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Deutsche Burschenschaften (de)

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Die deutschen Burschenschaften bildeten sich als nationalrevolutionäre studentische Männerbünde in der Zeit nach der Französischen Revolution. Mit dem Wartburgfest des Jahres 1817 feierten die nationalliberalen deutsch-germanischen Jungmänner ihre erste politische „Parteiveranstaltung“. Der Veranstaltungsort Wartburg in Thüringen (Asylort von Martin Luther) lässt heute einen unbewussten religiösen Gefühlshintergrund vermuten (= Beginn der Deutschen Glaubensbewegung als nationalreligiöse Besessenheit im Kampf gegen sogenannte Volksschädlinge).

Zum „Parteiprogramm“ gehörten damals folgende Forderungen und Ziele:

Das Fest auf der Wartburg fand zwei Jahre nach dem Wiener Kongress statt. Es kann heute als ein für damalige Zeiten moderner Aufbruch der männlichen Jugend („Studentenunruhen“) gegen die feudal-konservativen europäischen Mächte betrachtet werden.

Die Weiterentwicklung der patriarchalischen Burschenschaften in Deutschland führte jedoch einen Teil der akademischen Führungselite auf nationalistische Irrwege, die in der Bildung von faschistischen, völkermordendenKriegerorden“ im Verbrechen gegen die Menschlichkeit (selbst)zerstörerisch endeten --> Zweite Woge


Zweihundert (= 200) Jahre später wiederholt sich das gleiche Männerspiel - leider - im islamischen Rechtsraum (arabische Schriftform) als Dschihad --> Arabische Burschenschaften


Inhaltsverzeichnis

Sprachphilosophische Betrachtungen

Das deutsche Wort ‚Bursche‘ für einen männlichen Jugendlichen leitet sich von der ‚Burse‘ her, einer mittelalterlichen Bezeichnung für Stiftungen an Universitäten, die dem Unterhalt armer Studenten und Dozenten (= Magister) dienten. In Cambridge, Oxford, an der Pariser Sorbonne (gegründet 1254) und auch noch in Tübingen (gegründet 1477) gab es „Bursen“. --> Evangelisches Stift

Das mittelhochdeutsche Wort ‚bursa‘ bedeutet Geldbeutel, Geldbörse. Es könnte sprachverwandt sein mit ‚Byrsa‘, dem Namen der Königsburg von Karthago. „Bursen“ wären dann als nichtrömische, d.h. private Geldquellen zu verstehen. Das Geld stammte meistens von reichen Fürstenfamilien, die die freie humanistische Bildung der Männer in Europa voranbringen wollten. Aus den alten „Bursen“ sind heute die Stipendien geworden.

Religionsphilosophische Betrachtung

„Es ist immer dasselbe: Im Patriarchat trägt kein Mann die Verantwortung für seine Taten, denn immer handelt er auf Befehl eines Höheren. Sie selbst waschen ihre Hände in Unschuld. Das werden diese Männer, wenn Jesus sie lässt, genauso tun wie nach ihnen Pilatus, aber auch genauso wie ein Rudolf Heß oder Adolf Eichmann, die auf ‚nicht schuldig‘ plädierten, weil ja auch sie letztendlich nur auf Befehl eines Führers hin gehandelt hatten. Und wenn dieser Führer Mord befiehlt, dann müssen die ihm nachfolgenden Männer eben morden. Bei allen Unterschieden, die es hier sicherlich gibt, ist doch der innere Argumentationszusammenhang der gleiche. Ihn zeichnet immer dieselbe Autoritätshörigkeit aus, die so typisch ist für das männliche Geschlecht.“[1]


Kunstbetrachtung

Die rein männlichen Studenten der Universität Tübingen komponierten und dichteten im Jahr 1842 – während der Regierungszeit des „Bürgerkönigs“ Louis Philippe von Orléans im revolutionären Paris – ein zeitkritisches deutsches Volkslied als zaghafte politische Karikatur:

„O alte Burschenherrlichkeit, wohin bist du entschwunden? Nie kehrst du wieder, goldne Zeit, so froh und ungebunden! Vergebens spähe ich umher, ich finde deine Spur nicht mehr, o jerum, jerum, jerum, o quae mutatio rerum!

Den Burschenhut bedeckt der Staub, es sank der Flaus in Trümmer, der Schläger ward des Rostes Raub, erblichen ist sein Schimmer. Verklungen der Kommersgesang, verhallt Rapier- und Sporenklang. O jerum, jerum, jerum, o quae mutatio rerum!

Wo sind die, die vom breiten Stein nicht wankten und nicht wichen, die ohne Moos bei Scherz und Wein den Herrn der Erde glichen? Sie zogen mit gesenktem Blick in das Philisterland zurück. O jerum, jerum, jerum, o quae mutatio rerum!

Da schreibt mit finsterm Amtsgesicht der eine Relationen, der andre seufzt beim Unterricht, und der macht Rezensionen; der schilt die sünd’ge Seele aus, und der flickt ihr verfallnes Haus. O jerum, jerum, jerum, o quae mutatio rerum!

Allein, das rechte Burschenherz kann nimmermehr erkalten, im Ernste wird, wie hier im Scherz, der echte Sinn stets walten; die alte Schale nur ist fern, geblieben ist uns doch der Kern, und den lasst fest uns halten, und den lasst fest uns halten.

Drum, Freunde, reichet euch die Hand, damit es sich erneue, der alten Freundschaft heil’ges Band, das alte Band der Treue. Stoßt an und hebt die Gläser hoch, die alten Burschen leben noch, noch lebt die alte Treue, noch lebt die alte Treue.“


Fußnoten

  1. Christa Mulack, Jesus – der Gesalbte der Frauen, Umgang mit dem Gesetz, Seite 155/156, Kreuz Verlag, Stuttgart 1987


Siehe auch

De flag.png Den Begriff Burschenschaft im deutschen juristischen Web finden
De flag.png Den Begriff "Rudolf Heß" im deutschen juristischen Web finden
De flag.png Den Begriff "Adolf Eichmann" im deutschen juristischen Web finden
Fr flag.png Den Begriff "association d'étudiants" im französischen juristischen Web finden ("association d'étudiants" in Deutsch)

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