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Ästhetischer Staat des schönen Umgangs

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Friedrich Schiller hat seinen "ästhetischen Staat des schönen Umgangs" folgendermaßen charakterisiert:

Der "Ästhetische Staat des schönen Umgangs" bildet nur das menschlich-ethische Wirtschaftsleben ab. Schwarzhandel, Schwarzarbeit, Menschenhandel, Drogenhandel, Schmuggel und andere gewohnheitsrechtliche Wirtschaften sind begrifflich ausgeschlossen!


Inhaltsverzeichnis

Herkunft des synthetischen Begriffs

Friedrich Schiller, Über die ästhetische Erziehung des Menschen in einer Reihe von Briefen, Sieben und zwanzigster Brief, 9. Absatz, 1793 geschrieben an den dänischen Herzog Friedrich Christian von Holstein-Sonderburg-Augustenburg als Dank für ein Stipendium


Philosophische Unterweisung

Mütter, Schwestern und Geliebte bringen Männer normalerweise an ihre Gefühle - Töchter später auch. Seit Platons „Gastmahl“ sind die sieben (7) notwendigen inneren Entwicklungsstufen bekannt. Die Beschreibung des matriarchalen, sexualtherapeutischen Weges zur Liebe in leicht modernisierter Sprachform geht so:


1. Liebensstufe

Wenn ein junger Mann den rechten Weg gehen will, dann muss er sich bemühen, schöne Körper zu finden, und zunächst einen einzigen Körper lieben und in ihm schöne Gedanken zeugen.

2. Liebensstufe

Danach wird der Jüngling begreifen, dass die Schönheit in dem einen Körper der Schönheit in anderen Körpern verschwistert ist, und dass es große Torheit wäre, beim Suchen einer schönen Gestalt, diese Schönheit in vielen materiellen Körpern nicht für ein und dieselbe zu halten.

3. Liebensstufe

Hat der reifende Mann dies eingesehen, so wird er viele schöne Körper lieben und seine heftige Leidenschaft für einzelne, früher geliebte Körper wird nachlassen, weil sie ihm durch Gewohnheit und mit der Zeit verächtlich und gering erscheinen.

4. Liebensstufe

Danach wird der reife Mann die Schönheit der Seele höher werten als die des Leibes, so dass ein rechtschaffener Mensch mit rechtbeschaffener Seele, auch wenn er oder sie keinen besonderen äußeren Reiz haben, genügt. Der reife Mann wird diesen Menschen lieben und hegen und solche Gedanken in seiner Beziehung zeugen, die junge Menschen zum Guten erziehen. Er fühlt sich gezwungen, in den Taten und den Gesetzen das Schöne zu schauen. So wird er sehen, dass alle Schönheit miteinander verwandt ist, und er wird ab jetzt bloße körperliche Schönheit geringer achten.

5. Liebensstufe

Vom tätig Liebenden wird dieser Mann nun zum Erkennen weitergeführt, damit er auch diese Schönheit sehen lernt. Dann wird er nicht mehr der Schönheit am Einzelnen knechtisch dienen und sich dadurch selbst immer minderwertiger und kleiner machen. Vielmehr wird er sich nun dem weiten Meer des künstlerischen Schönen zuwenden, es betrachten, viele schöne und erhabene Reden zeugen und seine Gedanken im unermüdlichen Streben nach Weisheit entwickeln, bis er gekräftigt und gereift eine Erkenntnis erblickt, eine einzige, die Erkenntnis des abstrakten, absoluten Schönen.

6. Liebensstufe

Wenn der geniale Mann durch die Schule der Liebe bis hierher geführt werden konnte, indem er Schritt für Schritt auf dem rechten Weg das Schöne schaut, dann wird er kurz vor dem Ziel der Unterweisung plötzlich ein Schönes von wunderbarem Wesen erblicken. Diesem ewig Schönen galten alle früheren Mühen, denn es ist ohne Werden und Vergehen, ohne Wachsen und Schwinden, ohne hässliche Rückseite, ohne Welken, ohne Schönheitsmaßstab, ohne Diskussion. Dieses Schöne tritt dem Menschen nicht als Antlitz vor Augen, nicht als menschliches Kunstwerk, nicht als Wort oder Erfindung. Es ist auch kein Teil eines Lebewesens, kein Erdteil, kein Himmelskörper oder sonst etwas Materielles.

7. Liebensstufe

Das höchste Schöne tritt dem Menschen entgegen als es selbst, als ein Wesen von ewiger Art, an dem alles übrige Schöne irgendwie Anteile hat. Wenn sterbliche Schöne neu entstehen und wieder vergehen, bleibt das ewig Schöne unberührt, denn es stellt das Ideal aller Schönheiten dar, das für alle Menschen zu allen Zeiten reicht - es ist reiner, bloßer Inhalt.

