja indigene Völker sprechen auch selten spanisch, aber was kümmert das die sogenannte deutsche "Rechtswissenschaft") --Jon 17:29, 2. Jun. 2014 (CEST)