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Cyberspace (int)

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Version vom 8. Dezember 2019, 12:06 Uhr

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Inhaltsverzeichnis

Wissenschaftsphilosophische Betrachtungen

„Die Bezeichnung ‚Cyberspace‘ (‚kybernetischer Raum‘) deutet an, dass mit technischen Mitteln ein Raum geschaffen wird, mit dem der Betrachter auf dem Wege der Rückkoppelung verbunden ist. … Wer zum ersten Mal von Cyberspace hört und sich bis dahin wenig mit solchen Dingen beschäftigt hat, wird leicht glauben, es handele sich um eine technische Spielerei, der wenig Bedeutung beizumessen sei. … Betrachtet man die Entwicklungsgeschichte vom Panorama zum Cyberspace, dann zeigt sich, dass Fortschritte auf dem einen Gebiet zunächst immer mit Rückschritten auf anderen Gebieten bezahlt werden mussten. … Mit der Fotografie beginnt die moderne Maschinentechnik den Menschen aus der Bildherstellung zu verdrängen. Das ist ein tiefer und folgenreicher Einschnitt, dessen Bedeutung auch daran abzulesen ist, dass die Fotografie in einem Zeitraum von etwa zehn Jahren von verschiedenen Menschen gleichzeitig erfunden wurde. Einer dieser Erfinder war Daguerre, der sich zunächst als Panoramamaler einen Namen machte, dann das Diorama erfand und schließlich in dem Gebäude, das das Diorama beherbergte, an der Erfindung der Fotografie arbeitete, auf die er 1839 unter der Bezeichnung ‚Daguerreotypie‘ als erster ein Patent erhielt. …

Wie bereits bei der Fotografie fasziniert die Entstehung neuer Welten, nur dass man sie jetzt nicht nur betrachten, sondern in ihnen leben will. Am naheliegendsten ist es, dieses Ziel durch die Kombination der bereits in Gebrauch befindlichen Medien erreichen zu wollen. … Insgesamt lässt sich sagen, dass der für Cyberspace nötigen Technologie ganz überwiegend Entwicklungen zugrunde liegen, die im Auftrag des Militärs durchgeführt wurden. … Cyberspace hat ganz offensichtlich Eigenschaften, die es leicht machen, die künstlichen Datenwelten als höhere Wirklichkeit auszugeben. Da ist einmal die Aufhebung von Raum und Zeit. Dazu kommt der abnorme Seelenzustand, der mit nichts sonst zu vergleichen ist. Außerdem erlebt sich der Mensch als körperlos. Die Abenteuer, die durchlaufen werden, setzen eine Trennung vom eigenen Leib voraus. Schließlich ist auch zu bedenken, wie verführerisch die Möglichkeit erscheinen muss, auf einen Schlag dem bedrängenden Alltag zu entrinnen und dabei zugleich eine höhere Welt zu gewinnen.“[1]

Rechtsphilosophische Betrachtung

JurisPedia hilft den jungen Internetnutzerinnen und –nutzern, ein ausgewogenes Verhältnis zum Recht zu finden. Die abstrakte Schönheit des Rechts ist still und spröde und erschließt sich nur der werbenden Bemühung. Abstraktion ist naturgemäß zurückgezogen und heimlich, sie schenkt sich nur denjenigen, die wirklich um sie werben. Das heißt, man muss sich den Verständniszugang zum Recht geistig erwandern, man muss sich anstrengen, man muss sich Zeit lassen, man muss sich konzentrieren. Diese Konzentration fällt leicht, weil man sich auf die Technikhandhabung, auf das Labyrinth und die darin möglichen Überraschungen spielend beschränken kann.

