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Rechtsgeschichte (hu)

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Ungarn > Rechtsgeschichte
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Das Volk der Magyaren (= Ungarn) war ursprünglich eine größere kulturell geschlossene Nomadengruppe aus Asien. Dies lässt sich sprachwissenschaftlich nachweisen. Zur vokalreichen finno-ugrischen Sprachengruppe in Europa gehören u.a. die Finnen, die Esten und die Ungarn. Diese ursprünglich asiatischen Völker haben sich während der großen Wanderungszeit ab dem 4. Jahrhundert nach Christus in Europa niedergelassen.


Inhaltsverzeichnis

Bildung eines ungarischen Nationalbewusstseins

Da die Magyaren ihre fremde Sprache und Kultur nach Mitteleuropa mitbrachten, gestaltete sich ihre Integration sehr schwierig. Die sesshaften europäischen Bauernvölker betrachteten die berittenen asiatischen Eindringlinge als Feinde. Die Schlacht auf dem Lechfeld bei Augsburg im Jahr 955 n. Chr. ist in die europäische Rechtsgeschichte eingegangen. Damals besiegte der christliche deutsche König und spätere sächsische Kaiser Otto I., der Große, die eindringenden Magyaren. Er begründete mit diesem Sieg über das mit Byzanz verbündete Kriegervolk eine neue Machtentfaltung des Weströmischen Reiches als Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation. Das besiegte Volk der Magyaren wurde bis östlich der bayerischen Ostmark (= Österreich) in das Pannonische Becken zurückgedrängt und an den Flüssen Donau und Theiß dauerhaft angesiedelt. Die damals herrschende magyarische Fürstendynastie der Arpaden wurde gemäß dem geltenden Lehensrecht in das Reich eingegliedert. Der ungarische Großfürst Géza (ca. 940 – 997 n. Chr.), der im Jahr 972 n. Chr. die Herrschaft in Ungarn antrat und zwei Jahre später zum Christentum konvertierte, setzte in Ungarn die Entwicklung zur christlichen Nation in Gang.

Christianisierung Ungarns

Kurz vor seinem Tod im Jahr 997 n. Chr. übertrug Großfürst Géza das Besitzrecht an dem Hügel von Pannonhalma an den römischen Benediktinerorden. Die darauf erbaute neue Erzabtei wurde zu einem kulturellen Zentrum Ungarns, das die Christianisierung des Landes beförderte.

Im Jahr 995 n. Chr. war zwischen der bayerischen Prinzessin Gisela und dem Sohn des ungarischen Großfürsten Géza eine dynastische Ehe geschlossen worden. Der Prinzgemahl erhielt in der Folge für sein Land Ungarn von Kaiser Otto III. und Papst Silvester II. die ungarische Königswürde am Weihnachtstag des Jahres 1000 n. Chr. verliehen. Als Stephan I., der Heilige (ca. 975 – 1038 n. Chr.) stellt dieser Sohn der Magyaren bis heute den Nationalheiligen Ungarns dar. Sein Herrschaftssymbol ist die „Stephanskrone“. Als erstes nationales geistliches Machtzentrum stiftete im Jahr 1001 n. Chr. der Römischen Kaiser das Erzbistum Gran.

Staatsbildung in Ungarn

König Stephan I., der Heilige, baute in seinem Land eine Monarchie nach fränkischem Muster auf mit zentralistischem Lehenssystem und Römischem Recht. Auf die Dynastie der Arpaden, die im Jahr 1301 n. Chr. endete, folgte die kurze Dynastie des Hauses Anjou. Dann begann der lange Unabhängigkeitskampf der Ungarn, der in seiner ersten Phase bis zum Jahr 1918 dauerte. Ungarn wurde durch seine Lage „zwischen den Lagern“ zur christlichen „Speerspitze“ Westeuropas gegen den Islam, die hin und wieder auch abbrach; das soll heißen, dass das ungarische Königreich von den Türken ganz oder teilweise besetzt wurde.

Königreich Ungarn

Der von den ungarischen Fürsten gewählte König Matthias I. Corvinus (ca. 1440 – 1490 n. Chr.) setzte sich als Herrscher Ungarns gegen die Ansprüche des deutsch-römischen Kaisers Friedrich III. durch. Als Bedingung dafür hatte er vertraglich seine Rechtsnachfolge zugunsten des Hauses Habsburg geregelt. Im Jahr 1467 gründete er die Universität Pressburg. Er bezwang die Osmanen in mehreren Schlachten und zog von 1485 – 1490 in Wien als König ein. Von dort aus ließ er das ungarische Gewohnheitsrecht erstmals schriftlich aufzeichnen und dadurch der Nachwelt sichern. Als er 1490 in Wien kinderlos starb, fiel das Königreich Ungarn vertragsrechtlich an die Dynastie der Habsburger.

