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Anarchie

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Das Wort 'Anarchie' stammt aus der griechischen Sprache und bedeutet Herrschaftslosigkeit. Der Begriff bezeichnet einen gesetz- und autoritätslosen Zustand in der Gesellschaft und auch innerhalb des Staates. Im praktischen Leben bedeutet Anarchie die teilweise oder vollständige Dysfunktion der Staatsgewalt. Für Pubertierende bedeutet Anarchie persönliche Freiheit.


Inhaltsverzeichnis

Rechtshistorische und rechtsphilosophische Betrachtungen

Am 08.10.1898 erschien in der Zeitschrift „Der Sozialist“ eine redaktionelle Stellungnahme von Gustav Landauer zu den Veröffentlichungen des anarchistischen Autors John Henry Mackay in der Ausgabe Nr. 39 des „Magazin für Literatur“. Damals war Dr. Rudolf Steiner der Chefredakteur dieses Magazins. Die schriftliche politische Auseinandersetzung zweier anarchistischer Zeitgenossen kann heute noch von Interesse sein:

„Herr John Henry Mackay ist, wie er in einem Offenen Brief an den Redakteur des Magazins für Literatur, Herrn Dr. Rudolf Steiner mitteilt, von seinen Freunden dringender als je aufgefordert worden, gegen die ‚Taktik der Gewalt‘ wieder einmal Stellung zu nehmen, damit er nicht Gefahr laufe, als Ausländer aus Deutschland verwiesen zu werden. … Ich bestätige Herrn Mackay gern, dass er sich seit langen Jahren tatsächlich lediglich ‚im Sinne einer unblutigen Umgestaltung der Verhältnisse‘ am öffentlichen Leben beteiligt. Nicht nur unblutig, sogar blutlos. … Ja, ich gehe sogar so weit, zu glauben, es wird Herrn Mackay ganz recht sein, im ‚Sozialist‘ angegriffen zu werden. Das ist so gut wie ein Führungsattest. Um ernst zu werden: es ist mir sehr peinlich und es schmerzt mich, dass John Henry Mackay, der jetzige John Henry Mackay den früheren, den kühnen, ungestümen Rebellen, so wenig achtet, dass er vor den Regierungen ausdrücklich auf seine Ungefährlichkeit hinweist. … Herr Mackay ist indessen weit davon entfernt, auf den Namen eines Anarchisten Verzicht zu leisten. Im Gegenteil: er erklärt aufs neue, dass alle die, die sich bei uns und anderswo Anarchisten nennen, besonders die der Propaganda der Tat huldigen, ‚keine Anarchisten, sondern samt und sonders revolutionäre Kommunisten sind‘.

Damit erklärt Herr Mackay, es bestehe ein Zusammenhang zwischen der Idee der kommunistischen Wirtschaftsweise und der Gewalttat, während der Individualismus notwendig mit Gewaltlosigkeit verbunden sei. Heilloser ist wohl selten die Wahrheit verwirrt worden. Mögen die anarchistischen Attentäter noch so sehr – es ist nicht bei allen der Fall – für Kommunismus und freies Genussrecht in einer zukünftigen Gesellschaft geschwärmt haben, als Tatmenschen waren sie Individualisten und Anarchisten. Was in ihnen zum Durchbruch kam, war nicht moralischer Kommunismus, Herdenmoral, sondern die Rebellion des Individuums gegen die autoritäre Gewalt. Mag es Mackay noch so oft behaupten – er, der sich ‚nicht zu wiederholen pflegt‘ -, dass der Individualismus ohne Anwendung von Gewalt vorgehen müsse, im Begriff des Individualismus liegt diese Gewaltlosigkeit keineswegs. Da handelt es sich lediglich um Unterschiede der Taktik, des Temperaments: es sind Lebensfragen, nicht Lehrfragen. …

… Ich will Herrn Mackay sagen, wodurch sich in Wahrheit die Anarchisten, die er nicht gelten lassen will, von seinen Literatur-Anarchisten unterscheiden: durch Mut, Betätigungsdrang und Aktionslust. Das merkt man auch ganz deutlich an Herrn Rudolf Steiner, der in derselben Nummer des ‚Magazins‘ Mackays Brief beantwortet. Da heißt es unter anderem: ‚Er (der individualistische Anarchist) weiß, dass der Staat im letzten Augenblicke, wenn die Sozialdemokratie ihre Konsequenzen ziehen wird, seine Kanonen wirken lassen wird.‘ Es ist äußerst charakteristisch, dass in diesem letzten Augenblick nach der Meinung des Herrn Steiner lediglich die Sozialdemokratie ihre Konsequenzen ziehen wird. Wo befindet sich denn in diesem Moment nach Herrn Steiners Meinung der individualistische Anarchist? Das ist das Kennzeichen der Tucker, Mackay, Steiner: sie haben zwar Meinungen und Theorien, aber sie ziehen keine Konsequenzen aus ihnen …“[1]


Fußnoten

  1. Ruth Link-Salinger, Signatur: g.l. Gustav Landauer im „Sozialist“, III. Sozialismus, Ein Leumundszeugnis für Herrn John Henry Mackay, Seiten 268 – 271, edition suhrkamp 1113, Neue Folge Band 113, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1986

Siehe auch

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