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Staat (int)

aus jurispedia, das gemainsame Recht
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Hauptseite > Rechtsphilosophie > Staatsformen
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Staaten sind Völkerrechtssubjekte. Sie erhalten ihre Rechtsfähigkeit durch gegenseitige Anerkennung. Es ist quasi eine Verleihung, die ein Mindestmaß an staatlicher Ordnung, d.h. staatliche Reife bzw. menschliche Reife der Staatsbürgerinnen und Staatsbürger verlangt.

Formell kann man verschiedene Staatsarten unterscheiden (erweiterbar):

Zum formellen oder juristischen Staatsbegriff hat Georg Jellinek folgende Definition hinterlassen: Der Staat ist die mit ursprünglicher Herrschermacht ausgestattete Gebietskörperschaft.

Staaten besitzen in der Regel eine Hauptstadt, d.h. sie sind nicht mit ihrer Hauptstadt identisch.


Qualitativ bzw. inhaltlich kann man verschiedene Staatsarten beschreiben (erweiterbar):

Zum qualitativen oder sozialen Staatsbegriff hat Georg Jellinek folgende Definition hinterlassen: Der Staat ist die mit ursprünglicher Herrschermacht ausgerüstete Verbandseinheit sesshafter Menschen.


Rechtshistorische Betrachtung

Auf einer Neuorientierungsveranstaltung für junge Juristen in der Akademie Komburg bei Schwäbisch Hall klärte der neue württembergische Kultminister Theodor Bäuerle im Januar 1949 über die Rechtsbegriffe Heimat, Volk und Staat auf. Die Veranstaltung war von der regionalen amerikanischen Militärregierung durch eine Geldspende ermöglicht worden.

Auf den Begriff ‚Volk‘ zu sprechen kommend, sagte der Minister, es sei einer der verhängnisvollsten Irrtümer der Vergangenheit gewesen, Rasse gleich Volk zu setzen und Volk gleich Rasse. Es gebe kein Kulturvolk, das eine einheitliche Rasse darstelle. Jedes Volk habe eine besondere Art, auf die Erscheinungen des Lebens zu reagieren. Das Nationalbewusstsein sei an die Stelle des Volksbewusstseins getreten, als der gemeinsame, einende Lebensinhalt verloren gegangen sei. Der Staat sei nicht Selbstzweck. Den sich absolut setzenden Staat gebe es nicht, weil es ihn nicht geben dürfe. Der Staat sei immer nur Mittel zum Zweck, die allgemeine Wohlfahrt seiner Bürgerschaft zu fördern. Der Minister gab dann eine eigene Definition des Staatsbegriffs: ‚Staat ist die durch Recht und Macht in Erscheinung tretende Ordnung des Zusammenlebens einer Menschengruppe.‘ Macht sei jedoch nur erlaubt, wenn sie im Dienste des Rechtes stehe, da die Macht allein stets zum Nihilismus führe. Es sei Aufgabe des Staates, Ordnung zu schaffen, damit Freiheit sein könne. Wer die Freiheit liebe, müsse ja sagen zur Ordnung und zur vollziehenden Gewalt. Die Tragödie des heutigen Staates sei es, dass er bitter kämpfen müsse um die Anfänge einer Autorität. Der Staat habe keine sklavische Abhängigkeit zu fordern, aber er fordere die Anerkennung seiner Autorität auch bei einer positiven, konstruktiven Kritik. Je besser die staatsbürgerliche Erziehung der Bürger sei, umso mehr könne der Staat selbst abgeben an seine Bürger. Das Beamtentum befinde sich heute in einer Krisis, weil viele Beamte die innere Umstellung vom fürstlichen Diener zum Diener des Volkes noch nicht vollzogen hätten.

Quelle

Tageszeitung von Schwäbisch Hall, 12. Januar 1949, Seite 3


Siehe auch

International.png Den Begriff Staat im internationalen juristischen Web finden