Treppen steigen müssen alle lernhungrigen Männer natürlich selbst und Prostituierte können aus formallogischen bzw. naturrechtlichen Gründen höchstens bis zur Stufe 3 unterrichten


Rechtssoziologische und rechtshistorische Betrachtungen

„Wie bei jedem bildnerischen Schaffen, so sind wir auch bei unseren einfachen Werk- und Handarbeiten an gewisse Gesetze und Forderungen gebunden, die, unabhängig von Zeitstil und persönlicher Einstellung, die selbstverständliche Voraussetzung für jede gute Arbeit sind. Erst durch ein Sicheinordnen in solche Gesetzmäßigkeiten kann unser Schaffen gut werden.

Bevor wir mit einer Arbeit beginnen, suchen wir uns ein Bild von ihr zu machen. Dabei muss die Frage richtunggebend sein: ‚Welchen Forderungen soll der Gegenstand, den wir schaffen, gerecht werden?‘ Denn eine Arbeit muss dem Zweck entsprechen, für den sie bestimmt ist. Wir sahen an den überladenen Zimmern der Gründerzeit, wohin es führen kann, wenn eine so selbstverständliche Forderung außer acht gelassen wird.

Aber außer diesem einfach-praktischen Zweck hat unsere Arbeit darüber hinaus auch noch einen anderen tieferen Sinn zu erfüllen: Sie soll das Leben nicht nur äußerlich leichter und angenehmer machen, sondern sie soll auch schön sein, soll erfreuen. Beachten wir nur allein den praktischen Zweck, so führt dies zu nüchterner, kalter Sachlichkeit, der Gegenstand lässt uns unbefriedigt. Umgekehrt führt das Außerachtlassen des praktischen Zwecks und das sinnlose Schmücken und Verzieren zu einer ‚Schmück-dein-Heim-Zeit‘. Deshalb muss unsere Arbeit diesen doppelten Sinn in Einklang bringen: Der Gegenstand, den wir schaffen, soll gebrauchsfähig und schön sein.

Im Zusammenhang mit dieser Forderung müssen wir unseren Werkstoff, die Farben, die Art der technischen Verarbeitung wählen und Form und Schmuck gestalten. Aber diese dürfen nicht beziehungslos nebeneinander stehen. Sie greifen alle ineinander über, eines ergibt sich aus dem andern, ist abhängig vom andern, und erst wenn alles in Einklang zueinander steht, kann etwas Gutes zustandekommen.

Von besonderer Bedeutung ist im allgemeinen der Werkstoff. Sei er nun Leinen, Wolle, Seide, Papier, Stroh, Holz, Leder, Pappe oder Ton, er hat seine bestimmten Eigenschaften, seine Forderungen und lässt sich nichts Fremdes aufzwingen. Wir müssen auf ihn eingehen und ihn in seiner Eigenart zu erfassen suchen.

Nehmen wir einmal verschiedene Stoffe: Der eine braucht eine schlichte klare Form, ein anderer will vielleicht gekräuselt sein, ein dritter wieder verlangt nach einer besonderen Formgebung. Es ist hier im Kleinen genau wie im Großen, beim Handwerk, in der Architektur. Um der Bedeutung willen, die der Werkstoff für die Gestaltung einer Arbeit hat, ist es von größtem Wert, dass wir ein gutes Materialgefühl, das Gefühl für die Eigenlebendigkeit eines Werkstoffes, bekommen. …

… Bei der Gestaltung der Form muss der Zweck des Gegenstandes richtunggebend sein. Dabei ist selbstverständlich, dass sie immer im Einklang mit dem Werkstoff stehen muss. Wir wünschen uns eine bestimmte Form, also werden wir den Werkstoff wählen, der für eine solche Form geeignet ist. Oder umgekehrt: wir haben diesen Werkstoff zur Verfügung, deshalb werden wir eine Form wählen, die seiner Eigenart entspricht. Sonst entstehen ‚gezwungene‘ Formen. So werden wir z.B. Eichenholz in der Regel zu schweren, wuchtigen Formen verarbeiten, Birkenholz zu leichteren, zierlicheren. Aus weichem Leder werden wir keine großen Taschen arbeiten, einen karierten Stoff werden wir nicht in runde Formen zwingen.“[1]


Fußnoten

  1. Ruth Zechlin, Werkbuch für Mädchen, Seiten 13 – 17, 8. Auflage, Otto Maier Verlag, Ravensburg 1942


Siehe auch

International.png Den Begriff ästhetisch UND Staat im weltweiten juristischen Web finden