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Rechtsgeschichte (jp)

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Japan > Rechtsgeschichte
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Der Inselstaat Japan ist vulkanischen Ursprungs. Seine Frühgeschichte liegt im Dunkel. Die Ureinwohner der Inseln nennen sich Ainu, d.h. Menschen. Der Name erinnert im Klang an Adamu, den überlieferten Begriff für den ersten sumerisch-babylonischen Menschen.

Die fremden Eroberer kamen etwa im 4. Jahrhundert nach Christus vom chinesischen Festland und begründeten auf den südlichen Inseln Japans eine erste Monarchie. Diese Staatsform gemäß den religiösen und politischen Grundsätzen Chinas blieb formaljuristisch bis 1945 bestehen. Aus der damals zur Verwaltung des Kaiserreiches übernommenen chinesischen Bildzeichenschrift entwickelte sich über die Jahrhunderte die japanische Silbenschrift.


Inhaltsverzeichnis

Eigene Staatsbildung in Japan

Die von China übernommene zentralistische Monarchie mit buddhistischer Staatsreligion entwickelte sich durch die Abgeschiedenheit der Insellage zu einer eigenständigen Kultur Japans weiter. Die Dynastie der ersten Kaiserfamilie wurde durch Einführung des entsprechenden Erbrechts staatsrechtlich gesichert. Dadurch blieb das Recht zur Ausübung der Staatsgewalt in Japan offiziell bei der einen und einzigen chinesisch-kaiserlichen Familie. Andere japanische Fürstenfamilien achteten in unverbrüchlicher Treue den sogenannten "Tenno" als von der Gottheit in sein Amt eingesetzt und seine Stellung daher als unantastbar bzw. von ihnen zu verteidigen. Wie in Europa galt der Kaiser als der Höchste unter mehreren reichen Stammesfürsten, die das Land unter sich aufteilten. Die Staatsfunktionen Japans wurden vererblich als Privilegien unter den Fürstenfamilien aufgeteilt. Die Macht lag real bei den Familien, der einzelne Fürst war somit von der Akzeptanz seines Stammes abhängig, d.h. einer sozialen Kontrolle unterworfen.

Japanische Religion

Der Begriff Shintoismus, d.h. „den Weg der Götter gehen“, bezeichnet die japanische Naturreligion, die sich bis heute gegen den weltweiten Monotheismus behauptet hat. Der Grund dafür dürfte sein, dass das japanische Kaiserhaus nach shintoistischer Lehre direkt von der Sonnengöttin Amaterasu (vgl. griechisch: Alkmene, hebräisch: Almah, nordisch: Amma) abstammen soll, d.h. göttlicher Herkunft sei. Deshalb gilt religionsrechtlich der japanische Kaiser (= Tenno) bis heute als Gottessohn. Staatsrechtlich stellt er zugleich das japanische Staatsoberhaupt dar. Japan kann deshalb aus formallogischen Gründen nur durch die verfassungsrechtliche Trennung von Moral und Recht ein demokratischer Rechtsstaat bleiben.

Seit dem 6. Jahrhundert nach Christus breitete sich in Japan auch der Buddhismus aus. Er war um 594 n. Chr. von Prinz Shokotu zur japanischen Staatsreligion erklärt worden. Die japanische Synthese des Shintoismus mit dem chinesischen Buddhismus stellt eine eigenständige kulturelle Leistung des japanischen Volkes dar und brachte u.a. den Zen-Buddhismus und viele Künste hervor.

Entwicklung des japanischen Nationalbewusstseins

Im Jahr 794 n. Chr. wurde die Stadt Kyoto zur neuen japanischen Reichshauptstadt. Es entwickelte sich zunächst ein stabiles Feudalsystem durch die dynastischen Eheschließungen zwischen den japanischen Fürstenfamilien. Die von China übernommenen Rechtsprinzipien aus dem Konfuzianismus standen jedoch im Widerspruch zur traditionellen ständischen Heiratspolitik Japans. Das garantierte Erbrecht in Japan kollidierte mit dem ethischen „Auftrag des Himmels an den Kaiser“. In dieser sozialen Spannungslage entwickelten die Japaner zur Vermittlung ihre eigene Silbenschrift aus den übernommenen chinesischen Schriftzeichen. Diese eigene Schrift stellt ab dem 9. Jahrhundert nach Christus einen bleibenden Ausdruck des erwachten japanischen Nationalbewusstseins dar.


Europäischer Einfluss in Japan

Als erste Europäer kamen im Jahr 1543 die Portugiesen nach Japan. Sie gründeten eine Handelsniederlassung in Nagasaki. Diese südliche Hafenstadt war jahrhundertelang der einzige Ort in Japan, an dem die Europäer mit den Japanern Handel treiben durften. Ab dem Jahr 1639 besaß die Niederländisch-Ostindische Compagnie dieses Handelsprivileg.

Japan als räuberische Seemacht

Zur Zeit der Koloniegründungen durch europäische Kapitäne im Auftrag der Staaten begannen in Asien auch die Japaner selbst, das chinesische und koreanische Festland zu überfallen und zu plündern. Schon in den Jahren ab 1550 besetzte Japan vorübergehend Küstengebiete in Südkorea und in Shantung in Ostchina.

