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Thomas Hobbes

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Auf den englischen Staatstheoretiker Thomas Hobbes (1588 - 1679) kann die wissenschaftliche Theorie eines Sozialvertrages zurückgeführt werden. Alle gesellschaftlichen Verhältnisse sollen demnach empirisch aus den natürlichen und sozialisierten Eigenschaften der Individuen im Staat abgeleitet werden. Dabei unterscheidet Hobbes intuitiv zwei sich ergänzende Kategorien des Staates, unterscheidet aber noch nicht Form und Inhalt. Die erste Staatskategorie ist der natürliche, rechtshistorisch gebildete, auf örtlichen Gewaltverhältnissen aufbauende Staat. Die zweite ist der eingesetzte, rationale Staat, den er ‚civitas institutiva‘ genannt hat. Diesen von oben eingesetzten Staat leitet Hobbes als desillusionierter Aufklärer nicht mehr von Gott her, sondern empirisch aus der menschlichen Natur. Zu diesem Zweck konstruiert Hobbes den sogenannten unfreien Naturzustand des Menschen, in dem regelmäßig die Selbstsucht und daher der Krieg aller gegen alle zur Herrschaft gelangen.

Die erlebte Anarchie macht den betroffenen Menschen – vor allem den Frauen und Kindern – dann Angst. So entstehen die Friedenssehnsucht und die kollektive Bereitschaft, eine dauerhafte Einigung untereinander in Form eines Bundesvertrages zu schließen. Der Vertragsinhalt ist dann aus formallogischen Gründen die Unterwerfung aller unter einen vertraglich definierten Willen (siehe: Leviathan, Kap. XVII, Seite 156 ff.). Hobbes formulierte seine Staatsidee so: „I authorize and give up my right of governing myself, to this man or to this assembly of men, on this condition, that thou giveth up thy right to him and authorizeth all his actions in like manner.” Diese Staatsidee aus Sicht eines juristisch gebildeten Individuums übernimmt später auch Immanuel Kant (1724 - 1804) für seinen weiterführenden Kategorischen Imperativ.

Hobbes‘ Staatstheorie ist eine absolutistische, die den Herrscher jedoch zum ersten Diener seines Staatsvolkes degradiert hat. Wenn ein Bürger oder gar eine Bürgerin sich dann gegen diese Staatsgewalt auflehnt, bedeutet dieser Protest insident den Bruch des mit den anderen Staatsbürgern eingegangenen Grundvertrages. Diesen Grundvertrag kann der Herrscher aus formallogischen Gründen selbst nicht brechen, da er oder sie ihn nicht willentlich abgeschlossen hat. Vielmehr wurde der König oder die Königin durch den jeweiligen Volkswillen – dynastisch begründet - als Staatsoberhaupt eingesetzt.

Der deutsch-jüdische Jurist Georg Jellinek (1851 - 1911) nimmt in seiner Allgemeinen Staatslehre zu Hobbes‘ Staatstheorie folgendermaßen Stellung: „Seinem Geschlechte wollte er Unterwerfung unter die absolute Gewalt durch das Wesen des Staates gefordert und daher gerechtfertigt lehren. Es fällt ihm nicht ein, zu behaupten, dass die Gegenwart durch die Verträge einer längst entschwundenen Vergangenheit gefesselt werden solle. Vielmehr ergibt sich aus seinen Grundansichten, dass jeder Mensch dadurch, dass er im Staate lebt, stillschweigend den Unionsvertrag abschließt. Gerade England, in welchem in den letzten Jahrhunderten ein so häufiger Wechsel der Dynastien stattgefunden hatte, konnte nicht als ‚natürlicher‘ Staat gelten, und deshalb war ihm als dem Anhänger der Idee einer starken Staatsgewalt, die allein das höchste Maß geistiger Freiheit zu sichern imstande war, die Aufgabe gesetzt, gegenüber den revolutionären Theorien einerseits, den platten Lehren vom göttlichen Recht der Könige andererseits, einen festen rationalen Grund für das Recht des Herrschers zu finden.“[1]


Fußnoten

  1. Georg Jellinek, Allgemeine Staatslehre, 2. Buch, 7. Kapitel, Die Lehren von der Rechtfertigung des Staates, Seite 210, Verlag Hermann Gentner, Darmstadt 1959

Siehe auch

International.png Den Begriff Thomas Hobbes im weltweiten juristischen Web finden (Thomas Hobbes in Deutsch)

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