Romantisches Erleben ist dadurch gekennzeichnet, dass in uns die Erfahrung unserer eigenen Person ausgeweitet wird, dass „Saiten“ zum Erklingen gebracht werden, deren Klang wir noch nicht kennen, dass wir die Grenzen unserer eigenen Person aus der Dämmerung hervortreten sehen und wir uns selbst bis an die Grenzen unserer Person kennenlernen. Natürlich sind solche Erlebnisse neu, sind aufwühlend und befriedigend und wecken den Wunsch, jene Netzplätze wiederzufinden, an denen unsere einstige Überraschung stattgefunden hatte. Romantisches Erleben ist Ausdruck eines erotischen Verhältnisses zum Ort; Erotik, im Griechensinn verstanden, als Idealisierung einer Person. Dieses Erkennen des Rechts lässt dieses dann auch für Nichtjuristinnen und Nichtjuristen als schutz- und pflegebedürftig erscheinen. Das Recht wird für die erkennenden Menschen seelisch ungeheuer ernst. Das ist es, was uns an der Gerechtigkeit so beeindruckt, ihre so genannte „Majestät“, die Abstraktheit bis über alle Materiegrenzen hinaus.[2]

Sozialphilosophische Betrachtung

„Dieses System hat aus dem natürlichen Raum einen virtuellen Raum gemacht, es hat die absolute Vorrangstellung des Marktes und seiner Schwankungen etabliert und äußerst geschickt jeglichen Reichtum konfisziert und ihn außer Reichweite gebracht oder in Form von Symbolen abgewertet, die zu Kontenpunkten des abstrakten Geld- und Güterverkehrs wurden und nur noch rein virtuellen Austauschbeziehungen zur Verfügung stehen.

Trotzdem mühen wir uns noch mit Flickschustereien an einem verfallenen System ab, das längst nicht mehr wirkt, aber von uns dennoch für den Schaden verantwortlich gemacht wird, den in Wirklichkeit die Einführung des neuen, allgegenwärtigen, aber verdrängten Systems verursacht hat. Dass unser Augenmerk abgelenkt ist, kommt manchen sehr gelegen, es ermuntert sie, die allgemeine Verwirrung weiter voranzutreiben.

Uns bringt weniger die augenblickliche Situation in Gefahr – sie wäre durchaus zu ändern – als unsere blinde Zustimmung und allgemeine Resignation gegenüber all dem, was völlig undifferenziert für unausweichlich gehalten wird. Sicher, angesichts der Folgen dieser globalen Wirtschaftsführung kommen zwar allmählich Bedenken auf, meistens handelt es sich jedoch um eine unbestimmte Angst, und diejenigen, die sie spüren, wissen nicht, woher sie kommt.“[3]

Fußnoten

  1. Heinz Buddemeier, Leben in künstlichen Welten, IV. Cyberspace oder virtuelle Welt, Seiten 81 – 102, Verlag Urachhaus Johannes M. Mayer GmbH, Stuttgart 1993; Prof. Heinz Buddemeier lehrte bis zu seiner Emeritierung Medienwissenschaft an der Universität Bremen.
  2. Textvariation von „Familienbergsteigen und Persönlichkeitsbildung“ nach Universitätsprofessor Dr. Josef Klingler, Klagenfurt, erschienen in den Mitglieder-Mitteilungen des Österreichischen Alpenvereins, Heft 6, 1987, Seite 4/5
  3. Viviane Forrester, Der Terror der Ökonomie, Seite 61/62, französische Originalausgabe der Librairie Arthème Fayard, Paris 1996; deutsche Taschenbuchausgabe im Wilhelm Goldmann Verlag, München 1998


Siehe auch

International.png Den Begriff Cyberspace im weltweiten juristischen Web finden
Uk flag.png Den Begriff cyberspace im juristischen Web des Vereinigten Königreiches finden
Us flag.png Den Begriff cyberspace im Vereinigten Staaten juristischen Web finden
International.png Den Begriff Kybernetik im weltweiten juristischen Web finden
International.png Den Begriff Daguerreotypie im weltweiten juristischen Web finden
Fr flag.png Den Begriff "Viviane Forrester" im französischen juristischen Web finden ("Viviane Forrester" in Deutsch)
De flag.png Den Begriff "Ewige Jagdgründe" im deutschen juristischen Web finden

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