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Triumvirat

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Hauptseite > Römisches Recht > Soziale Dreigliederung > Männlichkeit > Synkretismus
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Der lateinische Rechtsbegriff ‚Triumvirat‘ bezeichnete ein römisch-rechtliches Kollegium bestehend aus drei rechtssprachlichen Männern, welches wohl damals die noch hoch verehrte dreieinige Große Göttin unbewusst, d.h. gewohnheitsrechtlich nachspielen bzw. nachahmen sollte. Das lateinische Wort ‚trium-vir‘ bezeichnete einen der drei Stadtmagistrate (‚triumviri capitales‘), der als Behörde die Aufsicht über den polizeilichen Ordnungsdienst und die Gefängnisse führte und auch die Hinrichtungen in den Städten unter Römischem Recht anordnen konnte.

Der rechtshistorische Dreibund zwischen Antonius, Octavianus und Lepidus in der ausklingenden Griechisch-Römischen Republik des Jahres 43 vor Christus wird als das 2. Triumvirat bezeichnet. Das 1. Triumvirat bestand aus Caesar, Crassus und Pompejus. Triumvirate, bestehend aus mächtigen Männern, haben – empirisch bewiesenkeinen rechtssichernden Bestand ... natürlich nur wegen der ewig verlockenden schönsten Frau, z.B. Kleopatra oder Loreley ...


Inhaltsverzeichnis

Religionsphilosophische Betrachtung

Im Gegensatz zu den römischen Sitten hatten die Germanen keinen Namens- bzw. Personenkult für ihre verstorbenen männlichen Stammesführer entwickelt. Vielmehr blieben sie der naturreligiösen Gewohnheit der Heiligen Berge (= gesamthänderische Durchgangsorte zum Gottesreich bzw. zentrale Begräbnisstätten der Herrscherdynastie) treu, obwohl zum Beispiel die Staufer drei Römische Kaiser als anbetungswürdiges Triumvirat vorweisen könnten: Friedrich I. Barbarossa (1152 – 1190), Heinrich VI. (1190 – 1197) und Friedrich II. (1212 – 1250). Aber der personalisierte Ahnenkult hat sich in Schwaben nicht durchgesetzt.

Bis heute spricht der schwäbische Volksmund von den „Drei Kaiserbergen“ und meint damit die drei Berghügel Hohenstaufen, Hohenrechberg und Stuifen zwischen Göppingen und Schwäbisch Gmünd in Baden-Württemberg. Die Hügel sind nicht einmal 800 m hoch. Auf dem Hohenstaufen stand einst die Stammburg der Dynastie der Staufer. Die drei Berge bilden ein natürliches Symbolbild für die dreigeteilte Staatsgewalt im Übergang vom absolutistischen Gottesgnadentum zum Christentum. Der Burgberg Hohenstaufen steht für die Exekutive, der Hohenrechberg mit einer Wallfahrtskirche steht für die kanonisch-rechtliche Legislative und der Stuifen stellt die altgermanische Gerichtsstätte, den Thingplatz, d.h. die Judikative dar.

Rechtshistorisch betrachtet fand das Zeitalter des Absolutismus während des Wettrüstens zwischen Frankreich und Großbritannien statt. Die beiden fundamentalistischen Gegensätze bildeten dabei die Römisch-Katholische und die abgespaltene Anglikanische Staatskirche. Das Ende des Absolutistischen Zeitalters markiert die Französische Revolution im Jahr 1789. Genau zweihundert Jahre später fiel endlich die Mauer zwischen Ostrom und Westrom. Dazwischen lag jedoch noch die Deutsche Glaubensbewegung als nationalsprachliche Selbstbehauptungsreaktion


Rechtsanthropologische Betrachtung

Der kubanische Synkretismus unter den Diktaturen des spanischen Kolonialismus und des revolutionär-kubanischen Proletariats hat eine neue Triade von heiligen Kriegern hervorgebracht, die sich religionsrechtlich mit passenden römisch-katholischen Heiligen verbunden haben. Die drei schamanistischen Kriegsgötter auf Kuba heißen „Elegguá“, „Oggún“ und „Ochosi“. Sie treten immer gemeinsam auf, leben in einem Häuschen, das die spielenden Gläubigen hinter ihrem Hoftor für sie errichten und schützen so das Haus. Sie sind Wächtergötter. Das Spezialgebiet von „Ochosi“ ist die Jagd, „Oggún“ ist der Schmiede- bzw. Erzgott und „Elegguá“ ist der heilige Narr, vielleicht vergleichbar mit der Figur des „Simplicissimus“ von Johann Jakob Christoffel von Grimmelshausen (ca. 1622 – 1676).

Wohl um die Kolonial- und Weltkirche auf Kuba zu besänftigen, besitzen alle drei Kriegsgötter römisch-katholische Heiligenentsprechungen: „Elegguá“ wird meist mit dem heiligen Antonius von Padua (= Stadt und Provinz in Italien; Dom S. Antonio ist die Grabstätte des Heiligen in/von Padua) gleichgesetzt, „Oggún“ mit Sankt Petrus, dem biblischen Briefeschreiber und ersten formalrechtlichen Papst, und „Ochosi“ mit dem heiligen Norbert von Xanten, Gründer des Prämonstratenser-Ordens, 1126 bis 1134 Erzbischof von Magdeburg. Die Identitätsfindung der Kubanerinnen und Kubaner soll auf diese Weise wohl europäisch inspiriert werden. Dies kann jedoch nur in Freiheit gelingen. --> Kubanische Religionsdiener


Quelle

Miguel Barnet, Afrokubanische Kulte; unter dem Originaltitel „Cultos afrocubanos“ bei Ediciones Unión in Havanna 1995 in spanischer Sprache erschienen; deutsche Übersetzung von Ulrich Kunzmann, edition suhrkamp 2143, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2000


Siehe auch

De flag.png Den Begriff Triumvirat im deutschen juristischen Web finden
De flag.png Den Begriff Grimmelshausen Simplicissimus im deutschen juristischen Web finden