Ungarn als Provinz im Osmanischen Reich

Nach der Eroberung von Konstantinopel durch die Osmanen im Jahr 1453 waren die islamischen Truppen nach Westeuropa vorgerückt. Sie eroberten schließlich 1526 in der Schlacht von Mohacs das christliche Königreich Ungarn und konnten es bis 1566 vollständig besetzt halten. Im Jahr 1566 starb Sultan Süleiman, der Prächtige, vor der ungarischen Festungsstadt Szigeth (Szegedvar). Durch die Niederlage der Osmanen vor Wien im Jahr 1683 gelang der versammelten Christenheit jedoch der Umschwung in den Mächteverhältnissen Europas. Das Christentum konnte sich als europäisches Mehrheitsethos bis heute erfolgreich behaupten. Ungarn als nationalesOpfer“ blieb jedoch in drei Territorien aufgespalten: in das lateinisch-christliche Ungarn, in Mittelungarn (heute: Serbien) und in Siebenbürgen, das heute zu Rumänien gehört.

Ungarn als Partner der Doppelmonarchie mit Österreich

Nach der Niederlage der Osmanen vor Wien 1683 bildete sich zwischen Österreich und dem christlich beherrschten Teil Ungarns eine juristische Personalunion per Vertrag von 1687 (Reichstag zu Pressburg). Zwei weitere Friedensverträge brachten dem habsburgischen Kaiserhaus bis zum Jahr 1718 den Anspruch auf ganz Ungarn juristisch zurück (z.B. Banat). In der ungarischen Bevölkerung kam es jedoch zu Aufständen, die erst durch den gewinnenden Charme der österreichischen Kaiserin Elisabeth (1837 – 1898) befriedet werden konnten. Elisabeth wurde zusammen mit ihrem Mann, dem Kaiser, im Jahr 1867 zur ungarischen Königin gekrönt. Bis zu ihrer Ermordung im Jahr 1898 hielt sie die österreichisch-ungarische Doppelmonarchie politisch zusammen und damit den Frieden in Europa äußerlich aufrecht.

Ungarische Revolution

Der erste ungarische Volksaufstand fand in den europäischen Revolutionsjahren 1848/49 statt. Auch in Wien wurde damals der regierende Fürst Metternich durch die Stadtbevölkerung vertrieben. Der ungarische Bürgerrechtler Lajos Kossuth (1802 – 1894) strebte eine Gemeinschaft unabhängiger Nationen für Europa an und erklärte 1849 Ungarns Unabhängigkeit von Österreich. Heute ist seine Vision mit der Europäischen Union fast schon Wirklichkeit geworden. Damals musste Lajos Kossuth als Emigrant von seinem italienischen Exil aus für die Freiheit Ungarns kämpfen. Das Ende der Doppelmonarchie mit Österreich erlebte er nicht mehr.

Ungarn wird ein unabhängiger Staat

Nach dem 1. Weltkrieg wurde Ungarn ein souveräner Staat in der formellen Regierungsform Monarchie. Der Königsthron blieb jedoch absichtlich unbesetzt. Als ungarischer Reichsverweser wurde Miklós Horthy (1868 – 1957) von Kaiser Franz Joseph I. eingesetzt und im Jahr 1920 durch die ungarische Nationalversammlung ordnungsgemäß gewählt. Trotz seiner politischen Nähe zu Deutschland musste er 1944 während des Dritten Reiches als Reichsverweser Ungarns abdanken. Nach seiner Freilassung aus der Internierungshaft in Deutschland lebte Miklós Horthy bis zu seinem Tod im portugiesischen Exil.

Ungarn als Sowjetrepublik im Warschauer Pakt

Nach der Eroberung durch russische Truppen am Ende des 2. Weltkriegs unterzeichnete Ungarn am 20.01.1945 ein Waffenstillstandsabkommen in Moskau. Der Krieg war aus, die ungarische Staatssouveränität war jedoch wieder verloren gegangen. Ungarn bekam am 01.02.1946 eine neue republikanische Verfassung. Nach der Ausschaltung der demokratischen Kräfte im Land wurde am 02.02.1949 jedoch eine Sowjetrepublik nach russischem Vorbild errichtet. Die katholischen Kirchen wurden nun kommunistisch unterdrückt.

Die ersten Studentenunruhen von 1956 in der Hauptstadt Budapest lösten einen Volksaufstand aus, der von der russischen Roten Armee gewaltsam niedergeschlagen wurde. Viele ungarische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger flüchteten damals in den Westen. Erst im Jahr 1989 war die Sowjetunion politisch soweit zermürbt, dass ein ungarisch-österreichisches Fest am 19.08.1989 den Anlass zu einer Massenflucht von über 500 DDR-Bürgerinnen und -Bürgern gab, die über die ungarisch-österreichische Grenze in den Westen entkamen. Damit war das Ende des Kalten Krieges gekommen.

Die ökumenische Versöhnung der östlichen und westlichen Christenheit, d.h. das erwartete Friedensreich auf der Erde, hat demnach in Ungarn begonnen ...

Siehe auch

Hu flag.png Den Begriff Rechtsgeschichte im ungarischen juristischen Web finden.
International.png Den Begriff Rechtsgeschichte UND Ungarn im weltweiten juristischen Web finden