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Kanonisches Recht

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Rechtlich begründet wurde der "Kirchenstaat" in der damals "alten" Reichshauptstadt Rom im 8. Jahrhundert n. Chr. durch die sogenannte "Pippinsche Schenkung" der christlich-germanischen Franken. Das spätere absolutistische Staatsrecht heißt bis heute Kanonisches Recht.

Der heilige Papst Gregor VII. (1025 – 1085 n. Chr.) führte die clunyazensischen Reformen aus der Benediktinerabtei Cluny der französischen Diözese Mâcon in Rom durch. Nach seiner Papsternennung forderte er die geistliche Vorrangstellung gegenüber dem weltlichen Kaiser nachdrücklich ein („Dictatus Papae“ von 1073 n. Chr.). Er erließ u.a. das bis heute geltende Verbot der Priesterehe für die Römische Kirche, um eventuelle Erbansprüche von Priesterkindern per Gesetz auszuschließen. So kam es zum Investiturstreit mit den Königen und Kaisern des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.

Als Folge dieser kämpferischen Machtprobe zwischen geistlicher und weltlicher Gewalt wurde sowohl das weltliche als auch das kirchliche Recht neu gefasst. In Bologna entstand um das Jahr 1100 n.Chr. die erste europäische Universität als Schule für Juristen im neoklassischen Stil. Dort unterrichtete sehr erfolgreich der Hochschullehrer Irnerius das Römische Recht des „Corpus Iuris Civilis“ aus Konstantinopel. Diese erste Juristenschule verwaltete sich zu Beginn sogar noch selbst und wurde erst später in die öffentliche Reichsverwaltung übernommen.

Zeitgleich fühlte sich der Bologneser Mönch Gratian dazu berufen, das unübersichtliche italienische Kirchenrecht zusammenzufassen und in eine neue Ordnung zu bringen. Sein Buch hieß zunächst sprechend „Concordia disconcordantium canonum“. Der Begriff „canon“ bezeichnet eine Vorschrift des Kirchenrechts und entsprach im weltlichen Recht dem Begriff „lex“. Das Buch Gratians aus dem Jahr 1140 n. Chr. wurde als „Decretum Gratiani“ für Jahrhunderte zum juristischen Fundament des Römisch-katholischen Kirchenrechts und bezeichnet den Anfang des Kanonischen Rechts. Die Rechtsordnung durch Gratian war ein weitgehend rationales System, das durch Kirchenrechtler weiterentwickelt werden konnte. So wuchs die Rechtssammlung zum „Corpus Iuris Canonici“ heran, wie sie seit dem Jahr 1560 offiziell genannt wird. Die beiden „Corpi“ beeinflussten sich gegenseitig in fruchtbarer Weise. Aus dem teils heftig geführten Juristenstreit der beiden Lager von Kirche und Kaiserreich ging die moderne europäische Rechtsordnung schmerzvoll und opferreich hervor.

Das Kanonische Recht wurde durch Thomas von Aquin (1225 – 1274 n. Chr.) im Geist des griechischen Philosophen Aristoteles und des Kirchenlehrers Augustinus philosophisch und ethisch bearbeitet. Er führte den Begriff des christlichen Naturrechts als Synthese aus Recht und christlicher Moral ein und begründete damit auf philosophische Weise die Fortgeltung des PapsterlassesDictatus Papae“. Aus heutiger ökumenischer oder aufgeklärter Sicht stellt das Kanonische Recht das Satzungsrecht der Römisch-katholischen Kirche als einer internationalen Glaubensorganisation und zugleich das Staatsrecht des Vatikans dar.


Siehe auch

International.png Den Begriff "Kanonisches Recht" im weltweiten juristischen Web finden
International.png Den Begriff Irnerius im weltweiten juristischen Web finden
International.png Den Begriff Gratian im weltweiten juristischen Web finden
International.png Den Begriff Thomas von Aquin im weltweiten juristischen Web finden
Nl flag.png Den Begriff canoniek recht im Niederlanden juristischen Web finden