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Gerechtigkeit

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Gerechtigkeit ist das Ziel der Rechtsphilosophie und der Sinn der Rechtswissenschaft.


Inhaltsverzeichnis

Rechtsphilosophische Beziehungslogik (der Begriffe):

  • Gerechtigkeit ist die logische Form des Begriffs Recht.


Arten von Gerechtigkeit


Rechtsphilosophische Betrachtungen in Dialogform

„Teure Christine, ich bin Gerechtigkeit, die einzigartige Tochter Gottes, deren Wesen in Ihm seinen unmittelbaren Ursprung besitzt. Mein Aufenthaltsort ist der Himmel, die Erde und die Hölle: der Himmel, zum Ruhme der Heiligen und der Seelen der Glückseligen; die Erde, um einem jeden den ihm zustehenden Anteil an Gut und Böse zuzuteilen und zu geben; die Hölle, zwecks Bestrafung der Bösen. Ich bin in jeder Hinsicht unnachgiebig und besitze weder Freund noch Feind, und mein Wille schwankt nicht. Weder vermag mich Mitleid zu überzeugen noch Grausamkeit zu bewegen. Meine einzige Aufgabe besteht darin, zu urteilen, zu schlichten und Frieden nach dem gerechten Verdienst eines jeden zu stiften. Ich sorge dafür, dass jedes Ding an seinem Platz bleibt, und ohne mich wäre nichts von Dauer. Ich bin in Gott, Gott ist in mir, und wir sind wie Eins. Wer mir folgt, kann nicht fehlen, denn mein Weg ist sicher. Ich lehre jeden vernunftbegabten Mann und jede vernunftbegabte Frau, der oder die mir Glauben schenken will, zunächst sich selbst zu bessern, zu erkennen und sich wieder in die Gewalt zu bekommen, dem Mitmenschen das zuzufügen, was man selbst erfahren möchte, alles gerecht aufzuteilen, die Wahrheit zu sagen, die Lüge zu meiden und zu hassen und alles Lasterhafte von sich zu weisen. Diese Waagschale aus feinem Gold, die du mich in der rechten Hand halten siehst und die die Form eines runden Maßes besitzt, hat Gott, mein Vater, mir gegeben; sie dient dazu, einem jeden das ihm Zukommende zu bemessen. Sie trägt das Zeichen der Lilie der Dreifaltigkeit, und bei allen Zuteilungen beweist sie Gerechtigkeit: niemand kann sich über mein Maß beklagen. Aber die Menschen auf der Erde benutzen andere Maße, von denen sie zu Unrecht behaupten, diese hingen mit meinem zusammen und stammten von ihm ab. So manches Mal messen sie in meinem Namen, aber nie ist ihr Maß gerecht, sondern stets für die einen zu groß und zu klein für die anderen.

Ich könnte dir noch sehr lange etwas über die Besonderheiten meiner Pflichten erzählen, aber, um es kurz zu machen: ich nehme eine Sonderstellung unter allen Tugenden ein, weil sie sich alle auf mich beziehen. Wir, die drei vornehmen Frauen, die du hier siehst, sind wie ein einziges Wesen, denn die eine kommt nicht ohne die andere aus; was die erste verfügt, ordnet die zweite an und setzt es in Gang, und dann führe ich es weiter und bringe es zum Abschluss. So haben wir drei Frauen beschlossen, dass ich dir bei den letzten Arbeiten an deiner Stadt behilflich sein soll.“[1]

Rechtshistorische Betrachtung

Das utopische Buch über die Stadt der Frauen entstand durch die Hand einer französischen Autorin am Pariser Königshof zu Beginn des 15. Jahrhunderts. Damals herrschte dort offiziell der gemütskranke König Karl VI. (1380 – 1422) aus der Dynastie Valois. Der christliche Kaiser Karl IV. (1346 – 1378) aus der Dynastie der Luxemburger hatte kurz zuvor im Jahr 1356 in Prag (er war auch König von Böhmen) die Goldene Bulle als neues Reichsgrundgesetz erlassen. Die gesundheitliche Schwäche des Französischen Königs wurde durch Verwandte, die Herzöge von Orléans und Burgund, zu einem männlichen Machtkampf ausgenutzt, der zur Verschwörung und zum Bündnis zwischen England und Burgund führte. Im Jahr 1415 wurde dann Heinrich V. aus der englischen Dynastie Lancaster vorübergehend Doppelkönig von England und Nordfrankreich.

Die Zeit des Hundertjährigen (= 100!!!) Erbfolgekrieges zwischen englischen und französischen Ritterdynastien wird von 1339 bis 1453 angegeben. Damals war auch die Blütezeit der bürgerlichen Deutschen Hanse, die wohl von den Adelskämpfen profitieren konnte. Die „europäische“ Entscheidung brachte als Blutzeugin in den Jahren 1429 - 1431 die französische Nationalheilige Jeanne d’Arc. Ob sie „Le Livre de la Cité des Dames“ kannte, ist nicht bekannt.

Fußnoten

  1. Christine de Pizan, Le Livre de la Cité des Dames, Paris 1405; Übersetzung vom Mittelfranzösischen ins Deutsche durch Margarete Zimmermann mit finanzieller Unterstützung des Französischen Kulturministeriums, Seiten 45 – 46, Orlanda Frauenverlag, Berlin 1986

Siehe auch

De flag.png Den Begriff Gerechtigkeit im deutschen juristischen Web finden
Tr flag.png Den Begriff adalet im türkischen juristischen Web finden
Nl flag.png Den Begriff rechtsvaardigheid OR gerechtigheid im Niederlanden juristischen Web finden

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