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Naturwissenschaft

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„Wissenschaften, die nicht von der Rationalität des Kombinierens, sondern von der Schärfe des Denkens leben, Wissenschaften, die an die Stelle von Empirie und Experiment die persönliche Experienz und den bereichernden Diskurs kultivieren, Wissenschaften, welche die Kontemplation dem Eingriff vorziehen – das sind Wissenschaften, die einen anderen Zeitrhythmus haben. Eine Doktorarbeit in den Geistes- oder Kulturwissenschaften, die dreißig Jahre zurückliegt, muss weder gegenstandslos noch überholt sein. Die Halbwertszeit von naturwissenschaftlichen Doktorarbeiten ist dagegen gering. Die Entwertung der Verweildauer ist die Kehrseite der Beschleunigung des Fortschritts. Er ermangelt so der Besinnung. Das Nachdenken wird zum Hinterherdenken. Aber wer könnte das ändern?

Ich bin überzeugt davon, dass es eine Bringschuld der Geisteswissenschaften ist, an dieser Änderung zu arbeiten, sich mit ihren vordergründig nutzlosen Wahrheiten nützlich zu machen, indem gerade die vordergründige Nützlichkeit hinterfragt wird. Um den dazu notwendigen Stil, die dazu auch notwendige Spontanität und Präzision zu entwickeln, müssen auch in den Geisteswissenschaften neue Organisationsformen erprobt werden. Grenzgänge zwischen den Wissenschaften stellen auch heute noch ein hohes Risiko dar. Für viele kommt da nichts Ordentliches zustande, weil sie das Ordentliche mit dem Üblichen verwechseln. Die Wahrheit ist aber nicht die Gewohnheit.“[1]


Inhaltsverzeichnis

Rechtshistorische Betrachtung

Der Beginn der europäischen Naturwissenschaften wird im sechsten vorchristlichen Jahrhundert gesehen. Damals bildete sich in Griechenland eine Gruppe von Ionischen Naturphilosophen, die Naturphänomene auf Basis babylonischer Weisheiten erforschten. Darunter waren Heraklit, Thales von Milet und Pythagoras von Samos.


Geisteswissenschaftliche Betrachtung

„Die moderne Naturwissenschaft, die sich ganz auf die Sinneswahrnehmung und das Denken stützt, hat darauf verzichtet, in die Welt der Wesenhaftigkeiten vorzustoßen; ja selbst das Leben vermag sie nur noch in den Spuren, die dieses in der toten Materie hinterlassen hat, zu sehen. Der Zusammenhang des Lichts mit dem Leben ist weitgehend verlorengegangen. So ‚sieht‘ die Physik im Licht lediglich elektromagnetische Wellen: Quanten im Nanometerbereich. Das Licht ist hier eine spezielle Form der Energie, die mit inneratomaren oder innermolekularen Zustandsänderungen zu tun hat, ähnlich wie elektrische Energie und Wärmeenergie.

Das menschliche Empfinden zum Licht stellt sich ganz anders dar. Wir können das Licht nicht unmittelbar wahrnehmen, sondern nur FarbenGoethes Farbenlehre spricht die Farben als Taten und Leiden des Lichtes an. Und doch empfinden wir den Unterschied der Lichtintensität an einem grauen dunklen Regentag anders, als wenn am blauen Himmel ‚die Sonne lacht‘."[2]

Quelle

  1. Prof. Dr. Dietmar Mieth, Zwischen Natur- und Geisteswissenschaften. Zur Analyse eines universitären Dilemmas, Seite 24 in „Tübinger Köpfe 1900 – 2001“, proUNIVERSITAS, Tübinger Studierende für Fächervielfalt 2001
  2. Dr. med. Olaf Titze, Das Licht im Makrokosmos und im Menschen, Seite 3, in: Weleda Nachrichten, Heft 208 D, Weihnachten 1997, WELEDA AG Schwäbisch Gmünd


Siehe auch

International.png Den Begriff Naturwissenschaft im weltweiten juristischen Web finden
International.png Den Begriff "sciences naturelles" im weltweiten juristischen Web finden

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