Japan isoliert sich vom Rest der Welt

Im Jahr 1590 wurde der in einzelne Fürstentümer zerfallene japanische Zentralstaat neu geeint. Der Heerführer Tokugawa Ieyasu wurde vom Kaiser 1603 zum Shogun, d.h. zum Obersten Heerführer und Regent ernannt. Diese Militärdiktatur hatte durch das gesetzliche Erbrecht Bestand bis 1868 und machte während dieser Zeit die japanische Nation durch eine strenge Klassenhierarchie zur Militärmacht. Das Christentum als störende Fremdreligion wurde 1612 gesetzlich verboten, bekennende Christen wurden verfolgt, eine Ausreise von Japanern wurde gleichzeitig gesetzlich untersagt. Während dieser Zeit hatten die Japaner auf ihren Heimatinseln nur mit den holländischen Händlern, mit Chinesen und mit Koreanern Kontakt. Trotzdem oder auch deswegen erlebte der Inselstaat Japan eine starke kulturelle Blüte in seiner nationalen Abgeschiedenheit.

Die politische Öffnung Japans durch Zwangsgewalt der U.S.A.

In den Jahren ab 1853 zwangen die US-Amerikaner das von einer Militärdiktatur beherrschte japanische Volk zur Beendigung seiner Isolationspolitik. Dies hatte zur Folge, dass der letzte Shogun (= Diktator) die Regierungsgewalt an den japanischen Kaiser zurückgab. Soweit so gut.

Durch die kaiserliche Personalunion von religiösem Staatsoberhaupt und Regierungschef wurde nun jedoch der Shintoismus faktisch zur Staatsreligion. Das machte Japan zu einem fundamentalistischen Gottesstaat. Ab dem Jahr 1868 war Tokio die neue Residenzstadt des Kaisers. Im Jahr 1889 bekam der japanische Staat seine erste Verfassung mit einem parlamentarischen System nach westlichem Vorbild. Der Kaiser schloss 1902, ein Jahr nach dem Tod von Kaiserin Victoria I. von Indien, den ersten völkerrechtlichen Vertrag mit Großbritannien.

Fundamentalistischer Staatskult in Japan

Die shintoistische Staatsreligion trieb die japanische Nation in einen fanatischen Kriegswahn hinein: 1894/95 führte Japan zunächst Krieg gegen China, 1904/05 gegen Russland, 1910 annektierte es Korea. Im Ersten Weltkrieg eroberte Japan die deutsche Kolonie Kiautschou in China und die deutschen Besitzungen in der Südsee. 1931 erfolgte die japanische Invasion in der Mandschurei, 1933 der Angriff auf Shanghai. Schließlich trat Japan im Jahr 1935 wieder aus dem Völkerbund aus und isolierte sich erneut. Der zweite Krieg gegen China begann 1937 und läutete den Zweiten Weltkrieg im Osten Asiens ein. Der Überfall der Japaner auf den amerikanischen Marinestützpunkt Pearl Harbor am 07.12.1941 ist in die allgemeine Rechtsgeschichte eingegangen, denn er hatte die Kriegserklärung der U.S.A. und Großbritanniens zur Folge. Das Ende des aggressiven fanatischen Staatskultes Japans wurde durch die beiden Atombombenabwürfe auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August 1945 erzwungen. Die verheerende Wirkung dieser Atomwaffen war und bleibt bis heute ein Schock für die ganze Menschheit. Der Zweite Weltkrieg war durch dieses Ereignis faktisch beendet. Die offizielle Kapitulation Japans erfolgte am 14.08.1945. Sie bedeutete insident das Ende des religiös begründeten japanischen Kaisertums und damit den Beginn der „Japanischen Aufklärung“, d.h. der Trennung von Staat und Religion in Japan.

Japan während der amerikanischen Besatzungszeit

Am 15.08.1945 wurde der amerikanische General MacArthur zum Oberbefehlshaber der alliierten Besatzungstruppen in Japan ernannt. Schon 1946 fanden dort die ersten demokratischen Wahlen statt, die eine Konstitutionelle Monarchie begründen sollten. Am 03.11.1946 verkündete der Kaiser seinem Volk die neue, jedoch ungewohnt freiheitliche Verfassung. Der Friedensvertrag von San Francisco beendete offiziell den Besatzungsstatus Japans am 08.09.1951. Der beeindruckende marktwirtschaftliche Aufstieg Japans nahm seinen Lauf.

Frieden zwischen China und Japan

Die kommunistische Sowjetunion hatte am 19.10.1956 einen eigenen Friedensvertrag mit Japan geschlossen. Der Frieden mit dem kommunistischen China gestaltet sich weitaus schwieriger, da die japanische Kultur mit der chinesischen stark verwurzelt ist. Eine bis heute existierende politische Konfliktzone des chinesisch-japanischen Trennungsprozesses der Kulturen stellt die Teilung Koreas in Nord- und Südkorea dar. Dieses völkerrechtliche Phänomen der Teilung eines Staatsvolkes war bis zur Wiedervereinigung Deutschlands auch in Europa zu betrachten und kann heute noch weltweit als Präzedenzfall des Völkerrechts zum Studium für Politik- und Rechtswissenschaftler(innen) dienen. Deutschland wünscht Korea einen friedlichen Mauerfall!

Siehe auch

International.png Den Begriff Rechtsgeschichte UND Japan im weltweiten juristischen Web finden
Jp flag.png Den Begriff 法制史 im japanischen juristischen Web finden.