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Abtreibung (de)

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Der Schwangerschaftsabbruch in Deutschland ist in den §§ 218 - 219 b StGB gesetzlich geregelt.


Rechtshistorische und rechtsanthropologische Betrachtungen

„Merians Bericht über den Glauben der Afrikaner an die Wiedergeburt nach dem Tod und ihre Überzeugung, dass sie als Freie wiedergeboren würden, war nichts Neues in europäischen Berichten über die Sklaverei in Amerika. George Warren hatte ihn in seiner ‚Impartial Description of Surinam‘ (1667) erwähnt und angefügt. ‚Dieser Glaube bringt viele dazu, nur zu gern ihren Tod zu suchen, da sie nicht anders hoffen, aus ihrem Sklavendasein befreit zu werden.‘ Charles de Rochefort berichtete das gleiche über die Sklaven auf den französischen Karibikinseln und Richard Ligon von den Sklaven auf Barbados. Beide erwähnten die Flucht oder den Sklavenaufstand als andere Versuche, sich vom grausamen Herrn zu befreien. Hans Sloane fügte später ein Detail hinzu: Die ‚Neger‘ würden sich die Kehle durchschneiden, ‚weil sie sich vorstellten, damit von ihrem Sklavenstand loszukommen und frei zu werden‘.

Das besondere an Merians Bericht besteht darin, dass sie ihn als Gespräch darstellte – ‚wie sie mich aus eigenem Mundes unterrichtet haben‘ – und als ein Gespräch mit Frauen, die ihr auch erzählten, dass sie lieber ihre Kinder abtrieben, als Sklaven zur Welt zu bringen. Schon lange vorher hatten spanische Mönche in ihren Briefen von Indianerinnen berichtet, die in ihrer Erschöpfung und Verzweiflung ‚Giftpflanzen‘ benutzten, um ihre Leibesfrucht zu töten. Und 1707 sagte der Arzt Hans Sloane vom Sennastrauch, den er auf sumpfigen Feldern und an Flussufern in Jamaika gesehen hatte, ‚er führt sehr rasch die Menstruation herbei, verursacht den Abgang der Leibesfrucht usw. und leistet all das, was jede Jungfernpalme oder ein starkes Emmenagogum bewirkt.‘

Im ‚Insektenbuch‘ nennen die Indianerinnen selbst Maria Sibylla Merian das Abtreibungsmittel: den ‚Pfauenhut‘, dessen Samen auch wehenbeschleunigend wirken. Hier werden die ‚Frauengeheimnisse‘ öffentlich miteinander geteilt und mit einer gewissen Sympathie von einer Europäerin mitgeteilt, in deren Welt Abtreibungen illegal und eine Sünde waren.“[1]


Fußnoten

  1. Metamorphosen – Maria Sibylla Merian, Natalie Zemon Davis, Seite 189; in: Maria Sibylla Merian, Ausstellungskatalog des Historischen Museums Frankfurt am Main, 18.12.1997 – 01.03.1998, Herausgeber Kurt Wettengl, Verlag Gerd Hatje, Ostfildern-Ruit 1997


Siehe auch

De flag.png Den Begriff Schwangerschaftsabbruch OR Abtreibung im deutschen juristischen Web finden
Fr flag.png Den Begriff avortement im französischen juristischen Web finden (avortement in Deutsch)
Nl flag.png Den Begriff afdrijving im Niederlanden juristischen Web finden
Uk flag.png Den Begriff abortion im juristischen Web des Vereinigten Königreiches finden
Us flag.png Den Begriff abortion im Vereinigten Staaten juristischen Web finden

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