Willkommen auf JurisPedia! Sie sind dazu eingeladen, ein Benutzerkonto einzurichten und zu teilzunehmen. Sie dürfen dafür neue Beiträge schreiben oder bearbeiten, oder die Suchemaschine im Recht Ihres Landes verbessern. Nutzer sollten die Lizenzbestimmungen lesen.
Es gibt zur Zeit 14.972 in ständiger Konstruktion …

Besessenheit

aus jurispedia, das gemainsame Recht
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel ist ein Entwurf für ein Rechtsthema. Ihr könnt mit Bearbeitung Inhalte einfügen oder ändern. Ihr könnt auch die Suchmaschine benutzen…

Suche im Recht weltweit 20px-International.png
Google Custom Search

Hauptseite > Religionsrecht > Schamanismus > Arbitrium brutum > Kollektive symbolische Sinnwelt > Missionsphilosophie
International.png


Die Definition für das Phänomen 'Besessenheit' von Miguel Barnet lautet folgendermaßen:

"Ein Besessener ist ein Mensch, der einen Gott oder eine Göttin empfängt. Diese(r) besteigt ihn als sein/ihr 'Pferd', das heißt, er/sie besteigt dessen Körper und zwingt ihn zu Verrenkungen und Gesten, die Wesensmerkmale des jeweiligen Gottes tragen. Ebenso kann der Besessene mit außerordentlich virtuoser Begabung tanzen und singen, wobei er natürlich immer die Ausdrucksweise des jeweiligen Gottes versinnbildlicht."


Inhaltsverzeichnis

Quelle

Miguel Barnet, Afrokubanische Kulte, Seite 33/34, edition suhrkamp 2143, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2000


Religionsphilosophische Betrachtung

Wenn frau die biblische Schlussszene aus der „Offenbarung des Johannes“ (19.10 – 16) in der Textform der deutschen Einheitsübersetzung als ersehnten Fall von männlicher Besessenheit deutet, dann ergibt sich ein ganz neues Zukunftsbild für die Menschheit:

„Das Zeugnis Jesu ist der Geist prophetischer Rede: Dann sah ich den Himmel offen, und siehe, da war ein weißes Pferd, und der, der auf ihm saß, heißt ‚Der Treue und Wahrhaftige‘; gerecht richtet er und führt er Krieg. Seine Augen waren wie Feuerflammen, und auf dem Haupt trug er viele Diademe; und auf ihm stand ein Name, den er allein kennt. Bekleidet war er mit einem blutgetränkten Gewand; und sein Name heißt ‚Das Wort Gottes‘. Die Heere des Himmels folgten ihm auf weißen Pferden; sie waren in reines, weißes Leinen gekleidet. Aus seinem Mund kam ein scharfes Schwert; mit ihm wird er die Völker schlagen. Und er herrscht über sie mit eisernem Zepter, und er tritt die Kelter des Weines, des rächenden Zornes Gottes, des Herrschers über die ganze Schöpfung. Auf seinem Gewand und auf seiner Hüfte trägt er den Namen: ‚König der Könige und Herr der Herren‘.“

Das Pferd (französisch: 'le cheval' mit grammatikalisch männlichem Geschlecht) gilt bei Besessenen als eine Allegorie für sie selbst, denn sie nehmen ihren Gott ganz in sich auf und geben ihre menschliche Vernunft vorübergehend ab, um die göttliche Perspektive – als Psychose oder Trip - zu erlangen. Ein weißes Pferd steht wohl allegorisch für einen gutwilligen Gläubigen, aber gutwillig im beschränkten eigenen Sinn sind auch Fundamentalisten. Die Besessenheit durch den Siegesgott „Christus“ führt dann aus Sicht der Christgläubigen automatisch oder formallogisch zu christlichen Taten. Dieser uralte naturreligiöse Glaube wurde durch das deutsche Fallbeispiel des besessenen römisch-katholischen Österreichers Adolf Hitler (1889 – 1945) endgültig als ein lebensgefährlicher Irrglaube entlarvt. Möge der für alle schreckensreiche nationalstaatliche deutsche Untergang den Monotheisten und Nationalisten der Erde als ewige Mahnung dienen!


