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Phaethon, im Christentum auch als "Luzifer" bekannt

Das altgriechische Göttergleichnis von Gustav Schwab, dem einstigen Lehrer am Eberhard-Ludwigs-Gymnasium im 19. Jahrhundert in Stuttgart, diente damals zur Erziehung der großbürgerlichen Jugend. Die gleiche höhere Schule besuchte auch der spätere Hitler-Attentäter Graf von Stauffenberg und der Auschwitz-Ankläger Fritz Bauer. Das Lehrgleichnis geht so:

„Des Sonnengotts Helios Palast stand hoch auf herrlichen Säulen erbaut und schimmerte von lichtem Gold und Karfunkel; die oberste Wölbung war von Elfenbein, breite Doppeltüren strahlten im Silberglanz und führten in eine hohe, sonnenlichte Halle. In diese trat der junge Phaethon, der Sohn des Helios, und verlangte nach seinem Vater. Nur von fern stellte er sich hin, denn in der Nähe war das strahlende Licht nicht zu ertragen.

Vater Helios, von Purpur umhüllt, saß auf seinem smaragdenen Thron, zu seiner Rechten und Linken stand sein Gefolge: der Tag, der Monat, das Jahr, die Jahrhunderte, umgeben von den lieblichen Horen (Stunden), ferner der Lenz mit Blüten, der Sommer mit Ähren bekränzt, der Herbst mit dem Füllhorn voll Trauben, und der Winter mit Schnee und Eis in Haaren und Mantel. Alle schauten neugierig auf den Jüngling.

‚Was führt dich hierher, in meinen Palast?‘ sprach Helios. ‚Erlauchter Vater,‘ entgegnete Phaethon, ‚man beschimpft mich und meine Mutter Klymene! Sie sprechen auf der Erde, ich erheuchle nur himmlische Herkunft und sei der Sohn eines dunkeln Vaters. Darum komme ich, von dir ein Pfand zu erflehen, was mich vor aller Welt als deinen Sohn beglaubigt.‘ Helios umarmte ihn und sprach: ‚Ich werde dich und deine Mutter Klymene niemals verleugnen. Damit du an mir nicht zweifelst, wünsche dir irgend etwas! Ich schwöre dir beim Styx, deine Bitte soll erfüllt werden.‘

Phaethon vernahm diese Rede hocherfreut und rief: ‚Lass mich deinen geflügelten Sonnenwagen nur einen Tag lenken, das ist mein glühendster Wunsch, Vater!‘ Der Sonnengott schüttelte bestürzt das Haupt. ‚Wehe, mein Sohn!‘ sprach er: ‚Nimmer kann ich dir dies gewähren! Du verlangst ein Amt, dem deine Kräfte nicht gewachsen sind, und erstrebst mehr, als selbst den Göttern vergönnt ist. Niemand außer mir vermag auf der glutensprühenden Achse zu stehen. Wenn ich auf meinem Wagen über den höchsten Himmel hinwegfahre und in die Tiefen herniederblicke, so erfasst mich selbst oft Grausen und Schwindel. Der Weg ist mühsam und gefährlich. Darum fordere kein so verderbliches Geschenk! Ändere deinen Wunsch; verlange, was du sonst willst von allen Gütern des Himmels und der Erde, du sollst es haben.‘

Der Jüngling aber ließ sich nicht abbringen, und Helios hatte beim Styx geschworen; er musste den Schwur halten. So nahm er denn seufzend seinen Sohn bei der Hand und führte ihn zu dem Sonnenwagen, dem Meisterstück des Hephaistos. Von lichtem Golde war der Wagen, die Speichen silbern, und vom Joche schimmerten Chrysolithen und Rubinen. So lang Phaethon die herrliche Arbeit anstaunte, tat im Osten die erwachte Morgenröte ihr Purpurtor auf und ihren mit Rosen gefüllten Saal. Die Sterne verschwanden, als letzter der Morgenstern, und die äußersten Hörner des Halbmondes verloren sich am Rande des Horizonts. Seufzend gab Helios den Horen den Befehl, die Rosse zu schirren. Hurtig führten diese die von Ambrosia satten, feurigen Tiere von den ehernen Krippen und legten ihnen Zaum und Geschirr an.

