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Zeitrechnung (int)

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Die Zeiteinheiten Tag und Jahr wurden (und werden) vom Lauf der Sonne (= Lichtquelle) in Relation zur Erde (= Beobachtungsstandpunkt) bestimmt. Jeweils ein Auf- und Untergehen bestimmten den Zeitbegriff Tag, jeweils ein Auf- und Absteigen der Sonnenbahn am Himmel bestimmten den Zeitbegriff Jahr. Der Monat wurde und wird – wie der Name schon sagt – vom Erdtrabanten Mond bestimmt. Beim Wochenrhythmus ist es geheimnisvoller.


Rechtshistorische Betrachtungen

Der siebentägige Wochenrhythmus ist ein uralter religiöser Brauch, den das Volk Israel – übrigens in Opposition zur altägyptischen Zeitrechnung – durch die Thora zum jüdischen (Nachahmungs-)Gesetz erhoben hatte (siehe: Bibel, Genesis bzw. 1. Mose 2.1-3). Die Griechen als Besatzungsmacht Israels übernahmen dieses Gewohnheitsrecht der Juden mit dem einen Festtag für den monotheistischen Gott (= Sabbat) und ordneten allen sieben Tagen der Woche je einen der bedeutendsten Himmelskörper auf philosophische Weise begrifflich zu. So wurde der Tag der Sonne zum Sonntag, der Tag des Mondes zum Montag, der Tag des Mars zum Dienstag, der Tag des Merkur zum Mittwoch, der Tag des Jupiter zum Donnerstag, der Tag der Venus zum Freitag und der Tag des Saturn zum Samstag (= Sabbat).

Da in ‚Groß-Griechenland' damals jedoch eine mehrheitlich polytheistische Bevölkerung lebte, wurden aus den Planetennamen im praktischen Alltag allmählich Götter und Göttinnen, die von manchen der ‚inspirierten’ Völker einfach passend umbenannt wurden. Aus Venus wurde in Deutschland zum Beispiel die germanische Göttin Freya (Freitag), aus Jupiter wurde der germanische Gott Donar (Donnerstag).

Es herrschte im heidnischen bzw. schamanistischen Europa bald ein total anarchistisches Durcheinander von heiligen Kulttagen unterschiedlicher Götter und Göttinnen. Erst das christliche Kaisertum von Byzanz fand durch seine Gesetzgebung allmählich wieder zu einem geregelten Siebentagerhythmus im Staat zurück, nachdem es den Sonntag zum geschützten Wochentag der anerkannten Staatskirche für den christlichen Gottesdienst erklärt hatte. Wie im persönlichen Leben so verleiht auch einem Gemeinwesen der geregelte Lebensrhythmus Gesundheit und Kraft, denn Rhythmus bildet die dritte Kraftquelle zwischen Körper und Geist.

Die europäischen Juden konnten sich trotz ihrer älteren Rechte in diesen neuen Wochenrhythmus nicht völlig einfügen, ohne ihre eigene Religion und damit ihre nationale Identität als „Volk Gottes“ aufzugeben. Sie konnten sich nur notgedrungen anpassen und so allmählich ihren „Sabbat“ zum Wochenend-Samstag mit dem christlichen Sonntag verbinden. Diesem religiösen Zeitkonflikt dürften die Europäer und Europäerinnen heute ihre für die Mehrheitsbevölkerung geltenden zwei arbeitsfreien Wochentage verdanken.

Jedoch wurden Menschen, die im Wochenrhythmus „anders tickten“, früher sofort als „Ungläubige“ erkannt. Sie wurden bei fehlendem grundrechtlichem Schutz von der ansässigen Mehrheitsglaubensgemeinde oft verfolgt und/oder missioniert. Erst die Religionsfreiheit als Grundrecht aller Europäerinnen und Europäer ermöglicht in zunehmendem Maß eine gewisse Harmonie im Zusammenspiel unterschiedlicher religiöser Wochenrhythmen in einem christlichen Europa, das seinem Doppelnamen auch Ehre macht. Nicht ohne Grund hatte Immanuel Kant in seiner philosophischen Auseinandersetzung mit dem berühmten jüdischen Philosophen Moses Mendelssohn (1729 – 1786) sowohl Raum als auch Zeit als notwendige Bedingungen des Menschen für Wahrnehmung überhaupt erkannt.[1] Aus dieser Erkenntnis folgt dann wiederum logisch, dass unterschiedliche Definitionen von Zeit auch zu unterschiedlichen Wahrnehmungen von Wahrheit führen müssen. Demnach hätten sowohl Christen als auch Juden – jedes Religionsrecht innerhalb seiner eigenen Zeitrechnung – gleichzeitig, d.h. synchron Recht. Das ist der kausale Grund für die Notwendigkeit der Europäischen Aufklärung für den Frieden.

Bleibt noch die Frage zu klären, wie dieses ganze oben erklärte zeitliche Harmoniespiel mit dem Islam in Europa zusammen ‚erklingen’ wird ...

Fußnoten

  1. Immanuel Kant, Professor in Königsberg von 1770 bis 1797, Kritik der reinen Vernunft, erstmals verlegt bei Johann Friedrich Hartknoch, Riga in Lettland, 1781


Siehe auch

International.png Den Begriff Zeitrechnung im internationalen juristischen Web finden
Us flag.png Den Begriff chronology im Vereinigten Staaten juristischen Web finden
Uk flag.png Den Begriff chronology im juristischen Web des Vereinigten Königreiches finden
Ca flag.png Den Begriff chronology im Kanadische juristischen Web finden
Au flag.png Den Begriff chronology im Australian juristischen Web finden
De flag.png Den Begriff "Johann Friedrich Hartknoch" im deutschen juristischen Web finden

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