Rechtshistorische Betrachtung

Der indogermanische Volksstamm der Sachsen besitzt – vergleichbar mit den Schwaben bzw. Staufern – drei Römische Kaiser, die als Otto I., II. und III. oder „Ottonen“-Triumvirat bezeichnet werden können. Kaiser Otto I., der Große (912 – 973), war der Sohn des Sachsenherzogs und Deutschen Königs Heinrich I. (ca. 875 – 936), der Lothringen im Jahr 919 von den „Karolingern“ für Deutsch-Land (= Ostfranken) erobert hatte. Otto I. wurde als berechtigter Thronfolger im Jahr 936 in Aachen zum Deutschen König gekrönt. Er heiratete im Jahr 952 Adelheid von Burgund, ließ sich 962 von Papst Johannes XXII. zum Christlichen Kaiser krönen und gründete im Jahr 968 das Erzbistum Magdeburg. Seinen Sohn und Nachfolger Otto II. (955 – 983) verheiratete er im Jahr 972 mit der byzantinischen Prinzessin ‚Theophano‘ (ca. 955 – 991), die der Sachsendynastie den Kaiserenkel Otto III. (980 – 1002) gebar. Otto III., der im Jahr 991 schon zur Vollwaise geworden war, wurde von seiner Großmutter Adelheid von Burgund westeuropäisch erzogen. Doch die auf das Königskind projizierten Heilserwartungen für die vier (4) römischen Reichsteile „Roma“ (= Italien), „Gallia“ (= Frankreich), „Germania“ (= Deutschland) und „Sclavinia“ (= Slawenland) konnte der dritte Ottone noch nicht erfüllen. Der wohl ursprünglich für ihn handschriftlich angefertigte, reich bebilderte Codex Bibl. 140 der Staatlichen Bibliothek Bamberg (liegt heute in Nordbayern) über die „Apokalypse des Johannes“ mit einem Krönungsbild des Kaisers wurde erst nach dem Tod Ottos III. fertig. Das wertvolle Buch wurde dem Kollegiatsstift „St. Stephan“ vom Kaiserpaar Heinrich II. und Kunigunde geschenkt. Das Bistum Bamberg war im Jahr 1007 zur Grenzsicherung der östlichen Reichsgrenze gegen die feindlichen slawischen Stämme von Kaiser Heinrich II. gegründet worden.

Ortho-doxe (= rechtgläubige) und Römisch-Katholische (= weltkirchliche) Christen und Christinnen blieben in Europa weiterhin rechtsmoralisch bzw. dynastisch gespalten. Das kaiserlich-sächsische Stifterpaar liegt im Dom zu Bamberg begraben. Kaiser Heinrich II. (973 – 1024) wurde im Jahr 1146 als letzter Sachsenkaiser von der Vatikanstadt heiliggesprochen. Zwischen den Jahren 1215 und 1230 erhielten die stolzen Sachsen im Auftrag des Stauferkaisers Friedrich II. ihren „Sachsenspiegel“ als aufgeschriebenes Landesgesetzbuch in Latein und Niederdeutsch. Der „Sachsenspiegel“ hat das Stammesgewohnheitsrecht der sächsischen Bauern und das Lehensrecht des sächsischen Adels für die interessierte Nachwelt schriftlich bewahrt. Spätestens mit der deutschen Reichsgründung 1871 verlor der „Sachsenspiegel“ auf deutschem Staatsgebiet seine Geltung!!!


Siehe auch

De flag.png Den Begriff Besessenheit im deutschen juristischen Web finden
At flag.png Den Begriff Besessenheit im österreichischen juristischen Web finden
Ch flag.png Den Begriff Besessenheit im schweizerischen juristischen Web finden