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Eindruckstheorie (de)

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Deutschland > Öffentliches Recht > Richterrecht > Berufsordnungen > Wirksamkeitsmedizin > Heilpraktikergesetz > Rechtstheorie
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Die mittlerweile veraltete Eindruckstheorie als bundesdeutsches Richterrecht aus den fünfziger Jahren des Zwanzigsten Jahrhunderts definierte den Begriff Heilkunde gemäß Empfängerhorizont. Jedes Tun, das bei der/dem Behandelten den Eindruck erweckt, es ziele darauf ab, sie oder ihn von Krankheit, Leiden oder Körperschäden zu heilen und ihnen Erleichterung zu schaffen, stellte aus juristischer Sicht Heilkunde in Deutschland dar und war somit erlaubnispflichtig.

Jedoch wären von diesem Heilkundebegriff auch christliche Kulte und traditionelle Seelsorgepraktiken umfasst gewesen. Auch deshalb und wegen der gebotenen verfassungsmäßigen Auslegung stellte die jüngere Rechtsprechung darauf ab, dass die betrachtete Heilpraxis zumindest gesundheitliche Schäden verursachen können müsste und ihre Auswirkungen deshalb gefährlich sein könnten, weil ein Leiden, dessen Diagnose ärztliches Wissen erfordert, nicht erkannt und/oder nicht behandelt wurde.

Juristisch abgestellt wurde immer auf den Einzelfall mit seiner besonderen therapeutischen Rechts- bzw. Geschäftsbeziehung. Wenn also nur eine allgemeine Anpreisung erfolgt, die keinen Rat in Bezug auf eine individuell-konkrete Krankheit beinhaltet, dann gilt die empfohlene Maßnahme nicht als eine Form der Ausübung von Heilkunde und ist somit nicht gemäß § 1 Abs. 1 HPG erlaubnispflichtig. Eine Strafbarkeit gemäß § 5 HPG scheidet aus. Gegebenenfalls könnte ein Patientenbetrug vorliegen.

Heilpraktiker(innen) und Lebensberater(innen) sollten niemals ein Heilungsversprechen abgeben, alle Hilfesuchenden umfassend über die üblichen schulmedizinischen Heilmethoden aufklären und sich diese Informationspflichterfüllung von der Kundschaft schriftlich bestätigen lassen. Durch diese Vorsorgemaßnahmen kann der/die berufs- oder gewerbsmäßig Heilende auch weiterhin die Gesundheit der Menschen und Tiere in Deutschland alternativ fördern und/oder die dafür geeigneten Krankheiten lindern – auf gesetzlicher Basis des Deutschen Heilpraktikergesetzes.


Siehe auch

De flag.png Den Begriff Eindruckstheorie im deutschen juristischen Web finden