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Arbeitsrecht (de)

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Deutschland > Privatrecht > Europäisches Arbeitsrecht
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Das Arbeitsrecht definiert die „Spielregeln“ zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Es gilt als Sonderprivatrecht der Arbeitnehmerschaft, die gut 4/5 der Erwerbstätigen im Staat umfasst. Das heute in Deutschland geltende Arbeitsrecht wurde weitgehend von den Arbeitern und Arbeiterinnen selbst gegen die Interessen der Arbeitgeber erkämpft und mit demokratischen Mitteln durchgesetzt.


Rechtshistorische Betrachtung

Erst durch die Industrialisierung seit dem 17. Jahrhundert wurde staatlich gesetztes Arbeitsrecht für die außerhalb der handwerklichen Zunftordnungen stehende Arbeiterschaft zum Thema für die Herrschenden. Zum Schutz der Arbeiterfamilien mussten sie nun Arbeitszeiten, Lohnzahlungen, Frauen- und Kinderarbeit und Sicherung bei Krankheit, im Alter und bei Arbeitslosigkeit gesetzlich regeln, um dem zunehmenden städtischen Elend eine normative Schranke zu setzen. Die preußischen „Fabrikengerichte“ im ausgehenden 18. Jahrhundert wandten dafür noch polizeiliches Ordnungsrecht an.

Das erste deutsche Arbeitsrecht im eigentlichen Wortsinn stellte die Gewerbeordnung von 1869, erlassen vom Norddeutschen Bund dar. Sie sorgte damals für günstigere Lohn- und Arbeitsbedingungen für gewerbliche Arbeitnehmer. Nach der Reichsgründung folgten Bismarcks Sozialgesetze. Das Arbeitsrecht des Deutschen Reiches von 1871 gliederte sich noch in das Gesinderecht, das Beamtenrecht und das Recht der gewerblichen Arbeitnehmer. Vor allem die Gewerbefreiheit und die Vertragsfreiheit beim Arbeitsvertrag waren wichtige zentrale Arbeitsrechte für die anbrechende postfeudale Zeit in Europa. Es folgten 1891 die Arbeitsschutznovelle, 1903 das Kinderschutzgesetz und 1911 das Hausarbeitsgesetz.

Die Weimarer Reichsverfassung erkannte 1918 in ihrem Art. 163 WRV sowohl ein Recht auf Arbeit als auch eine Pflicht zur Arbeit an. Beides war jedoch nicht einklagbar; die Norm blieb vorerst ein sozialdemokratisches Ideal in Gesetzesform. Weitere arbeitsrechtliche Reformgesetze der Weimarer Republik bis 1926 waren:

Im Jahr 1927 begann das Reichsarbeitsgericht als oberstes Gericht des neuen Instanzenzugs mit seiner Rechtsprechung. Seit damals sorgen die deutschen Arbeitsrichter und –richterinnen für die notwendige Rechtsfortbildung im deutschen Arbeitsrecht. Im gleichen Jahr 1927 bewirkte das Gesetz über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung u.a. die Gründung staatlicher Arbeitsämter (heute: Arbeitsagenturen und kommunale Jobcenter).

Die wegweisenden Reformen der Weimarer Republik im Arbeitsrecht konnten nach der reaktionären NS-Diktatur juristisch wieder aufgegriffen und weitergeführt werden. So stellt das heutige Arbeitsrecht in Deutschland eine Weiterentwicklung der aufgeklärten preußischen Arbeitsgesetzgebung dar.

Wichtige Gesetze des deutschen Arbeitsrechts:

Siehe auch

De flag.png Den Begriff Arbeitsrecht im deutschen juristischen Web finden
De flag.png Den Begriff Reichsarbeitsgericht im deutschen juristischen Web finden