Währenddessen bestrich Helios das Antlitz seines Sohnes mit einer duftenden Salbe, welche seine Haut fähig machte, die Flammen der Sonne zu ertragen. Um seine Locken band er ihm seufzend die Strahlenkrone und sprach: ‚Schone mir ja die Stacheln, Kind, und brauche nur die Zügel, denn die Rosse rennen von selbst, und es kostet Mühe, sie im Fluge zu halten! Du erblickst deutlich das Gleis der Räder. Bleibe in diesem und senke dich nicht zu tief, sonst gerät die Erde in Brand, und fahre nicht zu hoch, sonst entzündest du den Himmel! Aber noch ist es Zeit, ehe die Nacht ganz entflieht, besinne dich, mein Sohn, und überlass mir die Fahrt! Gib mir, ich bitte dich, die Zügel und lass mich der Welt das Licht spenden!

Also bat er, aber der Jüngling schien ihn nicht zu verstehen, er schüttelte freudig die Zügel in den Händen und winkte dem besorglichen Vater lächelnd zu. Eben waren die Pforten aufgetan worden, und mit glutatmendem Schnauben und Wiehern stürmten die vier Flügelrosse hinaus in die dämmerige Frühe. Die Welt lag im unendlichen Raume vor dem Blicke des Knaben, indessen die feurigen Renner die steilen Bahnen emporflogen und die vor ihnen aufdampfenden Morgennebel spalteten. Bald fühlten die Rosse, dass der Wagen nicht die gewohnte Last hatte, sondern Sprünge machte und schwankte wie ein Schiff, das nicht das rechte Gewicht hat. Als die Tiere auch merkten, dass der seitherige starke Lenker fehlte, liefen sie nicht mehr in der alten Ordnung und verließen die gewohnten Bahnen.

Phaethon begann zu zittern, er war des Weges unkundig und wusste nicht, wie er die Rosse bändigen und lenken solle. Er sah rückwärts: schon lag ein Teil des Himmels hinter ihm, aber viel mehr dehnte sich vor ihm aus. Als er nun auch hinabsah auf die noch tief unter ihm sich hinstreckenden Lande, schwindelte ihm, er wurde blass, und seine Knie wankten. Entsetzt starrte er in die Weite, zog die Zügel an und wollte den Rossen zurufen, aber er hatte die Namen vergessen. Mit Grauen sah er am Himmel die erschrecklichen Sternbilder. Plötzlich schauderte ihn, er ließ die Zügel fahren, und als sie herabschlotternd den Rücken der Pferde berührten, wurden diese scheu und schweiften seitwärts in fremde Luftgebiete. Sie stürmten bald hoch empor, bald tief hernieder. Jetzt stießen sie an den Fixsternen an, jetzt wurden sie auf jähem Pfade hinabgerissen in die Nähe der Erde.

Dabei berührten sie die erste Wolkenschicht, die bald erhitzt aufdampfte. Immer tiefer sank der Wagen und war unversehens einem Gebirgsstock nahe gekommen. Da lechzte der Boden vor Hitze und spaltete sich entzwei, weil plötzlich alles austrocknete. Das Heidekraut wurde gelb und begann zu glimmen, das Laub der Waldbäume loderte auf und brachte die Feuerlohe hinab in das ebene Land. Die Saat wurde von den Flammen verzehrt, ganze Städte gingen in Feuer auf, und die Ströme versiegten.

Mit Schauder sah Phaethon den Erdkreis entzündet. Die Glut wurde ihm unerträglich, er konnte den Qualm und die vom Brand aufsteigende Asche nicht mehr ertragen. Das Flügelgespann riss ihn willenlos mit sich fort, und es wurde Nacht vor seinen Augen. Da ergriff die Glut seine Haare, er stürzte aus dem Wagen, wurde gleich einer Sternschnuppe brennend durch die Luft gewirbelt und flog in den Strom Eridanos, der ihm das versengte Antlitz bespühlte. Mitleidige Najaden begruben ihn, sein armer Vater Helios aber verhüllte sein Haupt in tiefer Trauer, und seine Mutter Klymene weinte mit ihren Töchtern, den Heliaden, so lange um ihn, bis die Schwestern in Erlen, und ihre Tränen in Bernstein verwandelt wurden. Das ist die Sage von Phaethon.“[1]

Fußnoten

  1. Gustav Schwab, Sagen des klassischen Altertums, Loewes Verlag Ferdinand Carl, Stuttgart


Siehe auch

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