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Disziplinarische Ordnung

aus jurispedia, das gemainsame Recht
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Strafrecht gemäß dem wahren Wortsinn und Staat bedingen einander. Wo ein Staat existiert, muss es auch Strafrecht geben und andersherum. In vorstaatlichen Gesellschaften wurde und wird Gerechtigkeit durch religiös begründete Vergeltung (z.B. Blutrache oder "Fegefeuer") oder durch Selbstjustiz (= Privatstrafrecht) wiederhergestellt. In friedlichen, meist religiösen Gesellschaften kam noch die Buße dazu.

Das staatliche Strafrecht basiert auf einem staatlichen Strafanspruch gegenüber den Straftäterinnen und Straftätern. Hierzu bedarf es eines staatlichen Strafgesetzes, das formaljuristisch erlassen und verkündet worden ist und die strafbaren Taten rechtlich möglichst eindeutig definiert. Die frühesten „Strafgesetzbücher“ entstanden wohl in den mesopotamischen Stadtstaaten (heute: Irak). Sie wurden teilweise über Keilschrifttafeln oder auf der berühmten Gesetzesstele des "Louvre"-Museums in Paris - gefunden 1902 in Susa - im Originalgesetzestext überliefert. Das antike Strafrecht als disziplinarische Reichsordnung war besonders grausam. Todesstrafen, Verstümmelungsstrafen und körperliche Folterungen wurden damals als gerecht empfunden. So war es auch noch im frühen Römischen Reich und ist es noch heute innerhalb von militaristischen Terrorgruppen.

--> vergleiche: Totempfahl der "Indianer"


Rechtshistorische Betrachtung

Durch die juristische Verfeinerung des Römischen Rechts ab den Zwölftafelgesetzen wurde auch das Strafrecht kultiviert. Im Mittelalter bildete sich in Europa unter den Stauferkaisern (1155 – 1250 n.Chr.) ein neuer Rechtsbegriff heraus: die Strafe. Sie markiert den Beginn des öffentlichen Strafrechts im modernen Sinn. Die „peinliche Strafe“ diente nun einem „sozialpädagogischenstaatlichen Auftrag zur Ausschaltung, Besserung und/oder Abschreckung der Straftäterinnen und Straftäter. Der Staat, damals vertreten durch den Römischen Kaiser, übernahm somit durch sein Recht u.a. eine erzieherische Verantwortung für seine gesamte Bürgerschaft („Vater Staat“). Auch die „landschädlichen Leute“ wurden nun ihren Taten entsprechend innerstaatlich bestraft, d.h. die Verbannungsstrafe des antiken griechischen Stadtrechts war damit juristisch abgeschafft worden.

Die aufblühenden freien Reichsstädte des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation wurden für diese Weiterentwicklung des staatlichen Strafrechts und seine professionelle Juristenschaft maß- und tonangebend.


Fallbeispiele für disziplinarische Ordnungen weltweit


Siehe auch