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Deutscher Orden

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An dem rechtshistorischen Präzedenzfall des Deutschen Ritterordens kann man heute viel über religiösen Fundamentalismus und über die monotheistische Notwendigkeit der Europäischen Aufklärung lernen.

Der vom Stauferkaiser Friedrich II. im 13. Jahrhundert reichsrechtlich anerkannte christliche Ritterorden sollte das bis dahin noch heidnische Preußenland im Nordosten Europas für das Heilige Römische Reich Deutscher Nation christlich und wirtschaftlich sozialisieren. Das war der satzungsmäßige Ordenszweck.

Daraus entwickelte sich über die Jahrhunderte um die spätere Hauptstadt Königsberg der einflussreiche Deutschordensstaat (= Ostpreußen) als Konkurrenz zum Kirchenstaat in Rom. Wieder war es ein königlicher Schenkungsvertrag, der die juristische „Geburt“ eines fundamentalistischen Staates bewirkte – in gewisser Weise eine Wiederholung (bzw. Antithese) der „Pippinschen Schenkung“ der Franken aus dem Jahr 756 n. Chr.

Ab dem Jahr 1660 wurde Ostpreußen als Römische Provinz durch die fortschreitende Reformation protestantisch.

Durch Napoleon wurde der Deutsche Orden im Jahr 1809 zumindest in allen Rheinbundstaaten verboten, enteignet und der Besitz säkularisiert bzw. den christlichen Kirchen überantwortet. Die Staaten der Habsburger Monarchie ließen die Eigentumsrechte des Deutschen Ordens im Osten Europas (leider) unangetastet. Die neue Leitzentrale und der Sitz des Deutschordenshochmeisters wurde Wien. Der Schatz des Deutschen Ordens war rechtzeitig von Bad Mergentheim nach Wien ausgelagert worden.

Der damalige österreichische Außenminister und spätere Staatskanzler von Metternich sowie Kaiser Franz II./I. – der Doppelkaiser von 1804 - 1806 – unterstützten den Deutschen Orden aktiv. So wurde er erneut zur wirkungsmächtigen Antriebskraft der neuen/alten „heiligen“ Reichsbewegung, die hundert Jahre später zum Dritten Reich führte.

Auch das sogenannte Habsburger-Gesetz, das nach dem Ersten Weltkrieg alle Herrschaftsprivilegien der Habsburger Dynastie staatsrechtlich aufgehoben hatte (= "Österreichische Revolution"), konnte diese fundamentalistische, nationalreligiöse Dynamik in Europa nicht mehr stoppen. Der affektive völkische Größenwahn als Massenphänomen forderte gnadenlos seine Millionen als Blutopfer.

Heute jedoch ist der Deutsche Orden dank dem vernünftigen Rücktritt von Erzherzog Eugen von Österreich, dem Ordenshochmeister im Jahr 1923, dem Jahr des Lausanner Vertrags, formal fast vollständig rechtlich und moralisch getrennt und in die Katholische Kirche integriert. Kleine Pannen stellen bei diesem europäischen Aufklärungsprozess rebellische (= fanatische) Ordensbrüder dar, die sich hin und wieder gegen den Vatikan stellen. Sie zu integrieren - zum Wohl aller Europäer - ist und bleibt die Aufgabe des „Heiligen Vaters“.

In einigen europäischen Staaten wurde der Deutsche Orden – und damit seit 1923 auch die Katholische Kirche - als Folge des Faschismus enteignet. Viele heimatvertriebene Ordensbrüder, Ordensschwestern und Ordensfamiliaren konnten jedoch nach 1945 in Deutschland wieder neu beginnen. Die religiösen Zentren des Deutschen Ordens für Deutschland liegen in Bayern. Haupttätigkeitsfelder des Ordens sind die Deutschordenswerke als europäischer Sozialkonzern und der Deutschherrenbund für die grenzenüberwindende, d.h. integrativ-christliche Laien-Familiarenarbeit in Deutschland. Das Ordenszentrum des Deutschherrenbunds liegt heute in Sachsenhausen bei Frankfurt am Main. Generaloberer ist jedoch immer noch der Deutschordenshochmeister von Wien. Das Deutschordensmuseum ist in Bad Mergentheim im Schloss.

Das gemeinschaftliche Motiv aller Deutschen Ordensleute ist nun aber die Europäische Bewegung ...


Bekannte Ehrenritter des Deutschen Ordens

u.a.

Siehe auch

De flag.png Den Begriff "Deutscher Orden" im deutschen juristischen Web finden
International.png Den Begriff "Deutscher Orden" im weltweiten juristischen Web finden
De flag.png Den Begriff Deutschordenswerke im deutschen juristischen Web finden
At flag.png Den Begriff "von Metternich" im österreichischen juristischen Web finden
At flag.png Den Begriff "Österreichischer Kaiser" im österreichischen juristischen Web finden
At flag.png Den Begriff "Habsburger-Gesetz" OR Habsburgergesetz im österreichischen juristischen Web finden

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